Uranus und Neptun - Beobachtung der Eisriesen

Die auch als "Eisriesen" bezeichneten Planeten Uranus und Neptun sind im Rahmen schulischer Beobachtungsprojekte deutlich weniger relevant als alle anderen Planeten. Bei der Erkundung des Sonnensystems sollte dennoch ein Blick auf diese eigentlich "wahren blauen Planeten" nicht fehlen.
 

Ein Blick durch das Teleskop - notfalls durch einen montierten Feldstecher - auf Neptun und Uranus lohnt sich trotz fehlender erkennbarer Oberflächendetails auf jeden Fall: Alle Naturfreunde sind auch kleine Sammler, und da Pluto nun "offiziell" kein Planet mehr ist, bekommen Schülerinnen und Schüler ihre persönliche Kollektion der mit eigenen Augen gesehenen Planeten problemlos zusammen, wenn sie die beiden Außenposten unseres Systems erst einmal "abhaken" können (alle anderen Planeten sind - zum richtigen Zeitpunkt - problemlos mit bloßem Auge zu sehen). Ausgestattet mit Hintergrundwissen um die Fremdartigkeit und Ferne der "Eisriesen" wird auch das bescheidene visuelle Erlebnis seine Faszination auf die Naturliebhaber unter den Lernenden entfalten und als Erstbeobachtung unvergesslich bleiben. Informationen zur Sichtbarkeit der Planeten am Abendhimmel finden Sie unter Links und Literatur. Zur Vorbereitung der Beobachtung können mithilfe kostenfreier Planetarium-Software (Stellarium, Cartes du Ciel) Simulationen durchgeführt und Sternkarten ausgedruckt werden.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • gemeinsam den Abendhimmel beobachten und versuchen, mithilfe einer Aussuchkarte die Planeten Uranus und Neptun mit einem Feldstecher zu entdecken.
  • mithilfe eines Spektivs (wie es zum Beispiel Hobby-Ornithologen verwenden) oder eines Amateurteleskops (Schulteleskop, Volkssternwarte) Uranus und Neptun mit eigenen Augen sehen.
  • wissen, das Galileo Galilei (1564-1642) Neptun bereits 1612 und 1623 gesehen, aber nicht als Planet erkannt hat, weil er "Pech" hatte.
  • wissen, dass Wilhelm Herschel (1738-1822) bereits im Jahr 1797 einen Ring um den Uranus sah, moderne Astronomen dies jedoch nicht glaubten, einige es nun aber doch tun, weil die Ringsysteme der Eisriesen nach neueren Erkenntnissen recht dynamisch sein können und vor 200 Jahren möglicherweise viel heller waren.

Kurzinformation

ThemaBeobachtung der Eisriesen Uranus und Neptun
AutorDr. André Diesel
FächerNaturwissenschaften ("Nawi"), Astronomie, Astronomie AG
ZielgruppeSekundarstufe I und II
Zeitraumein Beobachtungsabend
Technische VoraussetzungenFeldstecher mit zehnfacher oder 40-facher Vergrößerung (mit Montierung) oder Spektiv (40- bis 60-fache Vergrößerung); um Planetenscheibchen erkennen zu können, benötigen Sie ein Amateurteleskop mit 10-15 cm (Uranus) beziehungsweise 20 cm Objektivdurchmesser (Neptun), 100-200-fache Vergrößerung (Schul- oder Volkssternwarte)
SoftwarePlanetarium-Software zur Vorbereitung der Beobachtung (Beamerpräsentation) oder zum Ausdrucken von Himmelskarten, zum Beispiel Stellarium oder Cartes du Ciel (kostenfreie Downloads aus dem Internet)

Didaktisch-methodischer Kommentar

Der visuelle Eindruck im Teleskop
Die Erscheinung des Neptun in Amateurgeräten ist - offen gestanden - recht unspektakulär. Zu sehen ist bei etwa 200-facher Vergrößerung ein sehr, sehr kleines, blau-gräuliches Planetenscheibchen. Im Bild oben links ist neben dem vom Hubble-Teleskop aufgenommen Bild ein Neptun-Foto zu sehen, das Torsten Lietz durch ein Amateurteleskop aufgenommen hat. Bemerkenswert ist aber, dass der von der Sonne etwa 4,5 Milliarden Kilometer entfernte Planet mit heutigen Amateurgeräten überhaupt eine Scheibchenform erkennen lässt und sogar noch einen Farbeindruck zu vermitteln vermag.

Neptun und Uranus im Feldstecher
Der erst 1846 aufgrund von Bahnstörungen des Uranus, also mithilfe einer mathematischen Vorhersage, entdeckte Neptun lässt sich bereits in einem guten Feldstecher aufspüren (erscheint darin jedoch nur als sternartiges Pünktchen). Das ist jedoch selbst für hartnäckige Anfänger nicht so einfach, bietet aber die Chance auf ein schönes Erfolgserlebnis. Der fast drei Milliarden Kilometer von der Sonne entfernte und 1781 entdeckte Uranus ist dagegen mit dem Feldstecher recht gut zu finden und kann bereits bei zwanzigfacher Vergrößerung einen leicht blau-grünen Farbeindruck hinterlassen.

  • Wann ist was von den Eisriesen zu sehen?
    Beobachtungen von Uranus und Neptun sollten auf die Zeiten um die Oppositionen gelegt werden. Zu sehen sind im Idealfall bläuliche Scheibchen ohne Details.

Internetadressen und Literatur

Informationen zum Autor

Dr. André Diesel ist Diplom-Biologe und Fachredakteur für Naturwissenschaften im Projekt Naturwissenschaften entdecken!.

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