Hochbegabung

Veröffentlicht am 10.05.2002

Was ist eigentlich Hochbegabung? Diese Frage stellt sich für Lehrerinnen und Lehrer insbesondere dann, wenn ein Kind im Unterricht auffällig wird und bei der Suche nach den Gründen auch in diese Richtung überlegt wird.

Was ist Hochbegabung?

Es gibt Menschen, die im musischen Bereich besonders begabt sind; andere sind es im intellektuellen Bereich. Aber auch eine besondere sportliche Begabung sollte man zur Hochbegabung zählen. Dies bedeutet, dass Menschen in Teilbereichen, oder aber auch in mehreren Bereichen sehr begabt sein können. "Die Hochbegabung" meint in dieser Beschreibung eine geistige Disposition, auf vielen Gebieten.

Betrachtet man 100 Menschen, so findet man rein statistisch etwa 2 Hochbegabte unter ihnen (mit einem IQ Ergebnis von ca. 130 aufwärts). Je höher der erreichte Wert, desto seltener sind diese Begabungen zu finden (etwa bei einem 160 IQ nur noch 1:10000, man spricht hier bereits von Höchstbegabung). Kinder mit einem gemessenen IQ Wert über 145 gelten als höchst begabt bzw. extrem hoch begabt; im Volksmund auch genial oder Wunderkinder genannt. Die englische Sprache trifft hier gezieltere Unterscheidungen: gifted, highly gifted, exceptionally gifted, profoundly gifted, extraordinarily gifted. Die Förderung in den USA ist weiter vorangeschritten, es sind dort jedoch auch schon rein statistisch gesehen erheblich mehr "Fälle" vorhanden und bekannt.

Testverfahren

IQ Tests werden im Allgemeinen erst ab einem Alter von rund 6 Jahren angeboten (bei intellektueller Hochbegabung). Sollte schon vorher ein Test notwenig sein, so bedient man sich eines Entwicklungstests (zum Beispiel Kaufmann Assessment Battery for Children - kurz: K-ABC, oder Kramer Test).

Die Entwicklungstests zeigen die gesteigerte Entwicklungsgeschwindigkeit an - auch Akzeleration genannt. Durch die Akzeleration kann dann der ungefähre Stand des Kindes ermittelt werden. Natürlich ist hierbei zu beachten, dass Kinder sich innerhalb kürzester Zeit noch stark verändern, so dass gerade bei ihnen starke Schwankungen auftreten können (man sollte sie über längere Zeitspannen beobachten).

Kindliche Gefühlswelten

Emotionale Intelligenz

Wichtig für hoch begabte Kinder ist auch der EQ. Kinder, die Ihren Altersgensossen um Jahre voraus sind, haben doch ein biologisches Alter. So sind die Empfindungen und die Lebenserfahrungen hoch begabter Kinder niemals Ihrer Intelligenz gleichzusetzen. Vermutet man eine Hochbegabung bei einem Kind, so kann ein Verein für hoch begabte Kinder eine erste wichtige Anlaufstelle sein. (Siehe Linkliste unten!)

Wo liegt denn das Problem?

Meistens liegt das Problem von hoch begabten Kindern im Kontakt mit der Außenwelt. Viele Kinder sind, bis sie in Kindergarten oder Schule eintreten, zu Hause ausgeglichen und zufrieden. Manchmal allerdings sind die Ansprüche der Kinder an die Umgebung so hoch, dass Eltern diese aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr erfüllen können. Dann kann die Lösung der Kindergarten oder die Schule sein, denn mit der neuen Situation müssen hochbegabte Kinder (übrigens so wie alle Kinder) erst lernen, zurechtzukommen. Die neuen Eindrücke fordern das Kind entsprechend seinem "Input - Bedürfnis". Ich würde jedoch auf jeden Fall davon abraten ein hochbegabtes Kind gegen seinen Willen in den Kindergarten zu geben, oder es dort bei Schwierigkeiten zu belassen.

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