Aktivitäten in der Schulsternwarte

Eigene Beobachtungsprojekte werden durchgeführt. Zudem werden Vorträge organisiert, Führungen, Beobachtungsabende und ein „Astronomie für Kids“-Programm angeboten.

Beobachtungsprojekte und Veröffentlichungen

Bereits im Winter 2001/2002 fanden in Betzdorf die CCD-Beobachtungen für unser Projekt "Farben-Helligkeits-Diagramme offener galaktischer Sternhaufen" statt. Dabei wurden Farben-Helligkeits-Diagramme von acht galaktischen Sternhaufen erstellt, aus denen Alter und Entfernung der Sternhaufen bestimmt werden konnten. Dieses erste in der Sternwarte Betzdorf durchgeführte Projekt wurde als einer der deutschen Beiträge zum Physics-on-Stage-2-Festival im April 2002 bei der ESA in Noordwijk (Niederlande) ausgewählt und in einer Fachzeitschrift veröffentlicht (Stinner, Peter; Bieler, Fabian: Farben-Helligkeits-Diagramme offener Sternhaufen, Astronomie + Raumfahrt, 40, 1/2003). Eine Darstellung des Projektes finden Sie auch bei Lehrer-Online:

Öffentliche Veranstaltungen

Auf Nachfrage bieten unsere Schülerinnen und Schüler Sternwartenführungen und Beobachtungen für Kindergartengruppen, Schulklassen und Jugendgruppen an. Bei Finsternissen und Transiten öffnen sie die Sternwarte für alle Interessenten. Um dem offensichtlich in der Bevölkerung vorhandenen großen Interesse an astronomischen Fragestellungen gerecht zu werden, wurden drei Serien regelmäßiger öffentlicher Veranstaltungen in der Sternwarte etabliert:

  • Astronomische Abende
  • Bundesweite Astronomietage
  • Astronomie für Kids

Astronomische Abende

Vorträge

Die Reihe der "Betzdorfer Astronomischen Abende" startete im Juli 2004 mit dem Vortrag "Von der Erde durch das Sonnensystem in die Galaxis". Referent war Peter Stinner vom Kopernikus-Gymnasium Wissen. Mit der zweiten Veranstaltung im März 2005 wurde die wieder belebte Sternwarte offiziell eingeweiht. Dr. Michael Geffert aus Bonn hielt vor vollem Saal den Festvortrag zum Thema "Außerirdisches Leben?". Daneben stand Dr. Geffert für eine mehrstündige Veranstaltung mit der im Schuljahr 2004/2005 neu gegründeten Astronomie-AG der Realschule Betzdorf zur Verfügung. Mit Prof. Dr. Udo Backhaus von der Universität Essen fand im September 2006 ein renommierter Astronomiedidaktiker den Weg nach Betzdorf. Thema seines Vortrags war "Die Bewegung der Planeten am Himmel und der Erde um die Sonne". Prof. Dr. Wilhelm Seggewiß (Observatorium Hoher List der Universität Bonn) war Hauptredner des vierten Betzdorfer Astronomischen Abends im September 2007 mit dem Vortrag "Zielscheibe Erde - Himmlische Geschosse bedrohen das Leben auf unserem Planeten."

Einbindung der Jugendlichen

Unsere Schülerinnen und Schüler sind in die organisatorischen Vorbereitungen der Astronomischen Abende an entscheidenden Stellen eingebunden:

  • Sie betreuen die Gäste, präsentieren vor den jeweiligen Hauptvorträgen vor großem Publikum ihre Projekte,
  • umrahmen die Veranstaltungen musikalisch durch Live-Musik
  • und leiten nach den Vortragsveranstaltungen interessierte Besucherinnen und Besucher beim Beobachten durch das Sternwartenteleskop an.

Bundesweite Astronomietage

Die Vereinigung der Sternfreunde führt jährlich an einem Samstag im September den "Astronomietag" durch. Seit 2004 ist die Schulsternwarte Betzdorf mit öffentlichen Beobachtungen dabei. Nachmittags gibt es Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung, ab Beginn der Dunkelheit bis gegen Mitternacht sind dann die Paradeobjekte des Herbsthimmels im Visier. Bei bedecktem Himmel werden Sternwartenführungen, Vorträge und Posterausstellungen angeboten. Von dem Angebot machen überwiegend Familien mit Kindern und Jugendliche Gebrauch.

Astronomie für Kids

Kinder basteln drehbare Sternkarten
+Abb. 5: Kinder basteln drehbare Sternkarten.

Die Begeisterungsfähigkeit von Kindern für Astronomie hat uns veranlasst, gemeinsam mit der Abteilung Außerschulische Jugendarbeit beim Jugendamt der Kreisverwaltung Altenkirchen jährlich an mehreren Winterabenden die "Astrokids" in die Sternwarte Betzdorf einzuladen. Unter Anleitung unserer Schülerinnen und Schüler basteln Kinder im Alter von acht bis vierzehn Jahren zunächst drehbare Sternkarten (Abb. 5), deren Handhabung danach - je nach Wetterlage - am Nachthimmel oder am künstlichen Sternenhimmel eingeübt wird.

Der künstliche Sternenhimmel wird per Beamer an die Wand des Klassenraums projiziert. Die Erkundung der Sternwartenkuppel und der Blick durch das Teleskop (und sei es nur auf die künstlichen Lichtquellen der Stadt Betzdorf) dürfen an einem solchen Abend natürlich nicht fehlen (Abb. 6). Die Veranstaltungen sind regelmäßig ausgebucht.

"Astrokids" in der Kuppel der Schulsternwarte
+Abb. 6: "Astrokids" in der Kuppel der Schulsternwarte

Ausblick

Rotierende Scheiben und Flüssigkeit

Bei höheren Klassen lässt sich insbesondere die Technik mit rotierenden Scheiben und Flüssigkeit darstellen, welche aufgrund ihrer selbstreinigenden Eigenschaft besonders effizient ist. Das Wasser über Filterscheiben rotieren zu lassen, findet sich in zwei unterschiedlichen Arten von selbstreinigenden Querstromfilteranlagen wieder. Vergleichbar mit einem Karussell auf einem Volksfest rotieren die mehrschichtigen Filterscheiben um ihre eigene Achse durch das unbewegte, verschmutzte Wasser. Bei der zweiten Variante wird das verunreinigte Wasser im Filterbehälter durch Düsen in Rotation versetzt und bringt die zu filtrierende Flüssigkeit über statisch montierte Scheiben in Bewegung.

Peter Stinner ist Lehrer für Physik und Mathematik am Kopernikus-Gymnasium in Wissen (Rheinland-Pfalz). Er betreibt die Sternwarte der Geschwister-Scholl-Realschule in Betzdorf.

Autorin
Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.