Audiobericht einer vietnamesischen Vertragsarbeiterin

  • Geisteswissenschaften
  • Geschichte / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • Tondokument

In diesem Zeitzeugenbericht schildert eine Vertragsarbeiterin ihre ersten Eindrücke bei der Ankunft sowie ihren schwierigen Lebens- und Arbeitsalltag in der DDR.

Beschreibung

Den Arbeitskräftemangel versuchte die DDR mit Arbeitern aus dem Ausland zu beheben. Zur Ausbildung und Beschäftigung von Arbeitskräften schloss sie deshalb Abkommen mit Ungarn, Polen, Algerien, Kuba, Mosambik und Vietnam ab. Ausländische Arbeiter aus diesen Ländern konnten maximal zwei Jahre im Land bleiben. Meist übten sie körperlich schwere oder monotone Tätigkeiten aus. Erfüllten sie vorgegebene Arbeitsnormen nicht oder verstießen sie gegen die "sozialistische Arbeitsdisziplin", dann drohte ihnen vorzeitige Rückkehr in ihr Heimatland. In Wohnheimen untergebracht waren private Kontakte zur DDR-Bevölkerung schwer möglich, und auch von den DDR-Behörden nicht erwünscht.

In diesem Audiobeitrag erzählt eine ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiterin, wie sie das Leben und die Arbeit in der DDR erlebt. Dabei berichtet sie auch von Schwierigkeiten und Problemen im Zusammenhand mit den DDR-Behörden. Auch Konflikte mit der DDR-Bevölkerung werden an konkreten Beispielen angesprochen. Durch die anschauliche Erzählung ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug. Die Schülerinnen und Schüler erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erfahren wie es ihnen in der Fremde ergeht. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand".

Der Beitrag kann als Einstieg und als Diskussionsgrundlage in das Thema Vertragsarbeiter in der DDR genutzt werden.

Vermittelte Kompetenzen

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • setzen sich mit der Lebens- und Arbeitssituation von Vertragsarbeitern in der der DDR auseinander.
  • kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen.

Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • üben sich im zielgerichtenten Zuhören.
  • identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung thematisch relevanter Fragen von Bedeutung sind.

Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. 
  • beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet.
  • formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

In Kooperation mit

Deutsches Historisches Museum

Die Stiftung Deutsches Historisches Museum (DHM) ist eine Stiftung sowie ein Museum für deutsche Geschichte. Es versteht sich als Ort der "Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern".

Gefördert von

Bundesstiftung Aufarbeitung

Dieser Beitrag wurde gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.