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Der erste Eindruck zählt ... hoffentlich nicht immer

Hallo meine Lieben, wie versprochen melde ich mich mit meinen Erlebnissen aus den Schulen der Fachleiter zurück. Es waren insgesamt zwei Wochen (jeweils eine Woche pro Unterrichtsfach), die wir in Kleingruppen à 3 bis 6 Personen hospitieren und unterrichten sollten.

Nun, es begann damit, dass wir erfahren haben, dass die Tage recht lang werden - von morgens 8 bis ca. 16 Uhr abends. Naja, und dann war zuhause noch lange kein Feierabend, die Unterrichtsplanung für den nächsten Tag erledigt sich leider nicht von sich selbst. Am ersten Tag haben wir hospitiert, und am nächsten Tag durfte dann auch schon gleich jemand von uns übernehmen. Ich hatte das Glück, die Erste zu sein... Ich kann mich noch genau an den Abend vor der ersten Stunde erinnern: Ich kam irgendwann gegen 19 Uhr nach Hause und setzte mich an den Schreibtisch, in der Hoffnung, irgendeine geniale Idee für den Unterricht zu bekommen. Die große Erleuchtung blieb allerdings aus, stattdessen wurde es immer dunkler und dunkler. Die grobe Planung stand zwar relativ schnell fest, das Problem waren dann aber die Details. Ich hätte nie gedacht, dass man Stunden damit verbringen kann, einen motivierenden Einstieg für eine Grammatikstunde zu finden oder auch ein einziges Arbeitsblatt zu erstellen. Um es kurz zu fassen, es war ein langer Abend und ich bin auch nicht wirklich fertig geworden.

Demensprechend verlief der Unterricht. Schon beim Einstieg ist mein Zeitplan auseinandergefallen. Ich habe mit einem Spiel angefangen, das leider viel zu lange dauerte. In dem Spiel sollten Formen wiederholt werden: Die Schüler hatten aber mit der Übung viel mehr zu kämpfen als ich es gedacht hatte. So zog sich das Spiel - gefühlt ins Unendliche. Ich habe es trotzdem laufen lassen, weil mir keine Alternative eingefallen ist. Danach wurde ich immer hektischer und in meiner Fragestellung kleinschrittiger, um das eigentliche Stundenthema überhaupt noch ansprechen zu können.

In der Nachbesprechung wurde dann entsprechend von der Impulstechnik bis hin zur Stundengestaltung alles auseinandergenommen - zwar auf eine nette, aber doch sehr deutliche Art und Weise. Aber gut, danach wusste ich zumindest, wie ich es NICHT machen sollte. Und es konnte nur noch besser werden: Die nächsten Stunden liefen dann zum Glück auch ziemlich gut :) - da hatte ich aber auch ein ganzes Wochenende zur Verfügung, an dem ich jeden einzelnen Schritt und Impuls bis ins letzte Detail durchdenken konnte. Trotzdem blieb natürlich ein mieser Nachgeschmack zurück - ich weiß nicht, welchen ersten Eindruck ich bei meinem Fachleiter insgesamt hinterlassen habe.

Die zweite Woche war deutlich entspannter. Wir mussten zwar auch selbst unterrichten, aber mit der Planung konnten wir bereits in der Schule anfangen. Das, was ich aus dieser Woche vor allem mitgenommen habe, ist, dass ich jetzt weiß, was dem Fachleiter wichtig ist: DIFFERENZIERUNG und SCHÜLERAKTIVIERUNG! Jetzt muss ich nur noch in den Unterrichtsbesuchen an der Umsetzung feilen. :)

Kennt ihr solche Tage an den Schulen der Fachleiter? Wie ist es euch ergangen? Ich war so glücklich, als diese zwei Wochen vorüber waren... Und das Schönste war: Ich hatte danach ein freies und entspanntes Wochenende zum Feiern und Beine hochlegen. ♥ :)

Nach diesem Wochenende lerne ich dann endlich meine Ausbildungsschule kennen! Ich freue mich schon sehr und bin sooo gespannt auf die Zeit... Ich werde euch Anfang Januar mehr berichten! Bis dahin wünsche ich euch ein frohes, gesundes und glückliches Jahr 2019!

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Hallo zusammen,

ich heiße Anna und mache gerade mein Referendariat an einer kleinen Schule in NRW. Meine Fächer sind Englisch und Französisch. So oft ich kann, blogge ich hier und berichte von meinem Weg ins Lehrerleben. Begleitet mich und schreibt mir gerne, wie es euch im Ref ergeht!

Eure Anna