Im Deutschunterricht lernen Schülerinnen und Schüler den Inhalt von Goethes "Zauberlehrling" kennen und entwickeln einen szenischen Ablauf. Im Kunstunterricht bauen sie Guckkastenbühnen aus Schuhkartons und im Musikunterricht singen oder sprechen sie den Text der Ballade als Rap-Interpretation. So entsteht ein lebendiger Film, der den Kindern klassische Texte leichter nahe bringt und sie zielorientiert in den Umgang mit neuen Medien einführt. Auf eigenen Wunsch entwickelt die Klasse außerdem eine kleine Lernsoftware für andere Schülerinnen und Schüler, die den "Zauberlehrling" auswendig lernen müssen. Diese enthält neben Videosequenzen den Balladentext in kleinen Portionen zum Lernen und einen Info-Text zu Goethe.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Der Trickfilm als didaktische AufgabeDie Herstellung eines Trickfilms vereint auf einfache Art technische, kreative, dramaturgische, organisatorische und soziale Komponenten. Die Vorteile des hier gewählten Stop-Motion-Films sind im Vergleich zum Zeichentrick- oder Videofilm die Reduktion der Mittel und die Sparsamkeit des Aufwands. Das heißt, da die Perspektive eher statisch ist, konzentriert man sich auf die Bedienung des Camcorders, ohne gleich in die Kameraführung einzusteigen. Man benutzt fertige bewegliche Figuren (Playmobil), anstatt jede Bewegung einer Figur in vielen Bildern zu zeichnen (Zeichentrickfilm).Der Film als eines von vielen ZielenDie Reduktion und damit Konzentration auf das Wesentliche verhilft den Kindern in der Einstiegsphase zu ersten Erfolgserlebnissen beim Filmen. Die filmische Fassung der Ballade erleichtert den Schülerinnen und Schülern den Zugang zum klassischen Text. Das Ziel, einen Film zu produzieren, motiviert sie beim Auswendiglernen, insbesondere auch weil sie den Text modern vertonen.
Markus Schega ist Grundschullehrer und koordinierte das kubim-Projekt "Kinder machen Kunst mit Medien" in Berlin. Für Lehrer-Online ist er als Fachberater für den Bereich Sonderpädagogik zuständig.
Lyrik, Kunst, Film, kreative Medienarbeit