Die Inoffiziellen Mitarbeiter der Staatssicherheit

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) flocht ein engmaschiges Netz aus Überwachung und Bespitzelung, um die Bürgerinnen und Bürger der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu kontrollieren. Dazu trugen die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) bei, deren Zahl 1989 auf 189.000 angewachsen war. Wer waren die Spitzel, wie wurden sie angeworben und wie dachten sie selbst über ihren Verrat?
 

Die Unterrichtseinheit behandelt die Geschichte der Inoffiziellen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem perfiden System dieses Spitzelnetzes und mit den handelnden Personen auseinander, indem sie eigenständig Quellen recherchieren und kommentieren, das Gelernte analysieren und diskutieren - auch mit Hilfe virtueller Tools wie Blogs und Wikis. Dabei soll deutlich werden, wie ein autoritärer Staat mit Hilfe eines eigenen Ministeriums seine Bürger überwachte und so ein Klima aus Misstrauen und Angst in der Gesellschaft schürte. Anhand umfangreicher Schriftquellen wird auch die Perspektive der Spitzel selbst berücksichtigt. Vertiefend beschäftigt sich die Unterrichtseinheit mit Fragen von Aufarbeitung und Akteneinsicht nach dem Mauerfall.

 

Kompetenzen

Fachkompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • ein differenziertes Bild über die Wirkmechanismen der SED-Diktatur bekommen.
  • sich mit Fragen der Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigen.
  • Aufgaben und Funktionen des MfS kennenlernen.
  • die Funktion der "Inoffoziellen Mitarbeiter" für das MfS erkennen.
  • erkennen, aus welchen Gründen Menschen als IM für das MfS arbeiteten.
  • sich mit den persönlichen Folgen der Mitarbeit für die IM befassen.
  • sich mit der gesellschaftlichen Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit auseinandersetzen.
  • Kenntnisse über die Tätigkeit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit erwerben.

Medienkompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sich ein historisches Thema eigenständig und mit Hilfe von Quellenmaterial erarbeiten.
  • den Umgang mit verlässlichen und fachlich relevanten Seiten im Internet lernen - insbesondere gilt es, nicht zuerst auf Wikipedia zurückzugreifen, sondern andere Quellen zu finden.
  • einen verantwortungsvollen Umgang mit Materialien aus dem Internet einüben. Dazu gehört die Achtung der Urheberrechte (Bilder, Texte), das richtige Zitieren, die Angabe von Quellen und das Vemeiden von Copy-and-Paste.
  • Quellen zur Geschichte der DDR bewerten, analysieren und kommentieren.
  • Zeitzeugenberichte, Biographien und persönliche Dokumente eigenständig recherchieren.

Sozialkompetenzen
Die Unterrichtseinheit fördert sowohl die eigenständige Arbeit, beispielsweise bei der Erschließung von Inhalten oder die Arbeit mit Kurzvorträgen als auch die Gruppenarbeit und das gemeinsame Diskutieren.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDie Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit (Stasi)
AutorDr. Juliane Schütterle
FachGeschichte
ZielgruppeSekundarstufe 2
Zeitraumzwei bis fünf Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenComputer mit Internetanschluss oder offline zur Verfügung gestellte Internetseiten, Sound-Karte, RealPlayer oder Windows Media Player, Lautsprecherboxen
Erforderliche VorkenntnisseAllgemeiner Umgang mit dem Computer; Kenntnisse Microsoft Word und PowerPoint oder OpenOffice, vorgegebene Internetseiten online und offline aufrufen und darin navigieren; selbständige Internetrecherche; Einpflegen von Inhalten in ein Wiki auf lo-net²; Blog-Funktion von lo-net²; Erstellen von Websites mit dem Website-Generator von lo-net²
PlanungTabellarischer Verlaufsplan

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Inoffiziellen Mitarbeiter als Schlüssel zum Verständnis des SED-Regimes
Mit der Unterrichtseinheit über die Inoffiziellen Mitarbeiter des MfS lernen die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Aspekt des SED-Unrechtsregimes kennen. Die Unterrichtseinheit besteht aus drei Modulen. In einem ersten Schritt informieren sich die Schülerinnen und Schüler über die historischen Hintergründe und Zusammenhänge, die mit der Gründung des Ministeriums verbunden sind. In einem zweiten Schritt beschäftigen sie sich mit den IM selbst, wer sie waren, wie sie angeworben wurden, wie sie und ihre Führungsoffiziere über die Arbeit urteilten. Hier gibt es auch eine Aufgabe zur Rekrutierung minderjähriger IM.

Auflösung der Stasi und gesellschaftliche Aufarbeitung
Das letzte Modul behandelt das Ende des Staatssicherheitsdienstes, seine Auflösung und die Gründung des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU). Fragen zum Umgang mit den riesigen Aktenbergen, zu Aufarbeitung und moralischer Beurteilung des "Spitzelwesens" kommen in einer abschließenden Diskussion ebenfalls zur Sprache.

Einsatz von lo-net²
Die Arbeitsergebnisse werden auf Arbeitsblättern, aber auch in selbst erstellten Blogs, Websites, Wikis oder auch Power-Point-Präsentationen vorgestellt. Dafür steht eine Vielzahl multimedialer und interaktiver Angebote auf lo-net² zur Verfügung.

  • Didaktisch-methodische Hinweise
    Die Unterrichtseinheit im Detail, die sowohl gezielt zur Vorbereitung auf die Ausstellung als auch unabhängig davon genutzt werden kann, finden Sie hier.

Download

mitarbeiter-mfs_arbeitsmaterialien.zip
mitarbeiter-mfs_plattformmaterialien.zip
 

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Juliane Schütterle, Dr. phil., ist Historikerin mit den Schwerpunkten Zeitgeschichte und Deutsche Teilung. Sie ist seit September 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Hier gelangen Sie auf die persönliche Homepage der Autorin.

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