Türkische Deutsche - deutsche Türken?!

Dass "Gastarbeiter" in Deutschland blieben, hat für viele mit externen Gründen zu tun. Die wirtschaftliche und politische Situation in der Türkei hinderte türkische Arbeitsmigranten daran, wieder zurück zu gehen. So blieben sie erst einmal.

"Einwanderer wider Willen"

Bleiben und sich einleben

Viele Türken, die nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, sahen sich in der Rolle des "Einwanderers wider Willen", und schlugen im Gegensatz zu Italienern, Spaniern und Griechen Wurzeln in Deutschland. Im Zuge der Familienzusammenführung, die eines der ersten Integrationsinstrumente der früheren BRD war, wurden die Kinder, Frauen und Geschwister geholt. Die damit einhergehende Zunahme der türkischen Wohnbevölkerung führte unweigerlich zum Ausbau einer türkischen Infrastruktur.

Integration geglückt

Integrationserfolge im Alltag

Heute gibt es unzählige türkische Friseurbetriebe, Fußballvereine, Versicherungs- und Immobilienbüros, Lebensmittelgeschäfte, Autowerkstätten, Bäckerein, Metzger, Banken, Reisebüros, Ärzte, Psychologen und sogar ein Altersheim. Dass Türken weitaus besser integriert sind und Deutschland nicht mehr als "Provisorium" betrachten, belegt der steigende Anteil der türkischen Bevölkerung an den ausländischen Wohnungs- und Hauseigentümern. Seit Anfang der 1980er Jahre wird beobachtet, dass sie vermehrt Investitionen in Immobilien tätigen und Bausparverträge abschließen.

Prominente mit Migrationshintergrund

Es gibt außerdem bemerkenswerte Karrieren in allen Bereichen der Kultur, Wirtschaft und Politik: Nazan Eckes, Gülcan Karahanci, Feridun Zaimoglu, Kaya Yanar, Fatih Akin, Vural Öger oder Cem Özdemir sind auch den Deutschen bekannt.

Die alte Heimat im Blick

Die Heimat der ersten Generation ist für die zweite und dritte Generation dennoch nicht nur ein schönes Reiseland - sie ist und bleibt identitätsbildend.

Autor
Avatar Yildiz Turak

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