Rolf Netz
07.01.2009

Lernen lernen - mit Medien und Methoden

Dieser Basisartikel beleuchtet das Lernen mit Medien und Methoden. Dabei schwenkt der Blick zu methodischen Finessen, die das Lernen unterstützen, und streift die Geschichte und die Mode der Unterrichtsmedienlandschaft.
 

Eigentlich sollte es unnötig sein, sich Gedanken darüber zu machen, wie es geht, das Lernen zu lernen. Ein Kind erobert sich die Welt mit der ihm angeborenen Neugier - Konrad Lorenz nannte das "Explorationsbedürfnis" - und lernt so, sich zurecht zu finden und sich Erfahrungen zu Nutze zu machen. Jede neue Erfahrung spornt zu weiteren Lernaktivitäten an, durch die das Kind einen Erfahrungsschatz sammelt, der ihm das Leben in der Umwelt ermöglicht. Eltern und Bezugspersonen aus Familie und Nachbarschaft helfen, die gemachten Erfahrungen zu deuten und aufkommende Fragen zu beantworten. Das Kind kann so sein Wissen und Können altersentsprechend auf- und ausbauen und in die Erwachsenenwelt hineinwachsen.

Lebenswirklichkeit versus Lernwelt

Die Zeiten, in denen das so natürlich und einfach war, sind längst vorbei. Verstädterung der Wohnumgebung, Verlust des unmittelbaren Bezugs zur Natur und mangelnde Möglichkeiten der Eltern, sich hinreichend um das Kind zu kümmern, lassen eine völlig andere Lernwelt entstehen, in der die natürliche Entwicklung nicht mehr stattfinden kann. Das Kind lernt zwar, weil Lernen in seinem Kopf vorprogrammiert ist - man kann nicht nicht lernen. Aber die Grundlagen fehlen, die zur Verarbeitung des Gelernten notwendig sind. Das automatische Lernen hat aufgehört, sich natürlich zu vollziehen.

Methoden- und Medienvielfalt nutzen

Kein Patentrezept für Lehr-Lern-Erfolge
Die ideale Unterrichtsmethode und das universale Medium gibt es nicht. Methode und Medien sind zunächst einmal vom Unterrichtsstoff, also dem Thema, abhängig. Die falsche Wahl kann das Chaos im Unterricht bedeuten. Das Chaos kann aber auch eintreten, wenn die Lehrkraft methodische Entscheidungen trifft, die nicht mit der jeweiligen Klasse umgesetzt werden können. Oder wenn Methode und Medium zwar zum Thema passen, aber der oder die Unterrichtende sie nicht beherrscht.

Authentisch bleiben
Die Vielfalt der Methoden und Medien gibt es zum Glück. Leitspruch bei der Auswahl sollte daher immer sein: Wähle die aus, die zu dir passen. Es ist besser, eine Lehrkraft arbeitet das ganze Leben lang nur mit drei Methoden, die sie aber beherrscht, als dass sie dauernd mit Methoden und Medien herumstümpert, mit denen weder sie selbst noch die Klasse etwas anfangen kann.

  • Methoden, die das Lernen fördern
    Bei den folgenden Tipps zu lernfördernden Methoden wird bewusst auf eine alters- oder schuljahrgangsbezogene Empfehlung verzichtet.

Zusatzinformationen

Im Web

Im Print-Format

  • Spitzer, Manfred: Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg/Berlin 2002
  • Roth, Gerhard / Spitzer, Manfred / Caspary, Ralf: Lernen und Gehirn: Der Weg zu einer neuen Pädagogik. Freiburg 2008

Informationen zum Autor

Rolf Netz ist ausgebildeter Lehrer für Englisch und Russisch (Sekundarstufe II). Nachdem er viele Jahre lang für das Deutsche Rote Kreuz in der Ausbildung von Lehrkräften tätig war und Lehrmaterialien entwickelt hat, arbeitet er nun als freier Trainer in der Erwachsenenbildung.

Kommentare zu dieser Unterrichtseinheit
  • Etwas übersehen? christl, 08.01.2009 08:07
    Ich frage mich, ob ich in diesem Beitrag etwas Wesentliches übersehen habe. Sowohl der Grundsatzartikel als auch die Links enthalten pädagogische Binsenweisheiten, die unser täglich Brot sind.
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