Didaktischer Mehrwert von WebQuests

Der didaktische Mehrwert erklärt sich durch die ablaufenden Lernprozesse und den konstruktivistischen Lernansatz.

Förderung neuer Lern- und Arbeitsformen

Neue Anforderungen

Die Methode WebQuest enthält viele Elemente, um sinnvolle und effektive Lernprozesse anzuregen. Sie ist zudem geeignet, den neuen Erfordernissen in der Arbeitswelt und in der Berufsschule Rechnung zu tragen. Die Einführung der Lernfelder stellt die Auszubildenden vor neue Herausforderungen - die Fülle des Lernstoffs nimmt zu, auch ändern sich Arbeits- und Kommunikationsformen. Gruppenarbeit wird verstärkt praktiziert samt Präsentation der Arbeitsergebnisse. Neue Formen der Lernerfolgskontrolle wie zum Beispiel Referate unter Einbeziehung von Internet-Quellen werden erprobt.

Möglichkeiten durch WebQuests

WebQuests können diese neuen Lern- und Arbeitsformen fördern durch:

  • ein hohes Maß an Eigenständigkeit und selbstbestimmtes Lernen.
  • eine hohe Identifikation mit den Lernaufgaben und damit verbundener Konzentrationssteigerung.
  • Einsatz einer Vielzahl von Arbeitsmitteln und Medien.
  • Öffnung des Unterrichts zur Lebenswirklichkeit.
  • spielerische Handlungsformen und Präsentationsmöglichkeiten, die die Kreativität anregen und fördern und zu stärkerer Lernfreude beitragen.

Schnittpunkte zu anderen Modellen

Das innovative und handlungsorientierte Unterrichtsmodell hat Berührungspunkte zu anderen didaktischen Modellen wie etwa der Leittextmethode oder dem Modell der vollständigen Arbeitshandlung.

Konstruktivistischer Lernansatz

Damit sind Lernprozesse angesprochen, die eher konstruktivistisch (Lernen durch aktive Eigenkonstruktion) geprägt sind. Moser hat - in Bezug auf Brandl - versucht, die Basisannahmen dieses Lernansatzes auf das Modell WebQuest zu übertragen:

Wissen ist unabgeschlossen

Darauf basiert das Modell der Lernspirale bei WebQuests. Schülerinnen und Schüler nutzen die Ressourcen des Internet oder bereits bestehender WebQuests, bearbeiten und verändern sie und entwickeln daraus eigene Wissenswelten und Problemlösungen.

Wissen wird individuell und in sozialen Bezügen konstruiert

Für WebQuests ist wichtig, dass es sich nicht einfach um "befohlene" Aufgaben handelt, sondern dass die Schülerinnen und Schüler aus ihrer Bedürfnislage und ihrer Neugier heraus eigene Interessen an den Aufgabenstellungen entwickeln.

Lernen ist ein aktiver Prozess

Die Wissensbasis wird nicht vorgegeben, sondern sie wird von den Schülerinnen und Schülern durch gezielte Recherchen erst erstellt.

Lernen in vieldimensionalen Bezügen

Bei der Planung von WebQuests ist wichtig, dass zwischen den Quellen und Informationen vielfältige Bezüge gesucht und hergestellt werden. Es sollen verschiedenartige Zusammenhänge untersucht werden, die zur Lösung der Lernaufgabe beitragen können. Die Vieldimensionalität bezieht sich auch auf die Vielfalt der Arbeits- und Vermittlungsformen: Gruppendiskussionen, individuelle Recherche, Agieren aus der Spielrolle und damit Betrachten des Lerngegenstands aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Lernende erfahren so wenig wie möglich Außensteuerung

Wesentlich ist, dass die Schülerinnen und Schüler motiviert werden können, möglichst selbstständig an den ihnen gestellten Aufgaben zu arbeiten.

Lehrende fungieren als Berater von Lernprozessen

Die Lehrkräfte vermitteln weniger auf direkte Weise den Lernstoff. Sie bieten dann Hilfestellung an, wenn sie Probleme in der Zusammenarbeit zwischen den Schülerinnen und Schülern feststellen oder wenn diese allein im Arbeitsprozess nicht mehr weiterkommen.

Unterrichtsergebnisse sind nicht vorhersehbar

Gerade bei der Recherche aus dem Internet ist es wahrscheinlich, dass die Schülerinnen und Schüler auf Webseiten mit neuen und fruchtbaren Inhalten stoßen. Damit verbunden werden sich Zielsetzungen und Arbeitsergebnisse verändern und neue hinzukommen.

Autor
Avatar Wolfgang Schmitt-Kölzer

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Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.