Wohl in nahezu allen Schulen werden die tollen Tage gefeiert. Ob Karneval, Fasching oder Fastnacht, selbst die Hauptstadt bleibt nicht verschont, erst recht seitdem der "Rheinländer" sich dort verstärkt ausbreitet. Viele Mädchen verkleiden sich besonders gerne als Funkenmariechen, aber woher kommt diese Tradition? Mit digitalen Medien können die Schülerinnen und Schüler dies und vieles mehr herausfinden, indem sie sich selbstständig Hintergrundwissen erarbeiten.
HintergrundwissenIn "Kölle" wie in anderen Regionen gibt es im Zusammenhang mit Karneval zahlreiche Wortbedeutungen und Erscheinungen, von denen die Kinder nur vom Hörensagen wissen, die sie aber unbedingt kennen lernen wollen. Dazu gehören Begriffe wie "Funkenmariechen", "Prinz", "Funken", "Karnevalsorden", "Dreigestirn" oder "Sitzung". Hintergrundwissen über das Brauchtum ist bei den Kindern ebenfalls sehr gefragt. In welchen Ländern der Erde gibt es Karneval - was bedeutet eigentlich der Begriff?
Mariechen aus Zeitung und InternetKarneval kann und sollte also Gegenstand des Unterrichts sein. Es stellt sich die Frage nach den Quellen. Wie sich zeigt, gibt es Informationen praktisch nur in Zeitungen und im Internet. Kinderliteratur dazu gibt es meines Wissens nicht (wohl aber dicke Wälzer über Prinzen von "anno pief" bis heute). Aus Tageszeitungen konnten wir vereinzelt Bilder ausschneiden, die Texte aber waren kaum zu gebrauchen, da meist über "Klüngel", also einzelne Veranstaltungen und Personen - berichtet wurde, nicht aber über die Zusammenhänge. Bleibt das Internet. Hier zeigte sich bei der ersten Bearbeitung vor vier Jahren, dass die bis dahin wenigen Internetseiten nur selten kindgerechte Informationen enthielten. Auch die Bildauswahl war äußerst mager. Inzwischen gibt es zwar wesentlich mehr Seiten zum Thema Karneval, die mögliche Ausbeute für den Unterricht hat sich aber leider nur unwesentlich geändert.
MaterialsucheAus der Not ergab sich die Frage, ob man nicht selbst Material zusammenstellen und aufbereiten konnte. Durch Beziehungen konnte ich einiges Bildmaterial auftreiben und dazu in einem Fundus von Karnevalsorden wühlen. Die Fotos wurden eingescannt und auf Webseiten zusammengestellt. Dabei stellte sich die Frage, wie man gerade die Orden am besten aufbereiten konnte. Nach ein paar Versuchen mit Fotos erwies sich die einfachste Methode als die beste: Einfach einscannen und ab auf die Website. (Gut, ein bisschen Nachbearbeitung war noch nötig.) Sofern eine Digitalkamera zur Verfügung steht, kann natürlich auch fotografiert werden. Die Bilder wurden auf mehrere Seiten verteilt und standen der kindlichen Neugier zur Verfügung.
ArbeitsblätterEine Intention der Karnevalsseiten soll sein, dass die Kinder möglichst selbstständig die Webseiten bearbeiten. Deshalb wurden auch Arbeitsblätter ins Netz gestellt, die von den Kindern ausgedruckt und bearbeitet werden können. Die Seiten stehen als HTML-Seiten im Netz. Natürlich könnte man die Arbeitsblätter auch als PDF-Datei zur Verfügung stellen. Eine weitere Möglichkeit der selbstständigen Bearbeitung wäre der Einbau von interaktiven Tests mit eigener Auswertungsmöglichkeit. Programme wie Hot Potatoes oder Clic 3.0 sind leicht zu bedienen und dafür gut geeignet.
Ralf Kurth ist Lehrer an der Langemaß-Grundschule in Köln und hat seit rund zwölf Jahren praktische Erfahrungen im Einsatz von Computern in der Grundschule.
Brauchtum, Zeitung