Stellen sich amerikanische und deutsche Schülerinnen und Schüler gegenseitig Fragen, wissen alle Beteiligten, dass ihr Gegenüber - im Gegensatz zu fragenden Lehrerinnen und Lehrer - wirklich an einer Antwort interessiert ist. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass der Mensch umso mehr von einem Lernstoff behält, je mehr er sich diesen selbst aktiv erarbeitet und für sich oder andere aufbereitet. Schülerinnen und Schüler, die für ausländische Jugendliche etwa berühmte nationale Heilige recherchieren, beschreiben und übersetzen, behalten sicher mehr von der Materie, als wenn sie von dem Lehrkraft ein entsprechendes Arbeitsblatt ausgeteilt bekommen.
E-Mail-Projekte sind von Natur aus multiperspektivisch, das heißt, dass der behandelte Stoff natürlich zunächst einmal die vielleicht subjektive, klischeehafte oder schlecht recherchierte Sichtweise des oder der E-Mailschreibenden ausdrückt. Das ist nun keineswegs automatisch ein Nachteil; gerade eine klischeehafte, subjektive oder schlecht recherchierte E-Mail macht in vielen Fällen "Lust auf mehr" und regt die eigenen Schülerinnen und Schüler dazu an, den Dingen auf den Grund zu gehen und weitere Perspektiven zu bekommen.
Christlicher SchwerpunktWenn es für Sie und Ihr Projekt entscheidend ist, dass auch die Partnergruppe christlich gebunden ist, dann ist möglicherweise ein Kontakt zu einer der zahlreichen katholischen Schulen irgendwo in der Welt eine Lösung. Im Internet gibt es ein kleines, im Aufbau befindliches Verzeichnis katholischer Schulen.Eine ähnlich umfassende internationale Online-Datenbank mit evangelischen Schulen habe ich leider noch nicht gefunden.
Deutschsprachiger SchwerpunktMachen Ihre eigenen Sprachkenntnisse oder die Ihrer Schülerinnen und Scüler die Verwendung von Deutsch als Projektsprache zwingend notwendig, dann wenden Sie sich an folgende Adresse:
Es versteht sich von selbst, dass deutsche Auslandsschulen insofern ein guter Startpunkt für E-Mailprojekte sind, weil hier auf beiden Seiten deutsche Lehrerinnen und Lehrer tätig sind und auch die meisten Schülerinnen und Schüler deutschsprachig sind oder zumindest sehr gut deutsch sprechen - der Kommunikationsprozess läuft dadurch gerade für Anfängerinnen und Anfänder viel reibungsloser.
Diverse SchwerpunkteWenn Ihr Projekt weder eine christliche Grundhaltung noch Deutsch als Projektsprache erfordert, ist für die Suche nach einem geeigneten Projektpartner eine der ersten und besten Anlaufstellen die berühmte oder genauer: das sogenannte IECC-Projekt des St. Olaf College in Minnesota. IECC steht dabei für Intercultural E-Mail Classroom Connections.
Lehrerzentrierter kommunikativer SchwerpunktDie St. Olaf's Liste ist zweierlei: Als Mailingliste eine Kommunikationsplattform für alle Lehrerinnen und Lehrer, die Projektideen an kooperationsbereite Kolleginnen und Kollegen in aller Welt schicken oder diese lesen wollen. Mittlerweile werden die eingereichten Projekte aber auch in einer volltextrecherchierbaren Datenbank gespeichert, so dass die Benutzerfreundlichkeit erheblich gesteigert wurde. Die Datenbankformulare sind selbsterklärend und daher auch von Interneteinsteigern sehr effizient zu handhaben.
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Planung eines E-Mail-Projektes ("Checkliste"), Lernzielkontrollen, pädagogische Einbettung und Zielsetzung und Projektideen.Fortsetzung
ist Lehrer für Englisch und Katholische Religionslehre am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.
Didaktik, Kommunikation, E-Mail, Chat, Foren, Arbeit mit Partnerschulen, Schüleraustausch