Auge(n)Blick mal! - Visuelle Wahrnehmung

Die naive Vorstellung der Schülerinnen und Schüler, "Sehen" bestehe in der originalgetreuen Abbildung der Außenwelt, wird durch ein vom Bayerischen Rundfunk (BR-Online) entwickeltes Computerexperiment zur Bewegungsnachwirkung eindrucksvoll widerlegt. Die Lernenden gewinnen die Einsicht, dass die von der Netzhaut kommende visuelle Information in der Sehbahn gefiltert, verändert und emotional bewertet wird.
 

Nur selten ist das untersuchende Subjekt zugleich Objekt seiner eigenen Forschung. Die Untersuchung der visuellen Wahrnehmung ist so ein Fall, in dem wir Erfahrungen "am eigenen Leib" machen können. In der hier beschriebenen Unterrichtsstunde gewinnen die Schülerinnen und Schüler Informationen aus eigenen Wahrnehmungserfahrungen. Im Zentrum steht dabei ein Experiment, das vom Telekolleg MultiMedial des Bayerischen Rundfunks für einen Beitrag zum Thema "Psychologie der Wahrnehmung" entwickelt wurde. Die Lernenden erleben dabei an der eigenen Wahrnehmung verblüffende und für sie neuartige Phänomene. Die visuelle Wahrnehmung verbindet das Sinnesorgan Auge mit der Verarbeitung von Sinnesreizen im Nervensystem. Sie bietet somit einen Anknüpfungspunkt an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler. Der Interessensfokus wird auf die Abläufe gerichtet, die hinter der subjektiven Wahrnehmung liegen.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sensitiv ihre visuelle Wahrnehmung ergründen.
  • die visuelle Wahrnehmung als ein Produkt der Verrechnung realer Eindrücke mit verschiedenen Informationen aus dem Gehirn verstehen.
  • für den Grund der Bewegungsnachwirkung Hypothesen aufstellen und diese durch wissenschaftliches Vorgehen mit einem selbst entwickelten Versuch verifizieren.
  • durch eigenes Erleben die am Verrechnungsprozess beteiligten Faktoren erkennen und benennen.
  • in verschiedenen Sozialformen kommunizieren und argumentieren.
  • durch Hypothesen unter Einbezug ihres Wissens ihre phänomenologisch gewonnenen Erkenntnisse auf eine biologische Basis bringen.
  • sich mit den biologischen Grundlagen der Wahrnehmung auseinandersetzen (Hausaufgabe).

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaAuge(n)Blick mal! - Visuelle Wahrnehmung
AutorDr. Matthias Nolte
FachBiologie
ZielgruppeJahrgangsstufe 12 oder 13
Zeitraum1 Stunde
Technische VoraussetzungenIm Idealfall ein Computer mit Internetbrowser pro Person; notfalls können die Materialien auch per Beamer demonstriert werden; Flash-Player (kostenloser Download). Optional: Für das "Hermann Gitter" sowie den "Optischen Abgrund" benötigen Sie die kostenfreie Software GEONExT und das Plugin Java Runtime Environment.
PlanungTabellarischer Verlaufsplan

Didaktisch-methodischer Kommentar

Computereinsatz
Der Computer ist ein gut geeignetes Instrument, um im visuellen Bereich aktiv sensitive Erfahrungen zu machen. Die Arbeit mit dem Rechner dient in dieser Unterrichtseinheit weniger der Motivation sondern ist vielmehr Mittel zum Zweck. Der Computer bietet die Möglichkeit, Experimente mit animierten Materialien zur visuellen Wahrnehmung durchzuführen, deren Effekte über die der optischen Täuschungen in statischen Abbildungen, die den Schülerinnen und Schülern häufig bereits bekannt sind, hinausgehen. Wenn den Lernenden ein eigener Rechner zur Verfügung steht, können sie sich intensiv und individuell mit dem Wahrnehmungsexperiment beschäftigen. Die vorliegende Unterrichtsstunde eignet sich daher hervorragend für den Einsatz in Laptopklassen. Als weitere Medien kommen in dieser Stunde der Overheadprojektor (Folien zur Demonstration von Wahrnehmungseffekten) und die Tafel (Sicherung der erarbeiteten Erkenntnisse) zum Einsatz.

Wechsel der Sozialform
Im Verlauf der Unterrichtsstunde wechselt an mehreren Stellen die Sozialform (siehe Verlaufsplan). Die Wahrnehmungsexperimente zur Bewegungsnachwirkung werden von den Schülerinnen und Schülern (im Idealfall) in Einzelarbeit am eigenen Laptop durchgeführt. Der Wunsch nach dem Austausch mit den Mitschülern über die gemachten Beobachtungen ist in der experimentellen Situation - insbesondere beim "Selbstexperiment" - jedoch ein starkes Bedürfnis. Diesem wird durch den Wechsel von der Einzel- zur Partnerarbeit Rechnung getragen. Besonders wichtig wird die Kooperation mit einem Lernpartner oder einer Lernpartnerin bei der Erarbeitung der Versuchsanordnung zur Überprüfung der aufgestellten Hypothese.

  • Das Experiment zur Bewegungsnachwirkung
    Beschreibung des Experimentes zur Bewegungsnachwirkung mit Screenshots und Hinweise zum Unterrichtseinsatz; die Materialien (Animation, Arbeits- und Informationsblatt) können Sie hier einzeln herunterladen.

Download

visuelle_wahrnehmung_gesamtmaterial.rar
 

Internetadresse

Zusatzinformationen

Ausgewählte Optische Täuschungen

Ausgewählte Sammlungen Optischer Täuschungen

Übersichtartikel

Informationen zum Autor

Dr. Matthias Nolte studierte an der Universität zu Köln Biologie und Chemie auf Lehramt (Sek I und II) und promovierte 2005 in Anorganischer Chemie. Seit Sommer 2007 unterrichtet er Biologie, Chemie und Physik an der Erzbischöflichen Marienschule in Leverkusen-Opladen.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
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    Diese Unterrichtseinheit entstand in Zusammenarbeit br online.
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