Der Begriff "Web 2.0" hat sich seit seiner Prägung durch den Verleger Tim O'Reilly im Jahre 2004 nicht zuletzt durch die Verbreitung in Weblogs und Foren zu einem Schlüsselbegriff der Mediendiskussion gemausert. Bezeichnet wird damit ein userzentriertes Internet, verbunden mit einer Mitmach-Philosophie: Aus dem passiven Nutzer, so die Botschaft, wird ein aktiver Gestalter, der nicht nur selbstständig eigene multimediale Inhalte erzeugt, sondern sich mit anderen Usern vernetzt und gemeinsam an der Ausgestaltung von Portalen arbeitet, deren Qualität und Reichweite von einem Einzelnen gar nicht zu erbringen wäre. Dafür steht eine unbestimmte Zahl an Anwendungen, Online-Services und Communities bereit, die in höherem Maße als bisher den Internetnutzern Gestaltungs-, Mitsprache- und Interaktionsmöglichkeiten bieten. Web 2.0 - eine neue Ära des Internets oder nur ein medialer Hype? Welche Bedeutung hat Web 2.0 für den Bildungsbereich?
Beim Googeln zu "Web 2.0" erzielt man über 700 Millionen Treffer. Und die Begriffsprägung hat Schule gemacht, wie zum Beispiel "eLearning 2.0". Dabei orientiert man sich an den Versionsnummern einer Software. Web 1.0 war gestern, und die Steigerungsform "Web 3.0" deutet bereits an, dass sogar von einer Folgeversion ausgegangen werden muss. Dabei umfasst Web 2.0 natürlich viel mehr als eine Software. Wer die rasante Entwicklung einiger Web-Angebote wie Google oder Wikipedia in nur wenigen Jahren verfolgt hat, bekommt einen Eindruck von der Dynamik der Wissens- und Informationsgesellschaft. Die Produktion und Distribution von Wissen, die Kommunikation und Weiterverarbeitung von Informationen haben sich stark gewandelt. Voraussetzung dafür war, das Netz anders, vielfältiger und auch intensiver nutzen zu können - und mit steigendem direkten Vorteil für den Nutzer selbst. In den Industrieländern sind die Internet-Nutzerzahlen seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre stark angewachsen. Aber vor allem eine auch für private User bezahlbare Breitbandigkeit macht es heute möglich, auf datenaufwändige Applikationen rund um die Uhr zuzugreifen.
Auch Schulen ans Netz bietet auf seinen verschiedenen Internetportalen Formate wie RSS-Feeds und Podcasts an; in verschiedenen, zielgruppenspezifischen Fachbeiträgen wird die Relevanz des Themas Web 2.0 für Bildungsprozesse ausführlich erläutert.
Lehrer-OnlineBei Lehrer-Online findet man Unterrichtsbeispiele für die methodische Verwendung von Podcasts, Wikis oder Blogs im schulischen Kontext. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen solcher Anwendungen im Bildungskontext werden im Bereich Recht schon beleuchtet.