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Podcast "Homeschooling hautnah" Folge 3: Gymnasiallehrer aus Eschborn

In der dritten Ausgabe des Podcasts "Homeschooling hautnah" berichtet ein Gymnasiallehrer aus dem hessischen Eschborn, wie die ersten Wochen des Homeschoolings aus seiner Sicht liefen und auch welche Perspektiven sich in Hinblick auf den DigitalPakt ergeben können.

Video-Podcast: Digitalisierung und Schule der Zukunft

Drei Wochen Homeschooling sind nun Geschichte. Wie sieht der Alltag der Lehrkräfte mittlerweile aus? Wie praktikabel ist die die aktuelle Vorgehensweise? Welche Erkenntnisse konnten bisher schon für die Zukunft gewonnen werden? Diese und viele weitere Fragen beantwortet uns ein Lehrer eines Gymnasiums aus dem hessischen Eschborn.

Neue Wege gehen

Geregelte Arbeitszeiten gibt es praktisch nicht mehr: Da der Weg morgens zur Schule wegfällt und sämtliche Arbeit in den eigenen vier Wänden stattfindet, ist diese auch unstrukturierter geworden. Das größte Problem dabei ist es, neue Material- und Kommunikationsformen zu finden. Wie diese aussehen, ist jeder Lehrkraft selbst überlassen. Es gibt keine zentrale Schulplattform, über die Kommunikation stattfindet oder Arbeitsaufträge verteilt werden. Dies geschieht in der Regel über E-Mail mit den Lernenden. Die Schule lässt den Lehrkräften dabei allerdings auch viel Freiraum zur eigenen Gestaltung. Wichtig ist lediglich, dass überhaupt Austausch stattfindet.

Eltern als Ersatz für die Lehrkraft?

Die aktuell praktizierte Form des Unterrichts funktioniert unter den gegebenen Umständen. Unterricht ist jedoch immer auch als kommunikativer und sozialer Prozess zu verstehen. Dieser Prozess kann allerdings zur Zeit nicht stattfinden. Dies führt nicht zuletzt auch zu einer gewissen Anspannung unter den Lehrkräften, aber vor allem auch unter den Eltern: Welche Rolle sollen diese jetzt übernehmen? Müssen Eltern dafür sorgen, dass die Arbeitsaufträge korrekt bearbeitet werden? Die Antwort darauf ist: Nein! Auch jetzt ist es nicht Aufgabe der Eltern zu kontrollieren, wie die Kinder und Jugendlichen ihre Arbeit erledigen. Es reicht darauf zu achten, dass überhaupt gearbeitet wird.

Chance für den DigitalPakt

Trotz vieler Probleme und Hürden ist diese Zeit auch eine Chance: Für die Zukunft sind nun viele Lehrerinnen und Lehrer, Lernende und auch Eltern vorbereitet. Das ist nicht auf eine mögliche weitere Krise bezogen. Vielmehr wird aktuell die Chance geboten, digitales Lernen und Lehren auszuprobieren und daraus etwas mitzunehmen, sodass Schule insgesamt digitaler werden kann.

Kommentare

  1. Vulcanix am 09.04.2020
    Ergänzung: Es gibt sehr wohl Lernplattformen - etwa iServ oder Moodle. Viele Schulen haben diese auch schon seit Jahren eingerichtet und in Gebrauch! Was diese leisten können, wenn man sie beherrscht, zeigt sich in der aktuellen Situation!
    Direkten Kontakt auch mit Lerngruppen kann mit dem Programm Teamviewer oder mit Skype hergestellt werden - vorausgesetzt, dass die Technik zuhause existiert und die Datenübermittlung leistungsfähig genug ist.
    Außerdem kann das umfangreiche und oft gut gestaltete Angebot von Lernvideos etwa auf Youtube, br-alpha (https://www.br.de/alphalernen/index.html) genutzt werden - wenn die Lehrperson sich vorher damit befasst hat und Empfehlungen geben kann.
    All das ersetzt nicht komplett den Unterricht in der Schule - kann ihn aber sinnvoll ergänzen und auch nzukünftig effektiver machen.

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