Der Versailler Vertrag in zeitgenössischen Artikeln

Der Versailler Vertrag hat zu höchst dramatischen Ereignissen in Deutschland geführt. Anhand zeitgenössischer Zeitungsartikel und Karikaturen sollen die Schülerinnen und Schüler die Hintergründe um die Diskussionen zum Versailler Vertrag erarbeiten.
 

Wieso war der Versailler Vertrag für die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung und für ALLE Parteien im Reichstag "unannehmbar"? Wieso führten die Diskussionen um die Unterzeichnung zum Rücktritt der SPD-geführten Regierung Scheidemann - Deutschlands erster demokratischer Regierung -, welche den Vertrag auf keinen Fall verantworten wollte? Und warum hat die Delegation der neuen, ebenfalls SPD-geführten Reichsregierung, das Dokument am 28. Juni 1919 schließlich doch unterzeichnet? Nachdem die Schülerinnen und Schüler - unter anderem durch online zugängliche Karikaturen aus dem Kladderadatsch - den Hintergrund der Diskussionen um den Versailler Vertrag erarbeitet haben, sollen sie sich intensiv den höchst dramatischen Ereignissen der Wochen unmittelbar vor der Unterzeichnung zuwenden. Dies geschieht mithilfe von Faksimileausgaben online zugänglicher Zeitungen. In ihren zugespitzten Kommentaren und Berichten machen diese authentischen Zeitungsartikel wie kein anderes Material die Brisanz der Situation im Frühsommer 1919 deutlich. Zum Ende der projektartigen Unterrichtseinheit, die je nach Leistungsstand in einer 10. oder einer 12. Klasse durchgeführt werden kann, soll als Produkt eine Internetseite zum Thema Versailler Vertrag entstehen.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Vorgeschichte und Entstehungszusammenhang des Versailler Friedens erarbeiten.
  • die Dramatik der Diskussion um die Unterzeichnung des Versailler Vertrages erfahren.
  • die Karikaturen beschreiben, analysieren und die Perspektiven der Karikaturisten herausarbeiten.
  • die Entstehung jener Entwicklungen erkennen, die maßgeblich zum Untergang der Weimarer Republik beigetragen haben.
  • in einer Abschlussdiskussion das Für und Wider einer Unterzeichnung des Versailler Vertrages debattieren.
  • mit historischen Zeitungen als authentischen Quellen arbeiten.
  • eigenverantwortlich eine Quelle annotieren, ihre zentralen Aussagen erkennen und hierzu Fragen formulieren.
  • kooperatives Lernen sowie Kritikfähigkeit einüben.
  • durch die Arbeit mit online zugänglichen Zeitungen und Zeitschriften das Internet als umfangreiches und zuverlässiges Archiv historischer Quellen kennen lernen.
  • das Lesen von Fraktur üben sowie Textverarbeitungsprogrammkenntnisse anwenden und vertiefen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaIst der nächste Krieg schon vorprogrammiert? - Der Versailler Vertrag in zeitgenössischen Zeitungsartikeln und Karikaturen
AutorDr. Ulrich Schnakenberg
FachGeschichte
ZielgruppeJahrgangsstufe 10-12
Zeitumfangcirca vier bis fünf Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenEin Computer mit Internetanschluss für jeweils zwei Schülerinnen und Schüler

Didaktisch-methodischer Kommentar

Den Lernenden müssen zunächst die wesentlichen Etappen der Entstehung der Weimarer Republik vermittelt werden. Um den Friedensvertrag bewerten zu können, muss den Schülerinnen und Schülern zudem die Geschichte und Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges präsent sein.

Download

versaillervertrag_materialien.zip
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Dr. Ulrich Schnakenberg unterrichtet Englisch und Geschichte am Aldegrever-Gymnasium in Soest. Seit 2004 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Kassel.

Kommentare zu dieser Unterrichtseinheit
  • "Weitere wichtige und zuverlässige(!) Informationen" heskamp, 05.04.2009 18:35
    Geehrter Herr Schnakenberg,

    ich habe mir gerade ihre Unterrichtsmaterialien angesehen, weil die Beschreibung des didaktischen Konzeptes mein Interesse geweckt hat. Bei der Durchsicht ist mir dann aufgefallen, dass im Arbeitsblatt 2 auf die Seite "DeutschlandDokumente" mit dem Kommentar "Weitere wichtige und zuverlässige(!) Informationen" verwiesen wird. Es ist bereits auf Grund der Seitengestaltung nicht zu übersehen, dass die Seite "Deutschlanddokumente" im national-konservativen Milieu (im Dunstkreis von "Junge Freiheit" etc.) anzusiedeln ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ansgar Heskamp

    Ansgar Heskamp
 
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