PriMaPodcast - Podcasts zur Mathematik in der Primarstufe

Wie setzt man Podcasts im Mathematikunterricht der Primarstufe ein? Der Artikel gibt einen Einblick in ein Podcast-Projekt und zeigt neue Perspektiven zum Forschen mit digitalen Medien im mathematikdidaktischen Bereich.
 

Durch Projekte, in denen die schriftlich-grafische Darstellung im Mathematikunterricht untersucht wurde, bildete sich die Frage heraus, wie der Unterricht ohne diese Darstellungselemente entwickelt werden kann. Der vorliegende Artikel erläutert die Beweggründe und die damit verbundene Absicht beim Erstellen von PriMaPodcasts: Audio-Podcasts zu mathematischen Themen in der Primarstufe. Dabei bietet die Produktion von Podcasts Möglichkeiten zum Lernen und zur Diagnose. Die Idee für diesen Ansatz wurde im Rahmen des Projektes Lehr@mt an der Universität Frankfurt am Main entwickelt.

Motivation

Schriftlich-grafische Elemente in der Mathematik
PriMaPodcasts ging eine intensive Beschäftigung mit den schriftlich-grafischen Elementen im Problemlöseprozess im Rahmen des Projektes Mathe-Chat voran. Dieses zeigte den besonderen Status, den Darstellungen in der Mathematik und im Mathematikunterricht haben. Es gibt eine relativ hohe Abhängigkeit mathematischer Kommunikation von schriftbasierten Fixierungen. Das Geschriebene übernimmt dabei nicht nur die Funktion der Konservierung von Aussagen oder Aspekten des Bearbeitungsprozesses. Ohne schriftliche Aufzeichnung ist die Kommunikation über mathematische Sachverhalte deutlich erschwert.

Gegenstand und Repräsentation
Die Abhängigkeit der Darstellung von der Wahl der Darstellungsweise ist wohl in kaum einer anderen Wissenschaft so groß wie in der Mathematik. Dies hat damit zu tun, dass in vielen mathematischen Verfahren die Darstellung selbst als die mathematische Idee genommen werden kann und nicht ausschließlich als deren Repräsentation in Form eines Symbols oder Zeichens verstanden werden muss. Lesen wir beispielsweise das Wort "Baum", so ist uns allen klar, dass dieses Wort nicht der Baum selbst ist. Sehen wir dagegen die Ziffer "5", so können wir diese 5 auch als den Gegenstand 5 nehmen.

Fehlen schriftlich-grafischer Elemente als Herausforderung
Vor allem diese Besonderheit mathematischer Symbole führt dazu, dass Darstellungsweisen in der Mathematik einerseits beliebig erscheinen und andererseits in ihrer Wahl und spezifischen Konstruktion in einer besonderen Weise das jeweilige mathematische Objekt mitkonstituieren. Genau hier setzt PriMaPodcasts an: Wenn das Fehlen schriftlich-grafischer Elemente die Kommunikation über mathematische Sachverhalte erschwert, so kann dies eine besondere Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler sein und zum Lernen beitragen. Darüber hinaus ist es interessant, wenn die Möglichkeit der Darstellung auf das verbale Darstellen beschränkt ist.

Podcast-Einsatz

Unterschiedliche Einsatzszenarien
Audio-Podcasts werden in den Fächern unterschiedlich eingesetzt: Es können Produktionen von Schülerinnen und Schülern sein, die das Lernergebnis darstellen oder als Präsentation gedacht sind. Oft werden Podcasts auch als Ausgangspunkt für eine Unterrichtsstunde oder eine Unterrichtseinheit genutzt. Diese sind teilweise von den Lehrenden erstellt oder aus dem Internet passend ausgesucht. Es gibt auch Szenarien, in denen nicht das Produkt selbst, sondern die Erstellung der Podcasts den zentralen Punkt im Lernprozess darstellt.

Ausgangsfrage für PriMaPodcasts
In dem hier beschriebenen Projekt werden Audio-Podcasts erstellt und damit die schriftlich-grafischen Darstellungen gerade nicht einbezogen. Die Erstellung ist auch hier von zentralem Interesse: Wie wird ein mathematischer Sachverhalt dargestellt, wenn schriftlich-grafische Elemente nicht verwendet werden können? Oder konkreter: Wie beschreiben Schülerinnen und Schüler mathematische Begriffe wie "unendlich", "größer" und "kleiner", Vorgänge wie Addition und Division oder ein geometrisches Objekt, den Kreis, einen Quader, wenn nur mündlich dargestellt werden kann?

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Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Christof Schreiber ist Ausbilder am Studienseminar GHRF Hanau und für das Projekt Lehr@mt an das Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik der Universität Frankfurt am Main abgeordnet.

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