Sternwarte und Schulsternwarte

Die Zusammenarbeit mit dem Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn (Abteilung Sternwarte) ermöglichte den Zugang zu "schwerem Gerät" und gewährte den Jugendlichen einen Einblick in den Institutsbetrieb.

Zusammenarbeit mit Sternwarten

Schüler beim Blick durch ein Teleskop der Beobachtungstation "Hoher List"
+Abb. 2: Beobachtungen auf dem "Hohen List"

Erstmals im Februar 2001 gab uns die Sternwarte der Universität Bonn die Gelegenheit zu einem einwöchigen Beobachtungspraktikum in ihrem Observatorium "Hoher List". Unter Anleitung von Dr. Michael Geffert und Prof. Dr. Wilhelm Seggewiß beobachteten unsere Schülerinnen und Schüler erstmals an vergleichsweise großen Geräten (Abb. 2). Dabei sammelten sie erste Erfahrungen mit der UBV-Fotometrie.

Astrofotografie, Kometenbeobachtung, Videoastronomie (Videostream-Aufnahme von Saturn am 60-Zentimeter-RC-Teleskop, Abb. 3) und Mehrfarben-CCD-Fotometrie waren Inhalte weiterer Praktika. Daneben stand die Mitwirkung bei Führungen von Besuchergruppen auf der Tagesordnung. Beim Hoher-List-Kolloquium im Juli 2006 stellten vier Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft die Inhalte unserer Praktika einem Fachpublikum vor. Im Januar/Februar 2007 waren erstmals zwei Schülerpraktikanten des Kopernikus-Gymnasiums für zwei Wochen im Argelander-Institut für Astronomie in Bonn aktiv. Regelmäßig referieren die beteiligten Lehrpersonen bei den jährlichen Lehrerfortbildungen des Instituts für Astronomie in Bonn:

Schülerinnen und Schüler bei der Aufnahme eines Saturn-Videostreams
+Abb. 3: Schülerinnen und Schüler bei der Aufnahme eines Saturn-Videostreams

Inbetriebnahme der Schulsternwarte in Betzdorf

Sternwartenkuppel der Geschwister-Scholl-Schule (Betzdorf, Rheinland-Pfalz)
+Abb. 4: Kuppel der Schulsternwarte in Betzdorf

"Wiederbelebung" der Sternwarte

Vom ersten Praktikum am "Hohen List" im Februar 2001 kehrte unsere Gruppe mit dem Wunsch nach einer eigenen, fest installierten Beobachtungsmöglichkeit zurück. Mit der Bitte, ihre seit Jahrzehnten leer stehende Sternwartenkuppel für unsere Zwecke nutzen zu dürfen, liefen wir bei der Schulleitung der Geschwister-Scholl-Realschule in der 17 Kilometer entfernten Nachbarstadt Betzdorf offene Türen ein. Das Schulgebäude entstand in den Jahren 1928 und 1929 als Erweiterungsbau des benachbarten Gymnasiums. Auf Betreiben des damaligen Lehrers Dr. Dinkelacker erhielt das neue Gebäude eine Drei-Meter-Kuppel für astronomische Beobachtungen. 1933 wurde Dr. Dinkelacker von den Machthabern aus dem Schuldienst entlassen, der Beobachtungsbetrieb wurde eingestellt. Bei der Sanierung des inzwischen von der Geschwister-Scholl-Realschule übernommenen Gebäudes wurde 1990 die alte Kuppelkonstruktion durch eine moderne GFK-Kuppel der Firma Baader ersetzt (Abb. 4). Eine Galerie umgibt die gesamte Kuppel und erlaubt auch größeren Gruppen gemeinsame Himmelsbeobachtungen.

Unterstützung durch Fördervereine

Im Frühsommer 2001 bestückten wir die Sternwarte zunächst mit einem C8-Teleskop auf einem provisorischen Holzstativ. In den folgenden Jahren ermöglichten die Fördervereine des Gymnasiums Wissen und der Realschule Betzdorf den Ausbau der Beobachtungsmöglichkeiten. Heute stehen uns ein Meade-2080B-Teleskop mit Gabelmontierung und das erwähnte C8 auf einer GP-DX-Montierung zur Verfügung. Diese beiden 20-Zentimeter-SC-Teleskope können wechselweise auf einer massiven Stahlsäule montiert werden. Eine ST6-CCD-Kamera erlaubt fotometrische Experimente, ein ST4-Autoguider sorgt für die Nachführkontrolle bei Langzeitbelichtungen. Ergänzt wird das Instrumentarium der Sternwarte durch ein Computernetzwerk aus vier Rechnern.

  • Schulsternwarte Betzdorf
    Die Homepage der Schulsternwarte informiert über aktuelle und vergangene Projekte und Veranstaltungen der Astro-AG.
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