Öffnung von Schule durch eine Astronomie-AG

Veröffentlicht am 07.04.2008

„Wie keine andere Naturwissenschaft prägt die Astronomie unser Weltbild, und wie keine andere Naturwissenschaft ist sie mit so einfachen Mitteln wie einem einfachen Teleskop in all ihrer Tiefe erfahr- und erlebbar.“ (John Dobson)

Öffnung von Unterricht

Inhaltliche Öffnung

Ziel der inhaltlichen Öffnung des Unterrichts ist eine vielseitige Selbst- und Welterfahrung. Das kann vor allem durch die fächerübergreifende, projektorientierte Behandlung von Themen mit unmittelbarem Alltagsbezug umgesetzt werden.

Methodische Öffnung

Die methodische Öffnung des Unterrichts zielt darauf ab, dass die Lernenden ein Selbstverhältnis zum Lerngegenstand gestalten können, über dessen Gestalt nicht von vornherein durch die Lehrperson verfügt wird. Ein entscheidendes Merkmal von methodisch geöffnetem Unterricht ist, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Adressaten vorgefertigter Lernergebnisse sind, sondern ihren eigenen Lernprozess aktiv mitgestalten. Das bedeutet, dass die Lernenden in die Projektplanung mit einbezogen werden und während des Projekts die Möglichkeit haben, sich selbst zu gruppieren und zwischen Gruppen- und Einzelarbeit frei wählen können. Das setzt ein reichhaltiges Material- und Themenangebot voraus. Dies ist bei astronomischen Projekten gegeben, da hier eine Vielzahl unterschiedlichster Aufgaben zu bewältigen ist:

  • Vorbereitung und Durchführung von astronomischen Beobachtungen und klimageographischen Experimenten
  • Auswertung von Messungen
  • Erarbeitung von Präsentationen beziehungsweise deren Anpassung an die jeweiligen Adressaten

Institutionelle Öffnung

Die institutionelle Öffnung von Unterricht zielt darauf, dass sich die Institution Schule gegenüber der außerschulischen Wirklichkeit öffnet. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, die Realität wahrzunehmen, zu gestalten und zu verändern. Insbesondere diese Dimension wird in den hier vorgestellten Projekten durch eine vielschichtige Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern gewährleistet.

Beispiel aus der Praxis

In diesem Artikel fassen wir unsere langjährigen praktischen Erfahrungen zusammen. Dabei gehen wir insbesondere ein auf die institutionelle Öffnung bei unseren fächerverbindenden Sonnenfinsternis-Projekten, die Wiederbelebung der Schulsternwarte in der Nachbarstadt Betzdorf und die Etablierung öffentlicher Veranstaltungen in der Schulsternwarte.

  • Exkursionen und öffentliche Ausstellungen
    Ergebnisse von Sonnenfinsternis-Exkursionen werden dokumentiert und der Öffentlichkeit präsentiert (lokale Ausstellungen, bundesweite Wettbewerbe, Publikationen).
  • Sternwarte und Schulsternwarte
    Die Zusammenarbeit mit Sternwarten ermöglicht den Zugang zu „schwerem Gerät“ und gewährt den Jugendlichen einen Einblick in den Institutsbetrieb.
  • Aktivitäten in der Schulsternwarte
    Eigene Beobachtungsprojekte werden durchgeführt. Zudem werden Vorträge organisiert, Führungen, Beobachtungsabende und ein „Astronomie für Kids“-Programm angeboten.

Peter Stinner ist Lehrer für Physik und Mathematik am Kopernikus-Gymnasium in Wissen (Rheinland-Pfalz). Mit der (debug link record:lo_article_subpage:tx_locore_domain_model_articlesubpages:768112) betreibt er die Sternwarte der Geschwister-Scholl-Realschule in Betzdorf.


Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

50% Rabatt auf alle Produkte von "Jugend und Bildung" sichern!

Registrieren Sie sich noch heute als Premium-Mitglied und nutzen Sie den Preisvorteil!