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Die Lösung liegt meist so nah

Beim Umgang mit Kindern wird immer wieder eines klar: Warum sollte man Dinge komplizierter machen, als sie sind? Durch Kinderaugen betrachtet, liegt die Lösung meist auf der Hand: Das Wochenende ist zum Austoben da und nur wer etwas ausprobiert, kann seine eigenen Erfahrungen sammeln – wenn auch nicht die, die Herr Klafki vielleicht erwartet hat.

Liebe Eltern, geht mit euren Kindern am Wochenende raus - bitte!

In meiner Kindheit nutzten meine Freundinnen und Freunde und ich die freie Zeit am Wochenende, um Weltbewegendes zu erleben: Dämme bauen, Wälder erkunden, den richtigen Stock für alles Mögliche finden, durch Pfützen springen, Kaulquappen fangen, Blätter sammeln, den längsten Regenwurm finden... und und und. Das hat nicht nur jede Menge Spaß gemacht und war gesund, weil wir an der frischen Luft waren, sondern hatte auch einen positiven Nebeneffekt: Durch das Austoben am Wochenende waren wir montags für unsere Lehrerinnen und Lehrer halbwegs zu ertragen.

Frage ich heutzutage an Montagen Schülerinnen und Schüler, was sie am Wochenende alles erlebt haben, kommen überwiegend Antworten wie: Super Mario Maker gespielt, Nintendo gespielt, Tablet gespielt, Filme und/oder TV geschaut. Super. Ganz toll. Ausgezeichnet. "Wart ihr auch mal draußen?" Schweigen. Aber nicht lange. Denn durch das fehlende Austoben am Wochenende sind die Kinder vollkommen unausgelastet, unkonzentriert, unaufmerksam und hibbelig. Wie ein Hund, der zwei Tage nicht raus durfte. Wie ein Hamster im Rad - auf Amphetaminen. Und ohne Rad. Wie eine Katze, der man beim Fressen heimlich eine Gurke an die Seite legt. Da geht's ab. Da geht's rund.

Dabei ist die Lösung so einfach: Liebe Eltern, geht mit euren Kindern raus! Sie werden es euch danken. Und ihre Lehrkräfte auch. Vor allem montags. 

Das Licht im Dunkeln

Pause. Zufällig werde ich Zeuge, wie einer meiner Schüler versucht, sich selbst im eigenen Spind einzuschließen. Irritiert eile ich schnellen Schrittes zu ihm und merke an: "Mensch Manni, sag mal, was hast du denn vor? Da kann ja wer weiß was passieren. Bitte komme da mal wieder raus." Entspannt entgegnet Manni: "Ganz ruhig Herr Klafki, ich habe da drinnen nur etwas gesucht." Erstaunt frage ich: "Und, hast du es gefunden?" "Nein, zu dunkel da drinnen."

Da muss man erst einmal Ruhe bewahren können.

Der Name wurde von der Redaktion geändert.

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Hallo, ich bin Lehrer an einer Grundschule im schönen Norddeutschland und unterrichte dort die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst und Sport. Unter meinem Pseudonym "Du, Herr Klafki ..." berichte ich aus meinem turbulenten und amüsanten Grundschullehrer-Alltag. Viel Spaß beim Lesen meiner Grundschul-Anekdoten!