Regina Riepe
29.11.2004

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt.
 

"Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien.

Wenn Aids Alltag ist
Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt.

Selbstständig recherchieren und präsentieren
Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen.

Kompetenzen

Inhaltliche Ziele
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen lernen.
  • sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst werden und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind.
  • Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen gewinnen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind.
  • sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander setzen.
  • erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist.

Ziele aus dem Bereich Medienkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • das Internet als Medium zur Recherche einsetzen.
  • Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen lernen und ihre Archive nutzen.
  • Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag vergleichen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaAIDS weltweit
AutorinRegina Riepe
FächerPolitik/SoWi, Geographie, Biologie; Religion/Ethik
ZielgruppeJahrgangstufe 9 bis 12
Zeitraumvariabel je nach Schwerpunktsetzung, Arbeitsform und Arbeitsumfang
Medienje ein Computer mit Internetzugang pro Gruppe;
fakultativ: Digitalkamera; Textverarbeitungssoftware

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Ideen dieser Unterrichtsanregung wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen

  • Was hat Aids mit mir zu tun?
  • Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns?
  • Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört?
  • Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel?

Download

Aids-weltweit_Arbeitsblaetter.zip
Aids-weltweit-Projektbeschreibung.pdf
 

Zusatzinformationen

Im WWW

Informationen zur Autorin

Regina Riepe ist Diplom-Psychologin und arbeitet freiberuflich in der Lehrer-Fortbildung und Eine-Welt-Bildungsarbeit. Sie ist auch als Autorin von Bildungsmaterialien zu Alltag, Kultur und Religion in Afrika tätig.

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