Das Projekt "Aufgeklärt statt autonom"

Projekthintergrund

Das Projekt "Aufgeklärt statt autonom - Hessische Aufklärungskampagne zur Prävention von Linksextremismus für die Schulen" wird im Rahmen des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert und stellt Schulen und Lehrkräften abgesichertes und didaktisch aufbereitetes Material zur Verfügung, um das Thema Linksextremismus im Unterricht zu behandeln. Schulen können die 12 Plakate im Schulgebäude aufhängen und als Ausstellung präsentieren. Darüber hinaus können Lehrkräfte die Plakate als Material im Unterricht einsetzen. Unterstützend dazu stellen wir zu jedem Plakat Arbeitsblätter bereit, mit denen die Schülerinnen und Schüler die Plakatthemen vertiefend erarbeiten können.

Warum Linksextremismus-Prävention?

Das Ausmaß der Gewalt und der Zerstörungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg haben den Linksextremismus wieder in den Blickpunkt der medialen und politischen Aufmerksamkeit gerückt, wo kontrovers bis polemisch über die Gefahr durch Linksextremismus diskutiert wird. Eine objektive Beurteilung der Gefährdung durch den Linksextremismus ist aufgrund seiner Zersplitterung in viele Teilgruppen nicht einfach. Politisch spielen linksextreme Parteien - wie die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) oder die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands - kaum eine Rolle. Die größte Gefahr geht von der Autonomen Szene aus, der auch ein Großteil der gewalttätigen Demonstranten beim G20-Gipfel in Hamburg zugerechnet werden. Ideologisch und organisatorisch lassen sich die Autonomen nur schwer fassen: Feste Organisationsstrukturen existieren nicht - nur schwach organisierte Personenzusammenschlüsse. Ein wirkliches politisches Programm haben die Autonomen nicht - allenfalls Versatzstücke aus den Theorien des Anarchismus, wie etwa die ablehnende Haltung gegenüber dem Staat oder der Glaube an eine Gesellschaft ohne Macht und Herrschaft. Im Zentrum ihres Selbstbildes steht die eigene Autonomie. Die politischen Betätigungsfelder sind dementsprechend stetig im Wandel. Die Überschreitung der Grenze zur Strafbarkeit und die Anwendung von Gewalt - fast immer gegen Polizisten oder Rechtsextreme - wird dabei als Ausdruck konsequenten Handelns verstanden und gilt darüber hinaus auch als Akt der individuellen Selbstbefreiung. Die Formen der Gewaltanwendung sind vielfältig. Insbesondere die Erhöhung der Gewaltintensität gegenüber Polizisten in den letzten Jahren ist auffällig.

Insgesamt, so Extremismusforscher Pfahl-Traughber, "darf das Gefahrenpotential des Linksextremismus in der Bundesrepublik [...] weder dramatisiert noch verharmlost werden. Es gibt gute Gründe dafür, die Gefahr durch Islamismus und Rechtsextremismus höher einzuschätzen. Diese Einsicht gestattet aber weder Desinteresse noch Ignoranz gegenüber dem Linksextremismus."

Lehrkräften steht kaum Unterrichtsmaterial zur Verfügung, das Linksextremismus thematisiert und das sich in der schulischen Extremismusprävention einsetzen lässt. "Im Prozess der Radikalisierung muss man Eltern, Schulen, Sozialarbeit und politische Bildung stärker mit einbeziehen", so der Extremismusforscher Hans-Gerd Jaschke. Linker Extremismus beginnt nicht mit einem Steinwurf auf einer Demonstration. Linker Extremismus beginnt mit der Herausbildung von Meinungen und Überzeugungen, die sich zunehmend radikalisieren. An diesem Punkt kann und sollte politische Bildungsarbeit in den Schulen und außerschulischen Einrichtungen entgegenwirken.

Der Fördergeber und Projektpartner

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Das Projekt wird im Rahmen des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" des Hessischen Innenministeriums gefördert.

Hessisches Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE)

Das HKE im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport koordiniert die landesweiten Bemühungen zur Prävention und Intervention gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen in allen Phänomenbereichen. Es ist Ansprechpartner bei Fragen zu bestehenden oder geplanten Programmen/Projekten und berät über die Förderungsmöglichkeiten entsprechender Maßnahmen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden alle relevanten staatlichen wie nicht-staatlichen Akteure vernetzt und sowohl bei der Identifizierung aktueller Problemfelder als auch bei der Umsetzung wirkungsvoller Konzepte unterstützt.

Mehr unter www.hke.hessen.de

Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.

Der Verein verfolgt den gemeinnützigen Zweck, die Bildung und Erziehung der Jugend zu fördern. Zur Erfüllung dieses Zweckes erstellt der Verein insbesondere Informationsmaterial, mit dem er sich an Kinder und Jugendliche sowie an die für die Erziehung, Bildung und Ausbildung Verantwortlichen in Elternhaus, Schule, Betrieben, Jugend- und Sportverbänden sowie an andere Institutionen wendet. In der Mitgliederschaft sind Bildungsexperten der Bundesländer und der Sozialpartner vertreten. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder werden Bildungsexperten benannt, die an der konzeptionellen Entwicklung mitarbeiten, das Projekt pädagogisch und bildungspolitisch beraten sowie das Projekt im Fachbeirat begleiten.

Eduversum GmbH

Die Eduversum GmbH setzt als Verlag und Bildungsagentur Bildungsprojekte, ergänzende Unterrichtsmaterialien und Veranstaltungen im Kontext Bildung um. Mit www.lehrer-online.de betreibt die Eduversum GmbH das größte deutschsprachige Bildungsportal, entwickelt und veröffentlicht Schul- und Fachbücher sowie crossmediale Bildungsangebote - teilweise weltweit. Für öffentliche sowie private Partner und Auftraggeber realisiert und betreut das Unternehmen komplexe Bildungsprojekte zu vielfältigen Themen, die Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche in allen Schulformen, Schulstufen und Schulfächern ansprechen.

Mehr unter www.eduversum.de

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