(Such-)Tipps aus der Praxis

Diese Tipps beziehen sich auf Beispiele aus der Korrektur von Englischklausuren, sind aber leicht auf die anderen modernen Fremdsprachen übertragbar.

Quellenbewertung

Quantität lässt Qualität vermuten

Die Beurteilung, ob eine Wortgruppe sprachlich korrekt ist oder nicht, ist bei der Benutzung einer landespezifischen Version von Google eigentlich recht einfach: Eine hohe Anzahl von Suchergebnissen spricht für die sprachliche Korrektheit eines strings, eine fehlende oder geringe Zahl von Suchergebnissen spricht dagegen.

Quellenbeurteilung

Ins Grübeln gerät man, wenn sich Suchergebnisse im Bereich von über 50 und unter 100 Ergebnissen bewegen. Es empfiehlt sich dann, einen Blick auf die angegebenen Webseiten zu werfen. Sind unter den ersten zehn Ergebnissen wissenschaftliche Veröffentlichungen oder Zeitungsartikel aus dem betreffenden Land, spricht dies trotz der niedrigen Zahl der Suchergebnisse für die sprachliche Richtigkeit der Wortgruppe. Befinden sich unter diesen ersten zehn Begriffen Einträge aus Internetforen oder ähnlichen "weichen" Quellen, ist Skepsis geboten.

Die Reduktion der Suchanfrage

Langer String, kurze Ergebnisliste

Ich erinnere mich an eine sprachliche Wendung aus einer Englischklausur, bei der ich auch mit dem ALD nicht ermitteln konnte, ob sie korrekt war oder nicht, und bei der ich die Google-Suche mit folgender Suchanfrage benutzte: "wouldn't have had to serve the purpose of". Das Suchergebnis war "0"!

Suchwunsch klar definieren

Was war mein eigentlicher Suchwunsch? Ich wollte herausfinden, ob "serve the purpose" mit der Präposition "of" und folgendem Gerundium benutzt wird oder nicht. Also reduzierte ich die Suchanfrage auf meinen Suchwunsch ("serve the purpose of") und siehe da, dieser String war in 3250 Webseiten aus dem United Kingdom zu finden!

Tipps zur Reduktion

Es ist daher zu empfehlen, Pronomina, Eigennamen, Hilfsverben und/oder Artikel, die nicht Teil des Suchwunsches sind, bei der Suchanfrage wegzulassen.

Besondere Eignung der Suche mit Google

Idiomatik

Nach meiner Erfahrung eignet sich die Suche mit Google vor allen Dingen zur Überprüfung der Idiomatik. Ich habe selbst festgestellt, dass besonders in Oberstufenklausuren die Frage nach der Zielsprachengebräuchlichkeit von sprachlichen Wendungen zu einem wirklichen Korrekturproblem werden kann - und hier kann die Suche mit Google eine wertvolle Hilfe sein.

Dossier "Vertretungsstunden sind kein Hexenwerk"
Autor
Avatar Kurt Ludwigs

Zum Autoren-Profil

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.