Medienkompetenzvermittlung hat in den Lehrplänen aller Schularten und Jahrgangsstufen einen zunehmend hohen Stellenwert. Zu Recht argumentieren die Lehrplanmacher, dass Medien im Alltag der Schülerinnen und Schüler allgegenwärtig sind und Medien sowohl als Thema als auch als Mittel in einem lebensweltbezogenen Unterricht unverzichtbar sind. Noch wichtiger als die Medienanalyse ist dabei der produktiv-handlungsorientierte Umgang mit Medien. Durch die intensive Arbeit an eigenen medialen Produkten ändert sich die Wahrnehmung fremder medialer Produkte grundlegend. Erst diese neue Perspektive ermöglicht eine umfassend kritische Beurteilung der Massenmedien.
Medienerziehung ist wichtigObwohl alle Vorteile grundsätzlich bekannt sind und kaum bestritten werden, ist der prozentuale Anteile der Medienerziehung im Unterricht nach wie vor sehr gering. Wenn überhaupt Medienunterricht stattfindet, werden meist Zeitungsartikel analysiert und geschrieben, was bei den Lernenden in der Regel für wenig Begeisterung sorgt. Denn das Medium Tageszeitung spielt in ihrem Alltag keine große Rolle, sie verbringen weitaus mehr Zeit mit Radio- und Fernsehkonsum.
Favorit: FilmproduktionDie von Schülerinnen und Schülern favorisierte Filmproduktion ist jedoch in vielen Schulen aus mehreren Gründe kaum möglich: Die Anschaffungskosten von Videokameras und videoschnittfähigen Computern liegen in einer Höhe, die Schulen im Normalfall nicht finanzieren können. Der Zeitaufwand für eine Filmproduktion sprengt meist den Rahmen, den der reguläre Unterricht zulässt. Und zuletzt ist für den Umgang mit Videokameras und Videoschnittprogrammen ein fachspezifisches Know-how erforderlich, das viele Lehrkräfte nicht besitzen und sich nicht zutrauen.
Empfehlung: Audio-ArbeitGanz anders verhält es sich dagegen mit der Audio-Produktion: Ohne große Kosten und Vorkenntnisse kann jede Lehrkraft mit ihrer Klasse eine Audiodatei oder sogar eine komplette Radiosendung produzieren. Alle Vorteile auf einen Blick und konkrete Impulse zur Umsetzung bietet der vorliegende Beitrag.
Sebastian Marcks ist Studienrat für Deutsch und Geschichte an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg. Er ist dort Profilbeauftragter für das im Rahmen der Profiloberstufe eingerichtete Medienprofil und Projektleiter des Jugendradioprojekts Radio Pinneberg.
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