Audiobericht Beschwerdebrief eines algerischen Vertragsarbeiters

  • Geisteswissenschaften
  • Geschichte / Politik / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • Tondokument

Dieser Erfahrungsbericht schildert in Form eines Beschwerdebriefs, wie das Leben und Arbeiten als Vertragsarbeiter in der DDR entgegen der Versprechungen und Traumvorstellungen in Wirklichkeit aussah.

Beschreibung

Den Arbeitskräftemangel versuchte die DDR mit Arbeitern aus dem Ausland zu beheben. Zur Ausbildung und Beschäftigung von Arbeitskräften schloss sie deshalb Abkommen mit Ungarn, Polen, Algerien, Kuba, Mosambik und Vietnam ab. Ausländische Arbeiter aus diesen Ländern konnten maximal zwei Jahre im Land bleiben. Meist übten sie körperlich schwere oder monotone Tätigkeiten aus. Erfüllten sie vorgegebene Arbeitsnormen nicht oder verstießen sie gegen die "sozialistische Arbeitsdisziplin", dann drohte ihnen vorzeitige Rückkehr in ihr Heimatland. In Wohnheimen untergebracht waren private Kontakte zur DDR-Bevölkerung schwer möglich, und auch von den DDR-Behörden nicht erwünscht.

In diesem Audiobeitrag wird ein Beschwerdebrief eines ehemaligen Vertragsarbeiters aus Algerien an die Werksleitung vorgelesen, in dem er sich über die Arbeits- und Lebensbedingungen beschwert. Dabei geht es vor allem um den Widerspruch zwischen den von der DDR-Regierung und den Behörden getroffenen Versprechungen in Bezug auf die Arbeits- und Lebensqualität sowie den versprochenen Lohn und der Realität vor Ort.

Durch die anschauliche Erzählung ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug. Die Schülerinnen und Schüler erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erfahren, wie es ihnen in der Fremde ergeht. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand".

Der Beitrag kann als Einstieg und als Diskussionsgrundlage in das Thema Vertragsarbeiter in der DDR genutzt werden.

Vermittelte Kompetenzen

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • setzen sich mit der Lebens- und Arbeitssituation von Vertragsarbeitern in der DDR auseinander.
  • lernen zentrale Argumente der DDR-Regierung und DDR-Behörden kennen, um Vertragsarbeiter zu gewinnen.
  • kennen Motive, die Menschen dazu bewegten, als Vertragsarbeiter in der DDR zu arbeiten.
  • erkennen Widersprüche zu den von der Regierung und den Behörden gemachten Versprechungen und der Wirklichkeit.

Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • üben sich im zielgerichtenten Zuhören.
  • identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung thematisch relevanter Fragen von Bedeutung sind.

Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit.
  • beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. 
  • formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

In Kooperation mit

Deutsches Historisches Museum

Die Stiftung Deutsches Historisches Museum (DHM) ist eine Stiftung sowie ein Museum für deutsche Geschichte. Es versteht sich als Ort der "Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern".

Gefördert von

Bundesstiftung Aufarbeitung

Dieser Beitrag wurde gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.