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Zwischen Homeschooling und Schulöffnung

Hallo meine Lieben, wie ihr wisst, wurde ja meine Prüfung Corona-bedingt verschoben. Das bedeutet für mich, dass ich das Homeschooling Angebot für meine Lerngruppen weiter fortführen muss. Gleichzeitig konnte ich auch Einblicke bekommen, wie unsere Schule den Schulbetrieb langsam wieder hochfährt. Diese Eindrücke möchte ich mit euch teilen und natürlich auch von euch wissen, wie eure Schulen den Alltag derzeit managen.

Letzte Woche Donnerstag wurde unsere Schule nach 5 Wochen das erste Mal wieder geöffnet – vorerst natürlich nur für die Abiturientinnen und Abiturienten, damit diese im Zuge ihrer Abi-Vorbereitung mögliche Fragen klären können. Die Teilnahme am Unterricht war freiwillig, wobei sich die Lernenden trotzdem zu organisatorischen Zwecken melden sollten, falls sie zum Unterricht nicht erscheinen. Für diejenigen, die nicht kommen wollen oder können, erwachsen keine Nachteile. Die Lehrkräfte sollen dafür sorgen, dass sie Lösungen beziehungsweise Erklärungen zu den behandelten Aufgaben bekommen.

Wie lief der "erste" Schultag nun ab? Ich kann euch sagen, dass unsere Schulleitung einen enormen Organisationsaufwand betrieben hat, um alle Hygienemaßnahmen umsetzen zu können. Direkt am Eingang wurden Desinfektionsmittel aufgestellt, sodass sich die Jugendlichen beim Betreten des Schulgebäudes die Hände desinfizieren konnten. Zusätzlich wurden Mund- und Nasenschutzmasken zur Verfügung gestellt. Wir Lehrkräfte sollten immer darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler einzeln sowohl das Schulgebäude als auch die Klassenräume betreten. Größere Kursgruppen wurden aufgeteilt, damit nie mehr als sieben Leute gleichzeitig Unterricht hatten. Die Tische wurden im Vorfeld weit auseinandergerückt. In den Durchgängen und in der Pausenhalle sollte sich niemand aufhalten. Zusätzlich wurde in der Schule eine "Einbahnstraße" eingerichtet, sodass sich die Schülerinnen und Schüler beim Betreten und Verlassen des Schulgebäudes nicht entgegenkommen. In jeder Lerngruppe wurde die Sitzordnung festgehalten und soll auch beibehalten werden, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Die Stimmung in der Schule war anfangs etwas bedrückt. Natürlich ist es für die Jugendlichen komisch, ihre Freunde zu sehen, sie jedoch nicht in den Arm nehmen zu können oder sich ins Schulcafé zum Plaudern zusammenzusetzen. Vereinzelt haben sich auch einige nicht an die Vorschriften gehalten und die üblichen Begrüßungsrituale praktiziert. Auch an den Anblick mit Masken mussten sich alle erst einmal gewöhnen, wobei das Tragen von Masken zumindest bei uns an der Schule nicht verpflichtend ist, sodass sie im Unterricht dann auch wieder von den meisten abgesetzt wurden. Nachdem wir den "Unterricht" gestartet haben, lockerte die Stimmung jedoch nach und nach auf. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Fragen gestellt und sich auf die Aufgaben konzentriert. Unterricht im klassischen Sinne mit Methodeneinsatz oder unterschiedlichen Kooperationsformen konnte natürlich nicht stattfinden – es war hauptsächlich Einzelarbeit oder Frontalunterricht angesagt. Aber die Lernenden haben tapfer durchgehalten! :-)

Unterm Strich muss ich jedoch sagen, dass sich das Homeschooling zumindest in der Oberstufe so gut etabliert hat, dass der Unterricht in der Schule unter jetzigen Bedingungen nicht unbedingt besser ist. Denn über Videokonferenzen via Zoom oder Skype haben wir zuletzt gut kommunizieren können – und sogar kooperativ gearbeitet. Dazu habe ich die Schülerinnen und Schüler immer in Kleingruppen eingeteilt, sodass sie über Video-Kommunikation miteinander arbeiten konnten. Dennoch tat es gut, nach so langer Zeit alle mal wiederzusehen – auch wenn es anders als sonst ablief.

Bei den Kleinen gestaltet sich das Homeschooling ein bisschen schwieriger. Hier versuche ich mir mit YouTube- oder auch eigenen Erklärvideos und ausführlichen Kommentaren oder Rückmeldungen zu behelfen. Die Kinder reichen mir die Aufgaben via E-Mail ein und ich gebe mein Bestes, sie so ausführlich wie möglich zu kommentieren. Aber es ist trotzdem sehr schwer, zu überprüfen, inwieweit die einzelnen Schülerinnen und Schüler den Stoff auch wirklich verstanden haben, sodass ich dann mit dem nächsten Thema weitermachen kann.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Homeschooling gemacht? Wie geht ihr mit der Situation um? Schreibt mir doch einfach! Ich würde mich über eure Erfahrungsberichte sehr freuen. :-)

Eure Anna

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ich heiße Anna und mache gerade mein Referendariat an einer kleinen Schule in NRW. Meine Fächer sind Englisch und Französisch. So oft ich kann, blogge ich hier und berichte von meinem Weg ins Lehrerleben. Begleitet mich und schreibt mir gerne, wie es euch im Ref ergeht!

Eure Anna