Kollaboration im Unterricht mit "G Suite for Education"

Dieser Fachartikel stellt das kollaborative Arbeiten mit der "G Suite for Education" im Schulunterricht vor. Die kostenlose Office Suite ist sehr einfach zu handhaben und plattformübergreifend nutzbar. Die Anwendung ermöglicht es, in der Klasse kollaborativ an Texten, Tabellen, Präsentationen und anderen Dokumenten zu arbeiten.

Beschreibung

Kollaboration – eine zentrale Kompetenz des 21. Jahrhunderts

In einer Welt von großer Komplexität geht ohne Zusammenarbeit nichts mehr. Nur so können Experten sich ergänzen, sei es in ihren Fachgebieten oder über Grenzen von Raum und Zeit hinweg. Deshalb überrascht es nicht, dass Kollaboration neben Kreativität, Kritik(-fähigkeit) und Kommunikation zu den zentralen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts gehört. In der Schule ist Kollaboration nicht nur eine zu vermittelnde Kompetenz, sondern auch ein Mittel, Lernen und Arbeiten zu gestalten und tradierte Formen des Lernens und Arbeitens in ihren Möglichkeiten zu erweitern.

Google Slides – eine Folie für jeden

Zur Vorbereitung eines kollaborativen Projektes wird eine Startfolie vorbereitet, eine weitere Folie mit Arbeitsanweisungen und dann je eine Folie für jedes Teammitglied. Das kann am Anfang sogar die ganze Klasse sein. Für die Folien der Schülerinnen und Schüler wird eine Vorlage erstellt, die dann für alle dupliziert wird. Das hat den Vorteil, dass sich die Schülerinnen und Schüler beim Arbeiten nicht in die Quere kommen, da jeder auf seiner Folie arbeitet. Eingriffe in die Folien der Mitschüler werden zunächst nicht zugelassen und es entsteht dennoch ein gemeinsames Produkt.

Kollaboration ohne und mit verändernde(n) Eingriffe(n)

Es fällt Schülerinnen und Schülern häufig nicht leicht, wenn andere Veränderungen an ihrer Arbeit vornehmen. Deshalb ist es ratsam, zunächst nur die Kommentar-Funktion einzuführen und auf Änderungen von oder bei anderen zu verzichten. Schülerinnen und Schüler mit größerer Erfahrung mit kollaborativen Lern- und Arbeitsformen können das, was Teammitglieder zum gemeinsamen Projekt beigetragen haben, auch überarbeiten.

Im Idealfall verläuft Kollaboration vor allem ergänzend. Dabei spielt dann neben der Kommunikation auch die Kritik eine Rolle. Die Teammitglieder müssen in der Lage sein, konstruktive Kritik zu üben, wie auch Kritik anzunehmen und konstruktiv umzusetzen. Bis man mit Schülerinnen und Schülern so weit ist, braucht es viel Übung. Diese erlangen sie nur, wenn sich kollaboratives Lernen und Arbeiten nicht nur auf einzelne Projekte beschränkt, sondern Bestandteil jeden Unterrichts ist.

Unterrichtsbeispiel

Ein Beispiel für Kollaboration einer Lerngruppe, die noch wenig Erfahrung mit dieser Form der Zusammenarbeit hat, finden Sie hier. Die Aufgabe der Schüler war es, am Ende einer Unterrichtseinheit über Südafrika noch einmal ihr Wissen zu reaktivieren. So sollte in Vorbereitung auf eine Klassenarbeit möglichst viel von den zuvor erarbeiteten landeskundlichen Informationen zusammengetragen werden. Am Beispiel sieht man die angepasste Formatierung, die so für eine Präsentation untauglich wäre, sich aber gut als Din A4 im Querformat oder als PDF ausdrucken lässt.

Kollaboration mit selbst gebildeten Gruppen

Alle zentralen Programme von "G Suite for Education" lassen es zu, dass Schülerinnen und Schüler eigenständige Gruppen bilden. Jemand erstellt eine Präsentation, ein Dokument oder eine Tabelle und lädt dann andere Gruppenmitglieder zur Mitarbeit ein. Das geht auch, ohne ein eigenes Konto zu haben.

Kollaboration reflektieren

Alle zur Kollaboration fähigen Programme der "G Suite for Education" zeichnen sämtliche Arbeitsschritte auf. Die Historie der Veränderungen kann nicht nur genutzt werden, um einen älteren Bearbeitungszustand wiederherzustellen, sondern auch, um den Entstehungsprozess des gemeinsamen Lernproduktes nachträglich sichtbar zu machen. Auch Lehrkräfte können die Funktion nutzen, wenn sie die Arbeit der Schüler bewerten, um die Entwicklung des Projektes und die (schriftliche) Beteiligung der Teammitglieder einschätzen zu können.

Gezieltes Feedback

Die Kommentarfunktion erlaubt Lehrkräften ein schnelles und gezieltes Feedback. Das können Korrekturhinweise sein, Anmerkungen oder Links zu weiteren Informationen. Werden von der Lehrkraft Kommentare bei der abschließenden Bewertung des Projektes mit der Option angefügt, noch einmal entsprechende Überarbeitungen vorzunehmen als Berichtigung oder Möglichkeit der Verbesserung des Ergebnisses, kann über den Bearbeitungsverlauf sehr schnell beurteilt werden, wie die Kommentare umgesetzt wurden.

Warum "G Suite for Education"?

  • Die "G Suite for Education" kommt sehr schlank daher und ist nicht mit zahllosen Funktionen vollgestopft. Dadurch ist die Bedienung sehr einfach.
  • Sie ist ist kostenlos nutzbar. Wer sie testen möchte, braucht nur ein Gmail-Konto.
  • Vorausgesetzt wird lediglich ein Internetzugang, um kollaborativ arbeiten zu können. Die Nutzung der Programme läuft über Apps oder Browser. Alle Dateien lassen sich in gängigen Formaten wie zum Beispiel Word oder Adobe Acrobat herunterladen.
  • Wird das kollaborative Projekt online in "G Suite for Education" bearbeitet, ist alles Material immer und überall verfügbar. Wenn einer fehlt, kann der Rest der Gruppe problemlos weiterarbeiten und auch die oder der Abwesende kann sich am Projekt beteiligen. Zudem kann die Lehrkraft unabhängig von Zeit und Ort jederzeit in das Projekt Einblick nehmen.

"G Suite for Education" und Datenschutz

Wie bei allen Cloud-Lösungen internationaler Anbieter und bei Google insbesondere spielt im Zusammenhang mit der schulischen Nutzung auch der Datenschutz eine Rolle. Es gilt vor allem der Grundsatz der Datenminimierung. Das heißt, personenbezogene Daten sollten innerhalb der "G Suite for Education" so sparsam wie möglich verwendet werden. Im Idealfall vermeidet man sie komplett, was jedoch für die Arbeit unpraktisch ist. Es ist nämlich sinnvoll, dass Schülerinnen und Schüler einen Benutzernamen haben, an welchem man sie in der Lerngruppe erkennen kann. Alles andere wie Lebensläufe mit echten Daten oder Bewertungen in Form von Noten bleiben außerhalb der Plattform, um die personenbezogenen Daten der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte zu schützen.

Google Classroom

Aus Gründen des Datenschutzes sollte grundsätzlich nicht mit Schülerinnen und Schülern in privaten Google-Konten gearbeitet werden. Wer als Schule die "G Suite for Education" alltäglich einsetzen möchte (wie es bereits Schulen in Deutschland und in der Schweiz praktizieren), der sollte einen Schul-Account bei Google anlegen. Mit diesem erhält man ein Verwaltungsmodul (Admin Console), über welches man Benutzerkonten, Klassen und Lerngruppen einfach anlegen kann. Google Classroom ist außerdem ein hervorragendes Werkzeug für Lehrkräfte, um den Unterricht vorzubereiten, zu steuern und nachzubereiten.

Arbeitserleichternde Funktionen

Es gibt weitere interessante Module mit zusätzlichen nützlichen Funktionen:

  • Automatisiertes Erzeugen von QR-Codes in Tabellen, um z. B. ein Arbeitsblatt mit versteckten Lösungen zu erstellen.
  • Automatisiertes Erzeugen von QR-Codes in Tabellen, um z. B. ein Arbeitsblatt mit versteckten Lösungen zu erstellen.
  • Erstellung von "lebenden" Tabellen (z. B. Übersetzungstabellen), die man automatisch aktualisieren kann.

Bei diesem Text handelt es sich um eine gekürzte Version des Fachartikel "Kollaboration im Unterricht mit G Suite for Education'". Im folgenden Downloadbereich können Sie die ungekürzte Fassung des Fachartikel als PDF herunterladen.

Fachartikel "Kollaboration im Unterricht mit 'G Suite for Education'" zum Download

In Kooperation mit

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.

Autor
Avatar Damian Duchamps

Zum Autoren-Profil

Materialien zu Weihnachten