Twitter in Schule und Unterricht

Twitter ist aufgrund seiner Offenheit besonders gut für die schulische Nutzung geeignet. Wie der Kurznachrichtendienst gewinnbringend im Unterricht einsetzt werden kann, wird hier beschrieben.

Digitale Medien im Unterricht

"Die digitalen Medien und das Internet sind für Kinder und Jugendliche keine Technologien, sondern Lebensraum und Kultur." (J. & T. Haeusler, Netzgemüse, 2012)

Was spricht für Twitter im Unterricht?

  • Förderung der Medienkompetenz

    Es ist wenig zielführend, die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken lediglich zu besprechen und zu diskutieren. Nur wenn man in der Schule mit sozialen Netzwerken arbeitet, kann man den Lernenden zeigen, wie sich diese gewinnbringend und sicher einsetzen lassen: #learning by #doing.
  • Persönliche Lernumgebung

    Twitter ist hervorragend geeignet um sich zu vernetzen. Vernetztes Arbeiten und Kommunikation zählen neben kreativem Arbeiten und kritischem Denken zu den Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts und sind die Grundlage für lebenslanges Lernen, Teamarbeit und Kollaboration in Schule, Studium und Beruf.
  • Hohe Schüleraktivierung

    Twitter garantiert eine hohe Schüleraktivierung: Endlich können sich alle gleichzeitig beteiligen.
  • Förderung der Diskussions- und Debattierkultur

    Durch den Einsatz von Twitter im Unterricht wird die Diskussions- und Debattierkultur der Schülerinnen und Schüler gefördert und transparent gemacht.
  • Öffnung nach außen

    Durch die Öffnung nach außen kommt es zu Diskussionen "mit der Außenwelt", die nicht konstruiert wirken. Expertenmeinungen können eingeholt werden, nicht Anwesende können unter dem Hashtag oder als Follower mit- oder nachlesen.
  • Konzentration auf das Wesentliche

    Das Zeichenlimit von 140 Zeichen pro Tweet fördert die Konzentration auf das Wesentliche.

Für Lehrende

Natürlich gelten die oben genannten Punkte auch für die Lehrerinnen und Lehrer selbst. Die Vernetzung über Twitter und der einfache und schnelle Zugang zu Informationen durch Chats haben in den USA dazu geführt, dass mehr als 300 sogenannter "Twitterchats" zu unterschiedlichsten Themen im Bereich der Bildung entstanden sind. Der bekannteste Chat für Lehrende in den USA ist der #EDchat, der wöchentlich immer Dienstags stattfindet. Das deutsche Pendant dazu, der #edchatDE, ist der bisher einzige Twitterchat in Deutschland, auf dem sich wöchentlich mehr als 50 Lehrende "treffen" und über verschiedene Themen aus dem Bereich der schulischen Bildung diskutieren. Weitere Informationen dazu finden Sie unter edchat.de.

Twitter Account erstellen

  • Einen Twitter Account kann man einfach auf der Website twitter.com erstellen. Klicken Sie dort auf "Neu bei Twitter?" und geben Sie dann Name, E-Mail und ein gewähltes Passwort ein. Login gut merken und/oder notieren.
  • Der ausgewählte Benutzername sollte möglichst kurz sein. Der Anmeldevorgang wird mit "Mein Konto erstellen" abgeschlossen. Tipp: Schülerinnen und Schüler können einen Namen aus den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens und einer Zahl erstellen. So lässt sich nicht direkt auf den Nutzer schließen.
  • In der dann automatisch folgenden Kurzanleitung folgt man zu Beginn einigen Nutzern, die von Twitter vorgeschlagen werden. Dies kann man später gegebenenfalls wieder ändern.
  • Die Kontakte aus dem Adressbuch müssen nicht importiert werden. Dies kann man später nachholen, wenn man mag.
  • Ein Profilbild oder Avatar kann hochgeladen und eine Kurzbiographie erstellt werden. Dies ist aber beides optional und kann später auch geändert werden. Tipp: Das "Twitter-Ei" als Profilbild macht den Neuling auf Twitter kenntlich. Man sollte es also bald ersetzen.
  • Sicherheit und Datenschutz: "Per E-Mail finden" sollte in den Einstellungen deaktiviert werden.
  • Die Tweets sollte man nicht schützen (Schlosssymbol), da dies der Offenheit von Twitter zuwider läuft und auch im Projekt nicht erwünscht ist.
  • Auf Smartphones oder Tablets läuft die Registrierung unter Umständen in einer App oder im jeweiligen Betriebssystem abweichend ab.

Gemeinschaftsaccount

Für das Projekt #europafuermich kann man auch einen Gemeinschaftsaccount für die gesamte Klasse erstellen, wenn nicht genügend mobile Endgeräte oder PCs im Unterricht zur Verfügung stehen. Mit dieser Art Gemeinschaftsaccount habe ich schon gute Erfahrungen gesammelt. Man kann Login und Passwort auch an die Schülerinnen und Schüler weiter geben, und diese können sich dann zu Hause einloggen und unabhängig von Unterrichtszeiten alleine oder in festgelegten Teams twittern. Es ist ratsam, dazu einen "Twitterzeitplan" für eine Woche anzulegen: Pro Tag twittert jeweils ein anderes Team kurze Statements, Informationen, Bilder oder beantwortet Replies, die von anderen Twitternutzern eingegangen sind.

 

Einzelaccounts

Unabhängige Accounts pro Schülerin oder Schüler haben natürlich ihren Reiz, da diese auch unterwegs per Smartphone schnell und problemlos genutzt und so beispielsweise Fotos der Stadt, Sehenswürdigkeiten oder landestypische Eindrücke gepostet werden können.

Tabletklassen oder Tabletprojekte

Wenn nicht schon vorhanden, dann sollte hier jedes Tablet einen eigenen Account haben. Im Klassenraum kann man so per Twitterwall zusätzlich zur "Live"-Diskussion in der Lerngruppe einen Backchannel einrichten. Selbstverständlich sind alle Kombinationen der oben genannten Settings möglich.

Die Twitterwall

Die Twitterwall macht alle Tweets zu einem Hashtag per Beamer sichtbar. Die einzelnen Tweets werden automatisch und chronologisch sortiert und je nach Tool jede Minute aktualisiert. Einzelne Tweets können vorgelesen und live diskutiert werden. Die Wall macht alle Gedanken und Gespräche innerhalb der Klasse und auch die Reaktionen von außen sichtbar. Eine Twitterwall kann man hier kostenlos erstellen: www.socialmediawall.me, einfach mit dem Twitteraccount einloggen und dann bei "Feed" den Hashtag "#europafuermich" eingeben, dann den Laptop mit einem Beamer verbinden und an die Wand projizieren.

Autor

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André Spang

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In Kooperation mit

Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.

Dieses Arbeitsmaterial wurde von der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V. herausgegeben.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Dieses Arbeitsmaterial entstand in Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V. mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Ergänzende Unterrichtseinheiten