Tolerant statt ignorant – eine virtuelle Ausstellung

Das Angebot "Tolerant statt ignorant – eine virtuelle Ausstellung für Demokratie und gegen Antisemitismus" bietet in vier Ausstellungsräumen vielseitige mediale Materialien und Inhalte zum Thema Judentum, zu der Geschichte des Antisemitismus sowie zu heutigen Ausprägungen.

Tolerant statt ignorant - Eingangsbereich - Screen mit vier Türen zu den unterschiedlichen Themenschwerpunkten der Ausstellung

Beschreibung

Antisemitismus ist eine der ältesten Formen der Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung. Noch immer stellt er eine Bedrohung für unsere Gesellschaft dar und ist weit verbreitet. Auch in Deutschland steigen die Zahlen antisemitischer Vorfälle in den letzten Jahren. So veröffentlicht etwa das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat seit 2001 in seiner jährlichen Polizeistatistik die Anzahl gemeldeter antisemitischer Straftaten. Seit 2015 ist die Zahl konstant gestiegen und hat 2019 einen Höchstwert von 2.032 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund erreicht – im Jahr zuvor wurden 1.799 Vorfälle erfasst. Die Dunkelziffer der nicht erfassten Vorfälle dürfte hoch sein. Denn Antisemitismus äußert sich auf vielfältige Weise. Seien es Drohungen und Hasskommentare im Internet, die Verbreitung von antisemitischen Bildern in Musik und Medien oder die tatsächliche Gewalt. Gegenwärtiger Antisemitismus tritt insbesondere in Bezug auf den Nahostkonflikt, Israel oder auch durch die Relativierung des Holocaust in Erscheinung und ist bis in die Mitte der Gesellschaft vertreten.

Durch ein niedrigschwelliges, medial vielfältiges und digitales Angebot, steigt die Bereitschaft Jugendlicher, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen. Die virtuelle Ausstellung "Tolerant statt ignorant" stellt vielfältige Materialien und mediale Angebote zur Verfügung und kann im schulischen oder außerschulischen Kontext genutzt werden. Sie ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sich eigenständig mit der Thematik auseinanderzusetzen. Sie werden für ihr jüdisches Umfeld und gegenwärtigen Herausforderung durch Antisemitismus sensibilisiert.

Die virtuelle Ausstellung "Tolerant statt ignorant" ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V. und wird aus Mitteln des Landesprogramms "Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert.

Umsetzung

Die virtuelle Ausstellung "Tolerant statt ignorant" kann online besucht und genutzt werden. Die Anwendung ist auf allen mobilen Endgeräten verfügbar und einsetzbar. Über einen Eingangsbereich kann zwischen den vier Ausstellungsräumen frei gewählt werden:

Der erste Raum "Was ist eigentlich jüdisch?" vertieft inhaltlich die religiösen und ethischen Grundlagen des Judentums und dessen Ausprägungen. Im Ausstellungsraum "Antisemitismus hat Geschichte" werden historische Sachverhalte wie der christliche Antijudaismus und der nationalsozialistische Antisemitismus thematisiert. Daran anschließend greift der Raum "Antisemitismus heute" gegenwärtige Erscheinungsformen auf – insbesondere in Bezug auf Israel und den Nahostkonflikt. Im vierten Raum wird nochmals der Blick auf Hessen gelenkt und die regionale Geschichte jüdischen Lebens beleuchtet.

In jedem Raum können verschiedene Themenschwerpunkte ausgewählt werden, die neben erklärenden Texten, vielseitige multimediale, interaktive Inhalte für die Beschäftigung mit der jeweiligen Thematik zur Verfügung stellen – beispielsweise bildschirmfüllende Abbildungen mit hinterlegten tiefgehenden Informationen, Videoformate, interaktive Karten und Diagramme.

Zielgruppe

Die Hauptzielgruppe umfasst Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene. Außerdem können Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen das Material für Ihren Unterricht heranziehen.

Lerninhalte und Kompetenzen

"Tolerant statt ignorant" kann von Jugendlichen eigenständig außerhalb der Schule, aber auch von Lehrkräften direkt im Unterricht genutzt werden. Hinsichtlich der inhaltlichen und methodischen Ausrichtungen orientiert sich das Projekt an den überfachlichen Kompetenzen der Kerncurricula Hessen, die sich in den verschiedenen Lehrplänen wiederfinden. Im Entwicklungsprozess der Lernenden kommt dem Aufbau überfachlicher Kompetenzen eine besondere Bedeutung zu. Folgende Kompetenzen sollen mithilfe des Projekts angesprochen und gefördert werden:

  • Gesellschaftliche Verantwortung
  • Umgang mit Konflikten
  • Rücksichtnahme und Solidarität
  • Soziale Wahrnehmungsfähigkeit
  • Medienkompetenz

An den allgemeinbildenden Schulen gibt es Anknüpfungspunkte zu den Inhalten der Ausstellung insbesondere in den Fächern Geschichte, Religion und Ethik der verschiedenen hessischen Fachcurricular. Das Fach Geschichte bietet umfassende Anknüpfungspunkte in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust in den Stufen 9 und 10 aller Schulformen. Darüber hinaus wird das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum, Judenemanzipation und -unterdrückung über verschiedene historische Epochen hinweg thematisiert.

Auch zur Bearbeitung im Ethik- oder Religionsunterricht kann das Angebot unterstützend herangezogen werden. Etwa zur Thematisierung von religiösen Festen und Traditionen und die ethischen Grundlinien der monotheistischen Weltreligionen sowie die Behandlung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der monotheistischen Weltreligionen sowie Antijudaismus im Christentum.

 

Weiterführende Links und Informationsangebote finden Sie hier.

 

Fördergeber und Projektpartner

Hessisches Ministerium des Inneren und für Sport

Das Projekt wird im Rahmen des Landesprogramms "Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" des Hessischen Innenministeriums gefördert.

Hessisches informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE)

Das HKE im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport koordiniert die landesweiten Bemühungen zur Prävention und Intervention gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen in allen Phänomenbereichen. Es ist Ansprechpartner bei Fragen zu bestehenden oder geplanten Programmen/Projekten und berät über die Förderungsmöglichkeiten entsprechender Maßnahmen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden alle relevanten staatlichen wie nicht-staatlichen Akteure vernetzt und sowohl bei der Identifizierung aktueller Problemfelder als auch bei der Umsetzung wirkungsvoller Konzepte unterstützt.

Mehr unter www.hke.hessen.de

Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.

Der Verein verfolgt den gemeinnützigen Zweck, die Bildung und Erziehung der Jugend zu fördern. Zur Erfüllung dieses Zweckes erstellt der Verein insbesondere Informationsmaterial, mit dem er sich an Kinder und Jugendliche sowie an die für die Erziehung, Bildung und Ausbildung Verantwortlichen in Elternhaus, Schule, Betrieben, Jugend- und Sportverbänden sowie an andere Institutionen wendet. In der Mitgliederschaft sind Bildungsexperten der Bundesländer und der Sozialpartner vertreten. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder werden Bildungsexperten benannt, die an der konzeptionellen Entwicklung mitarbeiten, das Projekt pädagogisch und bildungspolitisch beraten sowie das Projekt im Fachbeirat begleiten.

Mehr unter www.jugend-und-bildung.de

Eduversum GmbH

Die Eduversum GmbH setzt als Verlag und Bildungsagentur Bildungsprojekte, ergänzende Unterrichtsmaterialien und Veranstaltungen im Kontext Bildung um. Mit www.lehrer-online.de betreibt die Eduversum GmbH das größte deutschsprachige Bildungsportal, entwickelt und veröffentlicht Schul- und Fachbücher sowie crossmediale Bildungsangebote - teilweise weltweit. Für öffentliche sowie private Partner und Auftraggeber realisiert und betreut das Unternehmen komplexe Bildungsprojekte zu vielfältigen Themen, die Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche in allen Schulformen, Schulstufen und Schulfächern ansprechen.

In Kooperation mit

Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.

Dieses Arbeitsmaterial wurde von der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V. herausgegeben.

Gefördert von

Hessen - Aktiv für Demokratie und gegen Extremismus

Dieses Projekt wird im Rahmen des Landesprogramms "Hessen - Aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" des Hessischen Innenministeriums gefördert.

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.