Die Formulierung von Argumenten

Veröffentlicht am 30.10.2006
  • Deutsch
  • Sekundarstufe I
  • 1 bis 2 Unterrichtsstunden
  • Ablaufplan
  • 2 Arbeitsmaterialien

In dieser Unterrichtsanregung lernen die Schülerinnen und Schüler mithilfe der Brücke als Metapher für die Konstruktion sprachlicher Argumente, stichhaltig zu argumentieren. Gleichzeitig trainieren sie durch die Arbeit mit Word, PowerPoint und dem Internet ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien.

Beschreibung der Unterrichtseinheit

Zwischen einer These und einem Argument zu unterscheiden, fällt vielen Schülerinnen und Schülern der Unter- und Mittelstufe schwer, wenn sie im Deutschunterricht ab Klasse sechs oder sieben erstmals genauer mit dem Thema Argumentieren und Erörtern konfrontiert werden. Wissenslücken auf diesem Gebiet zeigen sich zum Teil bis in die gymnasiale Oberstufe hinein, wenn Schülerinnen und Schüler beispielsweise in Stellungnahmen einzig ihre eigenen Meinung als ?Beleg? für ihre Behauptung aufführen, diese jedoch nicht durch entsprechende Beispiele, Zitate oder Ähnliches stützen.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Der Aufbau von Argumenten wird in zahlreichen Schulbüchern, Arbeitsheften und Unterrichtshilfen in verschiedener Art und Weise definiert, durchaus auch in Form von Schaubildern, zum Beispiel dreispaltigen Tabellen (These-Beleg-Argument). Der vorliegende Unterrichtsentwurf unterscheidet sich von diesen Ansätzen insofern, als er mit dem Wortfeld der Konstruktion von Argumenten in Analogie zu einer Brückenkonstruktion arbeitet. Die Bezeichnung einer grundlegenden These erinnert an einen "grundlegenden" Brückensteg, der aber noch "in der Schwebe" verbleibt, also eine "haltlose" Behauptung, Meinung, Empfehlung oder ein persönliches Urteil ist, solange der Steg nicht gestützt wird - zu der These also noch keine Argumente in Form von Beispielen, Belegen und Zitaten gekommen sind.

  • Umsetzung im Unterricht
    Eine PowerPoint-Präsentation visualisiert die Brücken-Metapher und führt die Lernenden in die Fachbegriffe der Argumentation ein.
Download

Vermittelte Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler 

  • beschreiben die Skizze einer Brücke und erläutern schrittweise deren Bestandteile in ihrer architektonischen Funktion.
  • interpretieren die Brücke als Metapher für die Konstruktion (schrift-)sprachlicher Argumente, indem sie Elemente des Arguments in Analogie zu den Elementen der Brücke setzen.
  • formulieren aus Thesen Argumente, indem sie darauf achten, ob diese durch passende Belege (Zitate, Beispiele und Ähnliches) gestützt werden können.
  • optimieren die sprachliche Formulierung von Argumenten über die Verwendung entsprechender Satzverbindungen.
  • sortieren Adverbien und Konjunktionen nach thematischen Aspekten, indem sie die Ausdrücke gemäß ihrer Kohärenz unterschiedlichen semantischen Bereichen zuordnen (Begründungen, Konsequenzen und Folgerungen, Gegensätze, Bedingungen).

Brücken-Metapher als Hilfestellung

Das "Konstruieren" eines Arguments erinnert an einen architektonischen Bauvorgang. In Anlehnung an diese Assoziation zielt dieser Unterrichtsvorschlag darauf ab, mithilfe der Metapher einer Brücken-Konstruktion vornehmlich Schülerinnen und Schülern der Unter- und Mittelstufe bei der Formulierung von Argumenten zu helfen. Dies geschieht, indem sie Argumente als ein Ganzes von einzelnen Bestandteilen, als "Strebepfeiler" und "Stützen" eines "Brückensteges" verstehen, der ohne diese Füße "haltlos" wäre - so wie ihre Argumente ohne Belege "haltlos" sind. Daran anschließend erfolgt eine Internetrecherche nach passendem Wortmaterial zur Formulierung von Satzverbindungen zwischen Thesen und Belegen sowie zwischen einzelnen Argumenten im Laufe einer Erörterung, Diskussion oder Argumentation.

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Portrait von Dr. Stefanie Kornhoff-Schäfers Dr. Stefanie Kornhoff-Schäfers

Dr. Stefanie Kornhoff-Schäfers unterrichtet als Oberstudienrätin die Fächer Deutsch, katholische Religionslehre und praktische Philosophie am Gymnasium Theodorianum in Paderborn. Nebenberuflich publiziert sie zu didaktischen Themen ihrer Fächer und zur Mediendidaktik.

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