Weblogeinsatz im Rahmen des Schülerbetriebspraktikums

Veröffentlicht am 03.12.2013

Dieser Fachartikel stellt Lehrkräften eine Idee vor, wie Weblogs im Rahmen des Schülerbetriebspraktikums zur schulischen Begleitung der Lernenden genutzt werden können. Im Blended Mentoring Concept (BMC) wird diese Idee aufgenommen und umgesetzt.

Praxisphasen im Rahmen von Berufsorientierungsprozessen

Berufliche Orientierung als Herausforderung und Chance

Berufliche Orientierung stellt viele Jugendliche vor eine große Herausforderung und ist für sie zugleich eine Chance. Im schulischen Kontext haben besonders die Praxisphasen, etwa in Form von Betriebspraktika, die Funktion, den Schülerinnen und Schülern erste Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen. Sie unterstützen die Lernenden dabei, unrealistische Vorstellungen von einem Berufsbild oder von betrieblichen Abläufen in der Praxis aufzudecken und Berufsentscheidungen vorzubereiten.

Individuelle Reflexionsprozesse erforderlich

Der direkte Kontakt mit einem (möglichen) Arbeitgeber bietet zudem eine Chance für die Jugendlichen, sich durch gute Leistungen in der Praxis für einen Ausbildungsplatz zu empfehlen. Es erfordert jedoch mehr als das bloße "Verweilen" im Betrieb, um die Praxisphase effektiv und produktiv nutzen zu können. Speziell im Hinblick auf die Frage, ob der entsprechende Beruf zu der Schülerin oder dem Schüler passt, bedarf es eines individuellen Reflexionsprozesses.

Herausforderungen im Hinblick auf eine schulische Begleitung

Aktive Begleitung nur begrenzt möglich

Die bisher in der schulischen Praxis üblichen Betreuungsformate lassen eine aktive Begleitung der Praktikantinnen und Praktikanten nur in einem begrenzten Rahmen zu. Die Vielzahl der zu betreuenden Praktikantinnen und Praktikanten und die damit verbundenen persönlichen Beratungs- beziehungsweise Betreuungsgespräche stellen hohe Anforderungen an die zeitlichen Kapazitäten der Lehrkräfte. Unter Berücksichtigung dieser Ausgangssituation ist eine intensive Betreuung der Jugendlichen in der schulischen Praxis häufig nicht oder nur in Ansätzen möglich. 

Mangel an zeitnaher Rückmeldung

Problematisch ist weiterhin, dass die Lernenden ein detaillierteres Feedback der schulischen Praktikumsbetreuenden häufig erst nach Beendigung des Schülerbetriebspraktikums, im Rahmen der entsprechenden Nachbereitung dieser Praxisphase, erhalten. Eine zeitnahe Reaktion der Lernenden auf Rückmeldungen der betreuenden Lehrkräfte noch während der Praxisphase im Betrieb ist daher oft nicht möglich. Dieses kann sich letztendlich sowohl auf die Qualität der Tätigkeiten im Betrieb als auch auf die Reflexion der Praxiserfahrungen auswirken.

Das Blended Mentoring Concept als innovativer Betreuungsansatz

Entlastung der Lehrkräfte

Über die Kombination aus Offline- und Online-Betreuung im Rahmen des BMC wird die Möglichkeit geschaffen, eine nachhaltige schulische Begleitung auch während der Durchführungsphase zu gewährleisten, ohne dabei die zeitlichen Kapazitäten der betreuenden Lehrkräfte zu sehr zu beanspruchen. Der Praktikumsblog kann den Lehrenden - insbesondere während der Durchführungsphase des Schülerbetriebspraktikums - eine Fülle an Informationen liefern, wie dies in der "traditionellen" Form der schulischen Begleitung kaum möglich ist.

Webbasierte Praktikumsbegleitung

Lehrende können durch den Einsatz des Praktikumsblogs nicht nur über den Stand der Arbeit der Lernenden auf dem Laufenden gehalten werden und selbst zeitnah Rückmeldungen geben, sondern auch die Praktikumsbesuche vor Ort vorbereiten. Der Ansatz einer webbasierten Praktikumsbegleitung eröffnet den Lehrkräften damit einen neuen, effektiveren Zugang zur Praktikumswelt der Jugendlichen mit dem Potenzial, die Unterstützungs- und Begleitmaßnahmen besser an die Bedürfnisse und Erwartungen der Jugendlichen anpassen zu können.

Handreichung zum Blended Mentoring Concept

Die Handreichung zum Blended Mentoring Concept enthält Anregungen zur praktischen Umsetzung dieses innovativen schulischen Betreuungsansatzes.

  • Sie unterstützt Schulen beziehungsweise Lehrkräfte bei der zeitnahen, persönlichen und aktiven Begleitung der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schülerbetriebspraktikums.
  • Sie enthält neben Informationen zum Blended Mentoring Concept auch praktische Anleitungen und Unterrichtsbeispiele zur konkreten Umsetzung des Konzeptes.
  • Sie gibt Hinweise, wie eine Verbindung aus Online- und Offline-Betreuung hergestellt werden kann und wie Lehrkräfte ihre Rolle als Mentoren wahrnehmen können.
Download der Handreichung

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