Qualität von Lernvideos für den eigenen Unterricht überprüfen

In diesem Mini-Fortbildungskurs erfahren Lehrkräfte, welchen Mehrwert Lernvideos für den Unterricht bieten und anhand welcher Kriterien die Qualität von Lernvideos im Netz beurteilt werden kann. Die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Ressourcen ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die kompetente Erstellung eigener digitaler Inhalte.

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Vor- und Nachteile von Lernvideos im Netz

Gute Lernvideos sind keine Konkurrenz zum Unterricht, sondern sie ergänzen aktuelle Lerneinheiten und ermöglichen den Kindern und Jugendlichen einen zusätzlichen Zugang zum Thema. Da sehr viele Schülerinnen und Schüler Lernvideos aus dem Internet zum Lernen nutzen, kann die Schule das nicht ignorieren. Hier werden also zunächst einmal Vor- und Nachteile von Lernvideos aus dem Netz beleuchtet.

Die Vorteile von Lernvideos (im Internet) sind:

  • Sie können unabhängig von Uhrzeit oder Tageszeit angeschaut werden.
  • Sie können so oft wie nötig angeschaut werden.
  • Sie können an jedem Punkt des Videos gestoppt werden.
  • Durch die grafische Aufbereitung können Inhalte viel leichter erklärt werden.
  • Häufig bieten sie die Möglichkeit zum Dialog, beispielsweise in den Kommentaren.
  • Sie können von jedem Ort mit Internetzugang angeschaut werden, also auch unproduktive Wartezeiten verkürzen.
  • Sie sind oft unterhaltsam und bringen Wissen auf den Punkt.
  • Viele Lernvideos sind für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos (außer Werbeeinblendungen).

Die Nachteile von Lernvideos (im Internet) sind:

  • Der Wahrheitsgehalt ist oft nur schwer zu überprüfen.
  • Fast alle Videos sind werbefinanziert.
  • Gute Videos zu einem bestimmten Unterrichtsthema sind nicht immer leicht zu finden, da das Angebot groß ist.
  • Schülerinnen und Schüler schalten im Unterricht ab, weil sie den Lernstoff zu Hause per Video nachholen können.

Fünf Schritte, um die Qualität von Lernvideos im Netz zu prüfen

Es ist wichtig, die Kriterien von Lernvideos im Internet zu kennen, mit denen Sie deren Qualität überprüfen können. Mit den folgenden fünf Schritten kann jedes Video bereits recht gut eingeschätzt werden. Achten Sie auf diese Punkte auch, falls Sie eigene Lernvideos selbst im Netz (zum Beispiel auf YouTube) veröffentlichen möchten.

  1. Seriöse Lernvideos liegen auf einem Kanal, der offen kommuniziert, welche Personen, Marke oder Einrichtung dahinter steht. Über den Kanal-Namen oder das Logo (oben rechts) gelangt man auf die Kanal-Seite und findet dort bei seriösen Seiten über den Menüpunkt "Kanal-Info" auch das Impressum.
  2. Nun kann der Betreibername, falls er nicht selbsterklärend ist, im Netz gesucht werden. Vertrauenswürdig sind Fachleute (Lehrkräfte, Dozentinnen und Dozenten, pädagogische Fachkräfte) oder ältere Schülerinnen und Schüler, die sich auf spezielle Lerninhalte konzentrieren und diese auf ihre eigene Art erklären.
  3. Auch der Umfang und das Gründungsjahr des Kanals sind aufschlussreich. Wenn regelmäßig Videos hochgeladen werden, der Kanal schon einige Jahre alt ist und ein großes Portfolio hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er seriös ist.
  4. Interessant sind auch die Zugriffszahlen. Videos mit vielen Zugriffen werden in der Regel oft weiter empfohlen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie qualitativ gut sind, ist hoch.
  5. Zufriedene Benutzerinnen und Benutzer hinterlassen oft einen positiven Kommentar, unzufriedene kritisieren. Kommentare durchzulesen macht also durchaus Sinn, um zu erfahren, wie andere Besucherinnen und Besucher auf die Lernvideos reagieren, was sie an diesem Video gut finden und was nicht so gut ist.

Qualitätskriterien für eigene Lernvideos (Checkliste)

Sie möchten selbst ein Lernvideo erstellen, um Ihren Schülerinnen und Schülern das Suchen und Prüfen von Lernvideos im Netz zu ersparen? Dann sollten Sie während der Erstellung folgende Fragestellungen im Hinblick auf die Qualitätssicherung berücksichtigen:

  • Behandelt das Video eine kleine, in sich abgeschlossene Lerneinheit?
  • Hat das Video eine gute Länge? Es sollte zwischen zwei und acht Minuten (je nach Klassenstufe) lang sein.
  • Ist der Inhalt des Videos sachlich richtig?
  • Ist das Video so aufgebaut, dass Text und Bild zusammenpassen?
  • Sind die eingesetzten Materialien, beispielsweise die Farben, gut durchdacht?
  • Ist das Video technisch gut, wackelt es nicht, ist der Ton sauber und klar und sind die Bilder scharf?
  • Ist Bewegung im Video, wird etwas aufgemalt, abgezeichnet, eingeblendet oder zusammengebaut?
  • Ist im Video der Lerninhalt mit kurzen, knappen Sätzen erklärt?
  • Beginnt das Video mit einer genauen Darlegung des Themas, also des Inhalts?
  • Werden im Video vor neuen Gedankengängen ausreichend Pausen gemacht?
  • Ist das Video so attraktiv, dass es bis zum Ende angesehen wird?
  • Ist die Musik im Video, falls vorhanden, unaufdringlich und lenkt nicht ab?

Beschreibung

Diese Lerneinheit ist Bestandteil eines Selbstlernkurses für Lehrkräfte zum Thema Lernvideos erstellen. Sie kann aber auch unabhängig davon genutzt werden. Zur Überprüfung des erworbenen Wissens beziehungsweise der erworbenen Kompetenz steht ein kleine, interaktive Übung zur Verfügung. Wird diese erfolgreich gelöst, erhält die Lehrkraft ein Mini-Zertifikat (Badge), das in ihrem Lehrer-Online-Nutzerprofil gespeichert wird.

Bei erfolgreichem Absolvieren ALLER Lernschritte dieses Selbstlernkurses erwirbt die Lehrkraft ein Zertifikat im PDF-Format, das die Teilnahme an dem Kurs bestätigt und die Inhalte auflistet.

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