Schulen und Öffentlichkeitsarbeit

lo-net GmbH gibt Ergebnisse der bundesweit durchgeführten Schulleiterbefragung "Schulen im Gespräch" bekannt. In Zusammenarbeit mit der Berliner Kommunikationsagentur plattform-p und Professor Angela Ittel (Institut für Erziehungswissenschaft der TU Berlin) untersuchte lo-net GmbH die Erfahrungen und Herausforderungen im Bereich schulischer Öffentlichkeitsarbeit.
 

Schulen stehen vor der Herausforderung, sich und ihre Arbeit vermehrt darstellen zu müssen, um genügend Schülerinnen und Schüler anzuwerben. Schulen sind also immer mehr darauf angewiesen, ein klares, unverwechselbares Profil zu entwickeln, um dem wachsenden Wettbewerbsdruck standhalten zu können. Sie müssen sich auf ihre Stärken besinnen und diese ihren verschiedenen Zielgruppen kommunizieren. Daher ist es für manche Schulen inzwischen eine Selbstverständlichkeit Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. An vielen Schulen wird umfassende Öffentlichkeitsarbeit allerdings immer noch als nicht vereinbar mit pädagogischen Zielen und Konzepten gesehen.

Ergebnisse der Studie

Schulen im Internet
Ein Internetauftritt ist für Schulen inzwischen zum Standard geworden, alle befragten Schulen sind im Internet zu finden und 88 Prozent nutzen ihre Internetseiten sogar regelmäßig für die Außenkommunikation. Wie wichtig das Internet für die schulische Kommunikation ist, zeigt sich auch an der Aufgabenverteilung an den Schulen: An zwei Drittel der Schulen kümmert sich zusätzlich eine Kollegin oder ein Kollege um die Betreuung der Internetseiten.

 

Nicht alle Kollegen sehen die Vorteile durch den Einsatz digitaler Medien in der Schule. Die Bedenken beruhen oftmals auf Unkenntnis.

Virtuelle Arbeitsplattformen für Schulen

Von den befragten Schulen nutzen 32 Prozent eine virtuelle Arbeitsplattform und 19 Prozent planen, in der näheren Zukunft eine Plattform einzurichten. Bei der Intensität der Nutzung wird allerdings deutlich, dass der Großteil der Schulen das Potential dieser Arbeitsplattformen noch nicht ausschöpft: Nur 10 Prozent der Schulen nutzen die Plattform täglich, 26 Prozent mehrmals in der Woche, 10 Prozent mehrmals im Monat und 54 Prozent nutzen sie mehrmals im Jahr oder seltener. Die Gründe für diese teilweise sehr sporadischen Zugriffe liegen vor allem in einer Kombination aus mangelnden Ressourcen und Kompetenzen. In den Interviews erläuterten die Schulleiterinnen und Schulleiter, dass der Alltag kaum Raum für grundlegende Weiterbildungen ließe. Das bedeutet, dass meist nur ein oder zwei Personen die Möglichkeiten der Arbeitsplattform wirklich gut kennen und wenn diese aus verschiedenen Gründen nicht mehr an der Schule sind, liege das komplette Projekt brach - oft für Jahre.

 

Digitale Kommunikation erleichtert die Arbeit
Allerdings zeigt die Studie auch deutlich, dass die digitale Kommunikation eine große Chance für die Schulen beinhaltet: Die Zufriedenheit der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter in Bezug auf die interne Kommunikation steigt mit der Häufigkeit, mit der E-Mail, Intranet oder Arbeitplattformen genutzt werden, um organisatorische und grundlegende Fragen zu klären. Die in den Interviews geschilderten Erfahrungen machen deutlich, dass so der Alltag der beteiligten Kolleginnen und Kollegen sowie der Schulleitung langfristig entlastet wird und die Kommunikation störungsfreier verlaufen kann. Es treten weniger Missverständnisse auf und Informationen können schneller verteilt werden. Die positiven Auswirkungen der digitalen Kommunikation sind aber vor allem bei den Schulen deutlich zu verzeichnen, an denen der persönliche Kontakt, etwa durch Konferenzen oder Gespräche, ebenfalls regelmäßig gepflegt wird.

Hintergrund der Studie

Um die bisherigen Erfahrungen und Erwartungen, aber auch die Lücken und den Verbesserungsbedarf im Bereich schulischer Öffentlichkeitsarbeit systematisch erfassen zu können, haben die Projektpartner lo-net GmbH, die Berliner Kommunikationsagentur plattform-p und Professor Angela Ittel vom Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie am Institut für Erziehungswissenschaft der TU Berlin eine bislang einzigartige bundesweite Befragung von Schulleiterinnen und Schulleitern initiiert. Im Rahmen der Studie wurden über 40 Schulleiterinnen und Schulleiter verschiedener Bundesländer und unterschiedlicher Schulformen ausführlich zur Öffentlichkeitsarbeit an ihrer Schule befragt. Ziel der Studie ist die Ermittlung des Bewusstseins für die Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und des Bedarfs am aktiven Einsatz von digitalen Medien. Weiter Informationen zur Studie finden Sie auf dem Portal: www.plattform-p.de.

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Nadja Tholen ist Wirtschaftsjuristin und als Projektleiterin bei der lo-net GmbH tätig, die lo-net² mitbetreibt. Sie konzipiert E-Learning-Programme für verschiedene Fernlehrinstitute.

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