Stationenlernen und Lerntheke: Möglichkeiten und Voraussetzungen für offene Lernformen im Unterricht

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Dieser Fachartikel zum "Stationenlernen und Lerntheke" diskutiert Möglichkeiten und Voraussetzungen dieser beiden offenen Lernformen, erläutert Unterschiede und zeigt ihren Einsatz sowie ihre Durchführung im Unterricht auf. Die Vorbereitung des Unterrichtsmaterials, die Funktion der Lehrkraft, Formen der Selbsteinschätzung sowie Begriffe wie selbstgesteuertes Lernen, Laufzettel und Portfolio werden dabei erläutert.

 

Offene Lernformen: Wann, warum und für wen?

Offene Lernformen, die Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen, freien Lernen animieren, sind spätestens seit der Reformpädagogik bekannt. So beobachtete beispielsweise Maria Montessori schon das selbstvergessene, spielerische Lernen kleiner Kinder und erkannte darin die enorme Energie, die beim selbstgesteuerten Lernen freigesetzt wird.

Bei der Förderung grundlegender sowie fachlicher Kompetenzen stoßen frontale Unterrichtsmethoden, bei denen die Lehrkraft präsentiert, während die Lernenden rezipieren und reproduzieren, an ihre Grenzen. Übergeordnetes Ziel soll es vielmehr sein, durch Kooperatives Lernen die Motivation zu erhalten und Lernfreude zu steigern, damit Kinder und Jugendliche das schulische Lernen nicht nur als fordernd und belastend empfinden, sondern sich aktiv mit neuem Lernstoff auseinandersetzen können.

Methoden wie das Stationenlernen und die Lerntheke bieten einen Kompromiss zwischen vordefinierten Lerninhalten, die die Schülerinnen und Schüler sich aneignen müssen, um das Schuljahr zu bestehen, und freier Zeiteinteilung der Kinder und Jugendlichen. Auch die Sozialform kann selbst gewählt werden, sofern die Lehrkraft diese Option zugesteht. So vermitteln die beiden Methoden zwischen dem Lehrplan einerseits und den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler andererseits. Durch entsprechende Feedback-Methoden im Anschluss kann Lernen dadurch nachhaltig Erfolg bringen.

Selbstständiges Lernen in offenen Formen bietet darüber hinaus Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung, da sich die einzelnen Schülerinnen und Schüler mit ihren persönlichen Fähigkeiten einbringen und dadurch individuell gefördert werden können. Auf diese Weise können auch inklusive und integrative Klassen in besonderer Form profitieren. Darüber hinaus können offene Lernphasen mit Stationen oder einer Lerntheke in Ganztagsschulen am Nachmittag angeboten werden, wenn die Konzentration nachlässt und Frontalunterricht ohnehin aus unterschiedlichen Gründen gar nicht möglich ist. Die Selbststeuerung beim offenen Lernen kann hier ganz frische Energien freisetzen, sodass die Unterrichtszeit am Nachmittag effizienter genutzt wird und das Lernen mehr Freude bereitet.

Stationenlernen und Lerntheke: Wo ist der Unterschied?

Das Grundprinzip beider Lernformen ist tatsächlich recht ähnlich: Beide Methoden eignen sich vor allem zur Vertiefung von Unterrichtsinhalten. Der offenen Arbeit kann eine frontal organisierte Input-Einheit vorgeschaltet werden, in der die Schülerinnen und Schüler Wissen und Informationen erhalten, die sie für die selbstständige Arbeit benötigen. Im Laufe der Zeit, wenn die Klasse mehr Erfahrung mit offenen Lernformen hat, kann dieser Input allerdings immer geringer ausfallen. Mit den wachsenden Selbstlernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler können Sie diesen zunehmend mehr aktive Wissensaneignung zutrauen, sodass das Lernen an Stationen sowie die Lerntheke dann auch zur Erarbeitung...

 

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Arwen Schnack

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