Der Häftlingsfreikauf

  • Geisteswissenschaften
  • Geschichte / Politik / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • Arbeitsblatt, Ablaufplan

Die Materialien dieser Unterrichtseinheit informieren über den Häftlingsfreikauf und bieten einen exemplarischen Einblick in die deutsch-deutschen Verhandlungen.

Beschreibung

Bis zum Fall der Mauer 1989 kaufte die Bundesrepublik aus DDR-Gefängnissen insgesamt mehr als 30.000 Personen gegen Geld frei, die nach ihrem freiheitlich-demokratischen Verständnis von der DDR zu Unrecht verurteilt worden waren. Der Freikauf bedeutete für die Inhaftierten, dass sie früher aus dem Gefängnis kamen. Seit 1965 wurden sie meistens in den Westen entlassen. Die Bundesregierung nannte dies "besondere Bemühungen im humanitären Bereich". Mithilfe des Unterrichtsmaterials sollen sich die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage verschiedener Quellen, Materialien und Zeitzeugenberichten eine eigene Meinung über den Freikauf bilden. Sie tauschen sich mit ihren Mitschülern darüber aus und üben sich im aktiven Zuhören und Argumentieren. Dabei haben sie sowohl die Handlungsräume von Menschen in einer Diktatur als auch die Souveränität und Verantwortlichkeit von politischen Entscheidungsträgern im Blick.

Für Lehrkräfte steht ein detaillierter Ablaufplan mit methodisch-didaktischen Hinweisen, mit Links zu Arbeitsblättern, weiterführenden Materialien und Zeitzeugenberichten bereit.

Arbeitsmaterialien

Vermittelte Kompetenzen

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler 

  • erklären, was der Freikauf ist.
  • recherchieren und tragen Argumente für und gegen einen Freikauf zusammen und diskutieren ihre Argumente.
  • recherchieren selbstständig Zeitzeugenbiografien.
  • lernen Zeitzeugen kennen, die an einem Freikauf beteiligt waren und diskutieren auf dieser Grundlage den Gegenwartsbezug des Erzählten.
  • definieren auf der Grundlage von Zeitzeugengesprächen eigene Interessen.

Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • identifizieren in verschiedenen Medienformaten Informationen, die für die gestellte Frage relevant sind.
  • erfassen unterschiedliche Perspektiven auf eine Situation.
  • vergleichen Informationen, stellen Verbindungen zwischen ihnen her und erklären Zusammenhänge.
  • lernen, Diskussionen argumentativ und rational zu führen.
  • schulen im Rahmen von Diskussionen die eigene Ausdrucksfähigkeit und aktives Zuhören.

Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansatz das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit.
  • analysieren und beurteilen Sachverhalte und Handlungen im Hinblick auf Interessenbezogenheit, beabsichtigte und unbeabsichtigte Nebenfolgen sowie ideologische Implikationen. 
  • formulieren in Ansätzen begründete Werturteile und revidieren diese gegebenenfalls zugunsten besser begründbarer Urteile.
  • beziehen Quellen in angemessener Weise mit in die eigene Argumentation ein.

In Kooperation mit

Zeitzeugenbüro

Das Portal www.zeitzeugenbuero.de ist ein Angebot der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Dort können bundesweit Zeitzeugen zur Geschichte von Demokratie und Diktatur nach 1945 recherchiert und kontaktiert werden. Über das Portal können darüber hinaus Biografien recherchiert, Unterrichtsmaterialien heruntergeladen und Anregungen für Exkursionen, Projekttage, Veranstaltungen und Vorträge gefunden werden. Die Online-Plattform ermöglicht außerdem die Recherche von Themen und Erinnerungsorten sowie didaktischen Materialien.

Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat den gesetzlichen Auftrag, die umfassende Aufarbeitung der Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in SBZ und DDR zu befördern, den Prozess der Deutschen Einheit zu begleiten und an der Aufarbeitung von Diktaturen im internationalen Maßstab mitzuwirken. Gemeinsam mit anderen Institutionen und zahlreichen Partnern im In-und Ausland unterstützt sie die Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen in der SBZ/DDR und in Ostmitteleuropa, um das öffentliche Bewusstsein über die kommunistische Gewaltherrschaft zu befördern.

Gefördert von

Bundesstiftung Aufarbeitung

Dieser Beitrag wurde gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.