Redaktion Recht
01.04.2009

Was schützt das Urheberrecht?

Bei der Verwendung fremder Materialien im Unterricht oder der Wiedergabe von Dokumentationen, Spielfilmen und Telekolleg stellt sich die Frage nach dem Schutzumfang des Urheberrechts.
 

Das deutsche Urheberrecht schützt vor allem so genannte "Werke", das heißt persönliche geistige Schöpfungen wie Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, zum Beispiel Kompositionen, Gemälde, Texte, Fotografien, Filme, Rundfunksendungen, Musik- und Tonaufnahmen. Ein urheberrechtlicher Schutz entsteht für ein Werk, wenn die geistige oder künstlerische Leistung eine angemessene Schöpfungshöhe aufweist, das heißt kreativ genug ist beziehungsweise in dem Werk die Individualität des Schöpfers zum Ausdruck kommt. Dagegen werden bloße Ideen vom Urheberrecht nicht geschützt. Der urheberrechtliche Schutz eines Werkes entsteht bereits mit dessen Schöpfung. Einer Kennzeichnung, Anmeldung oder Eintragung des Urheberrechtes oder eine Hinterlegung des Werkes bei einer offiziellen Stelle bedarf es dafür nicht. Um dieser Rechtsposition Rechnung zu tragen, werden dem Urheber ein Urheberpersönlichkeitsrechte und Verwertungsrechte zugestanden.

 

Welche Rechte hat der Urheber?

Der Urhebr hat sowohl Persönlichkeits- als auch Verwertungsrechte. Um auf die unterschiedlichen Rechte einzugehen, ist zunächst zu klären, wer denn eigentlich Urheber eines Werkes ist.

 

Urheber ist der Schöpfer eines Werkes.

Urheber

Rechteinhaber ist der Urheber. Nach § 7 UrhG ist er der Schöpfer des Werkes, woraus sich ableitet, dass es sich bei ihm nur um eine natürliche Person handeln kann. Damit sind juristische Personen und Tiere ausgeschlossen. Haben mehrere Personen ein Werk gemeinsam erschaffen, so steht ihnen das Urheberrecht gemäß § 8 UrhG auch gemeinsam als Miturheber zu. Die Miturheber gehen eine Gesamthandsgemeinschaft ein, das bedeutet, dass Entscheidungen gemeinsam unter vorheriger Absprache getroffen werden müssen. Bei verbundenen Werken, dass heißt an denen unterschiedliche Urheber für sich einzeln betrachtbare Beiträge geliefert haben, regelt § 9 UrhG das unter gewissen Umständen eine Einwilligung eines oder mehrerer Urheber nicht notwendig ist. Dies  richtet sich nach dem Grundsatz von Treu und Glauben. Bei Werken, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses geschaffen werden, stehen zunächst dem Arbeitnehmer die Nutzungsrechte zu. Gegebenenfalls muss der Arbeitnehmer diese Rechte arbeitsvertraglich auf den Arbeitgeber übertragen.

 
 

Dem Urheber steht das alleinige Recht zur Veröffentlichung seiner Werke zu.

Urheberpersönlichkeitsrechte

Das Urheberpersönlichkeitsrecht ist insbesondere in den §§ 12 bis 14 UrhG geregelt. Aus dem Veröffentlichungsrecht des § 12 UrhG ergibt sich, dass dem Urheber die alleinige Bestimmung über die Veröffentlichung des Werkes zusteht. Sie umfasst nur die erstmalige Veröffentlichung. Die liegt vor, wenn das Werk gemäß § 6 Abs. 1 UrhG der Allgemeinheit beziehungsweise der angesprochenen und interessierten Kreise zugänglich gemacht worden ist. Durch das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft gemäß § 13 UrhG ergibt sich, dass der Urheber bestimmen kann wie, wann und ob sein Werk mit einer Urheberbezeichnung versehen werden soll. Schließlich versetzt § 14 UrhG den Urheber in die Lage, jede Entstellung oder sonstige Beeinträchtigung seines Werkes zu unterbinden.

 
 

Der Urheber hat das ausschließliche Verwertungsrecht.

Ausschließlich dem Urheber des Werkes steht das Recht zur Verwertung zu. Für die ihm zur Verfügung stehenden Mitteln enthält § 15 UrhG eine nicht abschließende Aufzählung. Darunter fällt das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht und das Ausstellungsrecht. Aus dem Urheberpersönlichkeitsrecht ergibt sich, dass der Urheber an jeder Verwertung teilhaben soll, so dass auch eine modifizierte Inverkehrbringung einen Vergütungsanspruch für den Urheber begründen kann. Dies hängt maßgeblich davon ab, ob der Schutzbereich des Werks berührt wird, was im Einzelfall entschieden werden muss.

 

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