WebQuests für die Grundschule: Prima(r)WebQuest

Veröffentlicht am 03.07.2007

Prima(r)WebQuests sind speziell auf die Anforderungen des Grundschulunterrichts abgestimmte WebQuests. Die Methode des Prima(r)WebQuest wurde im Rahmen des Projektes "Lehr@mt - Medienkompetenz in der Lehrerbildung" entwickelt.

Klassische WebQuests

WebQuests wurden von Bernie Dodge und Tom March als äußerst anspruchsvolles Unterrichtskonzept 1995 an der San Diego State Universität entwickelt und werden von Lehrpersonen verschiedener Schulstufen sowie in der beruflichen Aus- und Fortbildung seitdem verwendet. Wesentlich scheint mir die vorgegebene Struktur, die das WebQuest in Einleitung, Aufgabe, Vorgehen, Quellen, Bewertung und Fazit unterteilt. Wichtig ist dabei, die "neuen" Medien genau dann zu verwenden, wenn es Vorteile gegenüber der Verwendung herkömmlicher Medien gibt.

Vom WebQuest zum Prima(r)WebQuest

Bei der Erprobung von WebQuests im Primarbereich zeigte sich, dass hier mehr Einschränkungen nötig sind, als zunächst gedacht. Daher war es erforderlich, die Methode zu adaptieren, was uns zu den Prima(r)WebQuests führte.

  • Recht schnell wurde die Entscheidung getroffen, das Zuteilen oder Einwählen in unterschiedliche Rollen nicht vorzunehmen und stattdessen den Schülerinnen und Schülern die Rolle des "Forschers" vorzugeben.
  • Unabhängig von den gewählten Begriffen ist die inhaltliche Unterscheidung von "Aufgabe" und "Vorgehen" für die Mädchen und Jungen schwierig. Daher wurden beide Bereiche in einer Kategorie als "Projektbeschreibung" zusammengefasst.
  • Wirklich geeignete Quellen für die Primarstufe sind noch eher rar und nicht immer leicht zu finden.
  • Die verbreiteten Tabellen zur Bewertung wurden zu einer "einspaltigen" Lösung vereinfacht.
  • Da das "Fazit" kaum hilfreich für die Schulkinder ist, wird es durch einen "Ausblick" ersetzt, der auch als eine Art Differenzierungsangebot zu sehen ist.
  • Die Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen im Internet ist in der Regel nicht selbstständig von den Schülerinnen und Schülern zu leisten. Daher ist eine Präsentation "nur" in der Klasse vorgesehen.

Hinweise zum Umgang mit WebQuests

Grundsätzliches

Die meisten WebQuests werden in Gruppenarbeit bewältigt. Dabei können die Gruppen von den Schülerinnen und Schülern selbst gewählt oder vorher von der Lehrkraft gebildet werden. Unbedingt sollte das komplette WebQuest von den Schülerinnen und Schülern oder Schülergruppen vor dem Bearbeiten gelesen werden. So kann die Lehrperson anschließend allgemeine Fragen mit allen oder spezielle Fragen mit einzelnen Gruppen klären.

 

Technische Voraussetzungen

Man benötigt je Gruppe einen Computer, oder die Gruppen müssen nacheinander - eventuell im Rahmen des Wochenplans - ihre Arbeit erledigen. Ein Internetzugang für die Computer vereinfacht das Arbeiten, allerdings können auch die Seiten des WebQuest und dazugehörige verlinkte Seiten heruntergeladen und "offline" zur Verfügung gestellt werden. In vielen Fällen wird Word zur Verarbeitung einzelner Informationen oder zur Erstellung von Plakaten verwendet, seltener Excel zum Erstellen von Tabellen genutzt. Sollen Texte und Abbildungen ausgedruckt werden, muss ein Drucker bereitstehen. Die Verwendung von Power Point zur Präsentation hat sich bewährt. Dabei muss jedoch ein Beamer vorhanden sein und je nach Kenntnis der Schülerinnen und Schüler ein höherer Aufwand an Betreuung geleistet werden.

Zielsetzung

Die Präsentation ist für die Schülerinnen und Schüler das Ziel des WebQuests. Es sollte nach einer optimalen Möglichkeit gesucht werden, dem Thema und den technischen Voraussetzungen angemessen, die eigenen Ergebnisse den Anderen zugänglich zu machen. Das WebQuest und die verwendeten Quellen sollten vom technischen Anspruch, vom Umfang und der Sprache den Lernvoraussetzungen und der Leistungsfähigkeit der Schüler entsprechen.

 


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Avatar Christof Schreiber

ist Professor für Didaktik der Mathematik in der Primarstufe an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Eines seiner Arbeitsgebiete ist der Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht der Primarstufe sowie in allen Phasen der Lehrerbildung. Christof Schreiber war Rektor als Ausbildungsleiter am Studienseminar für Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen für den Main-Kinzig-Kreis in Hanau und Grundschullehrer mit den Fächern Mathematik, katholische Religion und Sachunterricht. Weitere Informationen finden Sie hier.

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