Neurologische Erkenntnisse zeigen auf, dass Lernfortschritt sehr eng mit Sinneseindrücken gekoppelt ist. Gerade durch Bewegung wird das Gehirn zusätzlich angeregt, und die Synapsenbildung wird gefördert. Das heißt: Das Gehirn knüpft mehr Verbindungen zwischen den Nervenenden, als wenn sich der oder die Lernende nicht in Bewegung befindet. Untersuchungen mit unterschiedlichen Schulklassen haben gezeigt, dass das "bewegte Lernen" die Lernfreude steigert und die gelernten Impressionen besser haften bleiben. Ein wesentlicher Teil der Bewegung im Lernprozess ist die optimale Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und den notwendigen Nährstoffen. Die verstärkte Durchblutung fördert die Konzentration und wirkt der Lernmüdigkeit entgegen.
Der VergleichEin Vergleich zweier Klassen aus der Schweiz belegt die Bedeutung bewusster Bewegungssequenzen im Lernprozess: Eine Klasse hat sich zwei Jahre lang täglich eine Stunde bewusst bewegt (Untersuchung im Schulhaus Geisseinstein, Luzern CH). Die andere Klasse hat die Schulstunden klassisch verbracht und "nur" die normalen Sportstunden absolviert. Nach zwei Jahren wurden die beiden Klassen hinsichtlich ihrer Konzentrationsfähigkeit getestet. Die Klasse, die sich vermehrt bewegt hatte, zeigte eine um 30 Prozent höhere Konzentrationsfähigkeit als die andere Gruppe. Weitere Studien aus Deutschland und Kanada belegen, dass Schülerinnen und Schüler dank mehr Bewegung weniger aggressiv sind und ein höheres Selbstwertgefühl haben.
Bewegter Unterricht, bewegtes LernenDie Methode des "bewegten Unterrichts" und des "bewegten Lernens" bezieht den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder in den schulischen Alltag mit ein und hat positive Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler.
Bewegungsmangel unter JugendlichenDer Kontext, in dem sich die Grundidee des "bewegten Lernens" situiert, ist der des zunehmenden Bewegungsmangels, der bei Schülerinnen und Schülern seit einiger Zeit beobachtet wird. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass sich die zunehmende Technisierung des Alltags einschränkend auf den jugendlichen Bewegungsdrang auswirkt und damit die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder behindert. In der Folge fehlen im Freizeitbereich Erfahrungen in der Bewegungsund Spielkultur. Hier kann die Schule durch konkrete Übungen und Bewegungsanregungen einen Kontrapunkt setzen.Einem Mangel an Bewegung vorbeugenEin weiteres Phänomen, das mit dieser Entwicklung zusammenhängt, ist der starke Zuwachs von übergewichtigen Kindern in den letzten zwanzig Jahren. Dabei handelt es sich um eine vom Lebensstil der modernen Gesellschaft abhängige Erkrankung, die mittlerweile extreme Ausmasse angenommen hat. Daran ist nicht in erster Linie die falsche Ernährung Schuld sondern eher der Mangel an Bewegung.
Die Möglichkeiten, dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden und das bewegte Lernen in den Unterricht zu integrieren, sind vielfältig. Unterschiedliche Methoden und Techniken erlauben einen differenziert und abwechslungsreichen Einsatz:
Das Unterrichtsmaterial wurde mit Unterstützung der Kik AG und von Nintendo erstellt.
Entwicklungspsychologie, Lernen, Lernpsychologie, Lernstrategie, Lerntheorie, Sport