Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden: ein sinnloser Krieg?

Unterrichtseinheit

Die vorliegende Unterrichtseinheit zum Thema "Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden" führt an das Thema "Krieg: Motive, Interessen und Folgen" beziehungsweise "Friedensverträge" heran. Im Rahmen von multiperspektivischer Betrachtung werden die Lernenden für die kontemporären sozialen, konfessionellen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen und Interessen sowohl der Staatsführer als auch auch der betroffenen Bevölkerung sensibilisiert und zur individuellen Stellungnahme aufgefordert.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I
  • 3 bis 4 Unterrichtsstunden
  • Arbeitsblatt, entdeckendes Lernen, Schaubild
  • 3 Arbeitsmaterialien

Beschreibung der Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit "Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden" beurteilen die Lernenden den Dreißigjährigen Krieg und den Westfälischen Frieden anhand verschiedener Spielszenen. Eine fiktive Talkshow sensibilisiert die Lernenden für die differierenden Interessen der beteiligten Parteien und ermuntert sie, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen. Ergänzend zu den Arbeitsblättern können die Lernenden interaktive Übungen zum Thema Dreißigjähriger Krieg nutzen, um das Erlernte eigenständig zu wiederholen und ihr Wissen zu überprüfen.

Die primäre Zielsetzung der vorliegenden Unterrichtseinheit besteht darin, den Schülerinnen und Schülern einen fundierten multiperspektivischen Einblick in die dem Dreißigjährigen Krieg sowie dem Westfälischen Friedensschluss zugrunde liegenden Motive und Interessen der beteiligtem historischen Akteurinnen und Akteure zu vermittelten. Dabei wird im Besonderen die kontemporäre politische, konfessionelle, soziale und wirtschaftliche Lebenswelt ebendieser thematisiert.

Die Themenschwerpunkte lauten wie folgt:

  • politisch: unverhülltes Streben nach (Vor-)Machtstellung in Europa, Ausnutzung der schwachen Position des deutschen Kaisers, die bleibenden Festlegungen für die europäische geopolitische Lage
  • geopolitische Lage: Ausscheiden der Niederlande und der Schweiz, föderale Struktur des deutschen Reiches
  • wirtschaftlich-sozial: der Krieg als Geschäft (Wallenstein) und Beruf (Söldnerheere)
  • sozial: die Leiden der Bevölkerung in der Stadt und auf Land, hohe Bevölkerungsverluste
  • konfessionell: Einbeziehung der Calvinisten

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Das Thema "Dreißigjähriger Krieg" im Geschichtsunterricht

Der Dreißigjährige Krieg ist eine der Wendemarken hin zur Frühen Neuzeit in Deutschland, und zwar sowohl in den Interessen und Motiven der Kriegsbeteiligten als auch in der künftigen Gestaltung der Staatsstruktur durch den Westfälischen Frieden.

Vorkenntnisse

Notwendige Vorkenntnisse beziehen sich auf kontemporäre konfessionelle Verhältnisse ("Reformation") und die Verhältnisse zwischen den deutschen Fürsten und dem deutschen Kaiser seit dem Mittelalter.

Didaktische Analyse

Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Dreißigjährige Krieg in einem multikausalen Interessengeflecht gedeutet werden muss. Dabei spielen sowohl die kontemporären politischen und konfessionellen Ziele der Beteiligten als auch Wirtschaftsinteressen und soziale Folgen für die Bevölkerung eine Rolle. Die Lerngruppen erkennen bei der Erstellung eigener Friedenspläne die enorme Relevanz des Interessenausgleichs. Bei der Bewertung des Westfälischen Friedens kann die Berücksichtigung all dieser Aspekte ein Anhaltspunkt sein. Das (An-)Erkennen von Multikausalität und Multiperspektivität ist dabei ein wichtiger Schritt zu einem abgewogenen Urteil und steht monokausalen Ursachenzuweisungen entgegen. Dazu trägt das Hineinversetzen in die Akteure der Spielszenen maßgeblich bei. Auch angesichts aktueller Kriege gewinnen die Lernenden einen eigenen, begründeten Standpunkt.

Methodische Analyse

Im methodischen Wechsel von Textarbeit und problemorientierter Bearbeitung des Materials, kreativen Aufgaben, moderiertem Unterrichtsgespräch und freier Diskussion haben die vier Stunden eine abwechslungsreiche Struktur und ausreichend große Zeitblöcke für Erarbeitung und Sicherung. Die Sicherungsphasen ermöglichen sowohl die Präsentation der Gruppenarbeit als auch die anschließende Diskussion im Plenum.

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Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erarbeiten aus den Materialien die Motive und Interessen des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens.
  • erkennen die Bedeutung des Interessensausgleichs als Voraussetzung für Frieden.
  • erarbeiten aus den Materialien die politischen, konfessionellen, wirtschaftlichen und sozialen Motive und Interessen des Krieges sowie des Friedensschlusses.
  • erkennen die Leiden der Bevölkerung in Stadt und Land durch die Kriegsverbrechen der Söldnerheere.
  • erarbeiten multikausale und multiperspektivische Zusammenhänge.
  • bewerten Ereignisse und Ergebnisse differenziert und vor dem Hintergrund der Gegenwart.

Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • untersuchen die Inhalte von Sachtexten kriteriengeleitet.
  • dokumentieren und präsentieren ihre Ergebnisse.
  • wählen verschiedene Formen der Präsentation.
  • setzen dabei unter gegebenen Voraussetzungen digitale Medien ein.

Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • kooperieren in Gruppen.
  • diskutieren sachbezogen und argumentativ.
  • bewerten die Ergebnisse anderer sachbezogen und begründet.


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Friedrich Stock

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