MindMapping-Programme im Vergleich

Drei MindMapping-Programme, die sich unter Berücksichtigung der genannten Aspekte sinnvoll im Unterricht einsetzen lassen, werden hier vorgestellt.

Wichtiger Hinweis

Der Markt für MindMapping-Programme ist sehr bewegt, ständig kommen neue Angebote hinzu oder vorhandene Angebote ändern sich, zum Beispiel hinsichtlich Struktur, Umfang oder Kosten. Aus diesen Gründen sollte vor der Einführung eines MindMapping-Programms in der Schule auf jeden Fall noch einmal eine gezielte Internetrecherche stattfinden.

Allgemeine Voraussetzungen

  • Zielgruppe

    Klasse 4 bis 6 (möglichst auch noch auf der weiterführenden Schule sinnvoll einsetzbar)
  • Kosten

    kostenlos
  • Umfang

    Der Funktionsumfang muss für Schülerinnen und Schüler intuitiv oder mit wenigen Erklärungen nutzbar sein.
  • Gestaltung

    Eine attraktive Gestaltung der MindMaps mit farbigen Schriften und Grafiken muss möglich sein.

XMind (offline)

In der Basisversion kostenlos

Das in der Basisversion kostenlose XMind wird im Internet heruntergeladen und auf dem Computer installiert. Alternativ dazu gibt es auch eine sogenannte "portable" Version. Diese kann zum Beispiel auf einen USB-Stick kopiert und von dort aus benutzt werden, ohne auf dem Computer installiert werden zu müssen.

 

Viele Funktionen für individuelle Gestaltung

XMind hat viele Funktionen, mit denen MindMaps individuell gestaltet werden können. Gegenüber dem bekannten MindmanagerSmart wirkt es wesentlich moderner. Mit XMind in der kostenlosen Version kann man sowohl MindMaps als auch Logikdiagramme erstellen. Die Logikdiagramme eignen sich auch sehr gut, um einen PowerPoint- oder SMART-Notebook-Vortrag vorzubereiten. Die Grundfunktionen können den Schülerinnen und Schülern leicht vermittelt werden. Einzig die farblichen Gestaltungsmöglichkeiten müssen erst aktiviert werden, was im Menü der Software etwas versteckt ist.

Kleiner Nachteil

Als Nachteil hat sich erwiesen, dass die Knoten und "Äste" nicht so flexibel verschiebbar sind, wie man manchmal gerne möchte. Sie "springen" auf die rechte oder linke Seite, eine kreisrunde Anordnung ist nicht möglich. Allerdings lässt sich eine längliche Struktur natürlich besser ausdrucken (DIN A4-Querformat). Dieser Nachteil wird aber durch die vielen Gestaltungsmöglichkeiten aufgewogen.

Mindmeister (online)

Geeignet ab Klasse 5

Mindmeister ist ein Online-Angebot, das es auch als App für mobile Endgeräte gibt. Es lässt sich recht intuitiv bedienen und hat in der kostenpflichtigen Variante noch wesentlich mehr Funktionen. Schülerinnen und Schülern ab Klasse 5 oder 6 können Mindmeister sinnvoll nutzen.

 

Weniger ist mehr

Icons und kleine Grafiken sind vorhanden, farbige Schriften sind ebenso möglich. Weniger ist hier mehr, denn auch die Schülerinnen und Schüler sollen sich mehr mit den Inhalten beschäftigen, als mit der dekorativen Gestaltung der MindMap.

 

App für Android-Tablets und das iPad

Für die Lehrkraft ist interessant, dass es eine App für Android-Tablets und das iPad gibt. So kann man unabhängig vom Computer arbeiten.

Kleine Nachteile

Die MindMap lässt sich anscheinend nicht exportieren, außer natürlich in Form eines Screenshots. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich für die Nutzung einloggen, also Benutzernamen und Kennwort verwalten. Mit der kostenfreien Version können nur drei MindMaps erstellt werden, was aber eventuell reichen dürfte. Für Lehrerinnen und Lehrer ist die "nur drei Maps"-Einschränkung natürlich von Bedeutung. Diese Anzahl der kostenlosen Version reicht für den Unterricht wohl nicht aus. Der Monatsbeitrag für Mindmeister liegt bei circa fünf Euro, was bei nur gelegentlicher Nutzung doch recht hoch ist.

Abb. 1: Mit Mindmeister erstellte MindMap


Mind42 (online)

Mind42 wird als Online-Version angeboten und ist kostenlos. Die damit erstellten MindMaps werden unter einem Account gespeichert. Das Programm läuft in jedem Browser und es werden keine Plug-Ins benötigt. Die recht einfache Map-Verwaltung ist nicht für Dutzende von MindMaps geeignet. Die Auswahl an Schriftgrößen und Gestaltungen ist begrenzt. Wenn aber die Arbeit und das inhaltliche Ergebnis im Vordergrund stehen, ist Mind42 eine gute Lösung. Es lässt sich damit intuitiv arbeiten ("einfach ausprobieren"). Mind42 gibt es leider nicht als App für mobile Endgeräte.

Abb. 1: Mit Mind42 erstellte MindMap


Fazit

Mindmeister für die Online-Arbeit

Wenn man online arbeiten möchte, bietet sich Mindmeister mit seinen Gestaltungsmöglichkeiten und der intuitiven Bedienung als MindMapping-Programm für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an. Für Lernende mag die Beschränkung auf drei Maps nicht ausschlaggebend sein, für Lehrkräfte zur eigenen Nutzung schon. So müsste man die

Schülerinnen und Schüler mit Mindmeister arbeiten lassen, während man für sich selbst ein anderes Programm wählt oder die Lizenzkosten trägt.

 

XMind als Offline-Variante geeignet

Für die Offline-Variante mit fest installierter Software auf dem Computer ist XMind geeignet. Die Grundfunktionen kann man sich schnell aneignen. Die Nutzung ist kostenlos. Die Lehrkraft kann für den Unterricht und den privaten Gebrauch die gleiche Software nutzen wie die Schülerinnen und Schüler. Diese können die Software auch zu Hause herunterladen und installieren.

 

Die Lernenden selbst entscheiden lassen

Es bietet sich an - insbesondere in den höheren Klassen - im Unterricht eine Übersicht über Online-Varianten von MindMapping-Programmen zu erstellen, sodass die Schülerinnen und Schüler dann selbst entscheiden können, welche Software sie nutzen wollen.

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Avatar Thomas Seidel

Thomas Seidel ist Lehrer und IT-Betreuer an der Maria-Montessori-Grundschule, Berlin. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Computereinsatz im Unterricht und in der Lehrerfortbildung.

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