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Zurück zur Normalität – aber wie?

Homeoffice, Homeschooling – das klingt so fesch und zeitgemäß. Letzteres ist für Schule jedoch nur bedingt angemessen. So gut es auch am Anfang lief, stößt das Konzept des Fernunterrichts bei mir immer mehr und mehr auf Grenzen.

Aber zunächst einmal das Positive: Die jetzige Situation hat mich persönlich in puncto moderne Medien und nützliche Apps für den Unterricht weiter vorangebracht als 1,5 Jahre Ref-Ausbildung. In meinem Fall liegt es nicht an den Ausbildungsinhalten; unser Zentrum für Lehrerausbildung (ZfsL) hat durchaus die Nutzung moderner, digitaler Angebote auf dem "Lehrplan" gehabt. Ich persönlich habe die vorgestellten Apps jedoch nie so richtig genutzt. Das liegt hauptsächlich daran, dass meine Schule noch kein schuleigenes WLAN besitzt, sodass ich die Learning-Apps im Unterricht nicht verwenden konnte und demnach auch nicht die Notwendigkeit sah, mich weiter damit auseinanderzusetzen.

Durch Corona war dann die "Notwendigkeit" aber akut da! Mit einigen Apps (zum Beispiel Kahoot, LearningSnacks) habe ich gute Erfahrungen gemacht – vor allem im Bereich der Vokabelarbeit. Ich konnte damit zum Beispiel Vokabelabfragen oder kleinere Vokabelquizz-Spiele machen. Super ist es auch, dass sich die Schülerinnen und Schüler die Vokabeln vorsprechen lassen können, um sich die Aussprache besser einzuprägen. Auch mit Teams habe ich gute Erfahrungen gemacht, da es vielfältige Einsatzmöglichkeiten bietet – über Chat, Videofunktion, auch können Aufgaben an die Schüler darüber verteilt werden. Mit dem Lehreraccount kann ich dann sehen, wer wann die Aufgaben bearbeitet hat.

Bei all den technischen Möglichkeiten ist es trotzdem im Moment sehr schwer zu "unterrichten" (vor allem bei den Kleinen). Am Anfang habe ich viele Wiederholungsaufgaben aufgegeben – das ging noch ziemlich gut. Mit der Zeit habe ich dann angefangen, auch neuen Lernstoff einzubauen (über Erklärvideos, mithilfe von Grammatikbüchern oder eigenen Grammatikarbeitsblättern), was bei einfachen Themen, wie zum Beispiel den französischen Stammformen von "wollen" oder "können" auch noch gut klappte. Je komplexer die Themen werden, desto schwieriger fällt es mir jedoch, den Stoff zu vermitteln. Mir als Lehrerin fehlt nämlich jeglicher Einblick, ob die Lernenden die komplizierten Zusammenhänge auch wirklich verstanden haben. Ich habe zwar einige Tests und eine Klassenarbeit schreiben lassen (natürlich unbenotet); einige Schülerinnen und Schüler haben diese auch bearbeitet, von anderen habe ich aber trotz mehrfacher Erinnerung noch nichts gehört. Wie ich nun weitermachen soll – keine Ahnung! Wieder neuen Stoff draufsetzen und die Gefahr eingehen, dass sehr viele überhaupt nicht mehr mitkommen?...

Wie klappt es bei euch an der Schule? Habt ihr irgendwelche Konzepte entwickelt, die ihr als hilfreich empfindet? Über (Tool-) Tipps oder die eine oder andere Anregung würde ich mich sehr freuen. :-)

Eure Anna

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