So kommen WebQuests in den Unterricht

Veröffentlicht am 29.10.2008

Dieser Artikel stellt das fächerübergreifende Angebot des Chemielehrerfortbildungszentrums der Universität Frankfurt zur Erstellung eigener WebQuests vor. Neben den didaktischen Aspekten und dem Medienkompetenztraining im Rahmen der Blended-Learning-Veranstaltung unterstützt ein Template die WebQuests-Erstellung.

Medienkompetenz als Mangelfaktor

Technische Grundlagenkenntnisse sind nötig, um die WebQuest-Seiten zu gestalten. Dazu muss man sich zumindest ansatzweise mit HTML auskennen. Zum Veröffentlichen der WebQuests auf einer Homepage muss man mit einem Server kommunizieren. Auch das erfordert Kompetenzen im Umgang mit der entsprechenden Technik. Für medienaffine Lehrkräfte ist dies kein Problem. Aber für viele Kolleginnen und Kollegen sind das Barrieren für den WebQuest-Einsatz im Unterricht - auch wenn sie der Methode grundsätzlich positiv gegenüberstehen.

Fortbildungen an der Uni Frankfurt

Fächerübergreifende WebQuest-Kurse

Um diese Hürden nehmen zu können, bietet das Lehrerfortbildungszentrum in Frankfurt (LFBZ) im Rahmen des Projektes "Kompetent Chemie unterrichten mit neuen Medien" entsprechende Kurse an. Das LFBZ richtet sich in erster Linie an Chemielehrerinnen und -lehrer. Die WebQuest-Kurse sind jedoch völlig offen. Es können Lehrpersonen aller Fächer teilnehmen. Dies ist sogar erwünscht, um fächerübergreifende Ansätze verwirklichen zu können.

In der Gruppe lernt es sich leichter

In den Kursen eignen sich Lehrkräfte zusätzlich zu den didaktischen auch die erforderlichen technischen Kompetenzen an. Als einzelne Lehrperson ist man überfordert, wenn man mit allen Entwicklungen Schritt halten will. Da ist es gut, sich unter qualifizierter Anleitung gemeinsam mit anderen fortzubilden. In einer Gruppe von etwa acht bis fünfzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern fällt das Lernen leichter, und man kann sich die Arbeit aufteilen, denn die Gestaltung von WebQuests ist arbeitsintensiv!

Blended-Learning

Bei dem in Frankfurt angebotenen Kurs handelt es sich um eine Blended-Learning-Veranstaltung mit zwei Präsenztagen und einer dazwischen liegenden Online-Phase. Diese wird von der Kursleitung tutoriell begleitet. Damit ist gewährleistet, dass während der Arbeit am WebQuest auftretende Fragen beantwortet werden können.

  • 1. Präsenzphase

    Am ersten Präsenztag lernen die Teilnehmer die Methode des WebQuests kennen und erhalten eine Einführung in HTML und in die Arbeit mit einer Internetplattform. Für diese Fortbildungen wird in der Regel der BSCW-Server der Universität Frankfurt eingesetzt, da er wegen seiner einfachen Bedienung besonders für "Plattform-Anfänger" geeignet ist. Außerdem werden an diesem ersten Tag Interessengruppen gebildet, die in der Online-Phase gemeinsam an einem WebQuest arbeiten. Zu Beginn steht eine Idee, die während der anschließenden Online-Phase konkretisiert und umgesetzt wird.
  • Online-Phase

    In der Online-Phase, die über mehrere Wochen geht, dient die Plattform der Kommunikation. Die Gruppe der teilnehmenden Lehrpersonen bleibt dadurch in Kontakt. So kann man sich gegenseitig Rückmeldungen zu den Ergebnissen der Phasen der WebQuest-Gestaltung geben. Während dieser Zeit entsteht die Struktur des WebQuests, wobei sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Leifragen orientieren können. Sie recherchieren nach geeigneten Quellen und formulieren Gedanken für die tragenden Rahmenhandlungen. Zudem entstehen Texte zu den einzelnen Abschnitten des WebQuests.
  • 2. Präsenzphase

    Die Gestaltung der einzelnen WebQuest-Seiten wird am zweiten Präsenztag abgeschlossen. Im weiterführenden Teil dieses Tages werden Veröffentlichungsmöglichkeiten für WebQuests und die entsprechenden Portale vorgestellt.

Template für eigene WebQuests

Für die Gestaltung eigener Materialien erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein kommentiertes WebQuest-Template, das auch mit geringen Vorkenntnissen genutzt werden kann. Das Template enthält die Datei "index.html" (= Einleitung) und fünf weitere Seiten (Aufgaben, Vorgehen, Quellen, Auswertung, Fazit), die bereits untereinander verlinkt sind. Eine auskommentierte CSS-Datei ("Cascading Style Sheet") strukturiert das Layout. Außerdem befinden sich in dem Paket ein Dokument mit Leitfragen zum Erstellen von WebQuests und ein umfangreiches HTML-Glossar zum Nachlesen der wichtigsten HTML-Befehle.

WebQuests als Blogs

In den nächsten Kursen soll mit einer weiteren Vereinfachung experimentiert werden. Die WebQuests sollen dann als Blogs angelegt werden, was von noch weniger Vorkenntnisse im Einrichten von Internetseiten erfordert. Somit kann sich die Fokussierung noch stärker auf die inhaltliche und didaktische Komponente bei der Erstellung von WebQuests richten.


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Avatar Silke Weiß

studierte an der Universität zu Heidelberg und Frankfurt die Fächer Biologie, Chemie, Spanisch und Deutsch auf Lehramt (Sek II) und arbeitet am Alten Kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim (Hessen). Sie ist zur Zeit im Projekt "Lehr@mt: Medienkompetenz als Phasenübergreifender Qualitätsstandard" abgeordnet an das Institut für Didaktik der Chemie der Universität Frankfurt und betreut dort den Bereich "Kompetent Chemie unterrichten mit Neuen Medien".

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