Forschendes Lernen und offene Aufgaben

In diesem Beitrag wird erklärt, was unter einer offenen und forschenden Unterrichtsgestaltung zu verstehen ist und aufgezeigt, welche Herausforderungen diese neue Einstellung zum Lernen mit sich bringt. Darüber hinaus werden Praxisbeispiele angeführt und Materialien bereitgestellt.
 

Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler nicht nur Regeln und Fakten lernen, sie müssen auch Kompetenzen erwerben, die sie später im Berufsleben einsetzen können. Ein Zugang zur Förderung von solch berufsbezogenen Kompetenzen ist eine offene und forschende Unterrichtsgestaltung. Über die Homepage www.offeneAufgaben.de des EU-Projekts Primas sind zahlreiche offene und forschende Aufgabenbeispiele für den Unterricht, Fortbildungsmodule und Unterrichtsfilme für Lehrkräfte der Mathematik und der Naturwissenschaften verfügbar.

 

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial "Forschendes Lernen"

ThemaOffene und forschende Aufgabensammlung für den Unterricht
AutorenProf. Dr. Katja Maaß, Dr. Patrick Bronner
FächerMathematik, Physik, Chemie, Biologie
ZielgruppeKlassen 1-13, alle Schularten
ZeitraumEs gibt kleinere offene Aufgaben für 15 Minuten bis hin zu forschenden Unterrichtsprojekten über mehrere Schulstunden.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Neue Einstellung zum Lernen finden
Sowohl von Lehrkräften als auch von Schülerinnen und Schülern wird bei offenen Aufgaben und einer forschenden Unterrichtsgestaltung eine neue Einstellung zum Lernen gefordert. Von den Lernenden wird erwartet, dass sie eigene Fragen stellen, Entscheidungen treffen, Versuche planen, diskutieren, zusammenarbeiten, Ergebnisse kommunizieren und nachvollziehbare Erklärungen finden. In Konsequenz haben Lehrkräfte nicht mehr die Aufgabe, nur Wissen zu vermitteln, sondern die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und als kooperative Lernberater zu unterstützen. Dies kann nicht von heute auf morgen gelernt werden. Daher ist es wichtig, vor allem am Anfang kleine Schritte zu gehen und nicht gleich mit großen Projektaufgaben zu starten.

Kompetenzen

Einsatz offener Aufgaben im Unterricht

Arbeitsmaterialien "Forschendes Lernen"

Die Projekte Primas und Mascil

Projektziele
Die beiden europäischen Projekte Primas (2010 - 2013) sowie Mascil (2013 - 2016) unterstützen Lehrerinnen und Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften aller Schularten und Klassenstufen darin, offene und forschende Aufgaben im Unterricht einzusetzen. Durch neue Unterrichtsformen soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler für Mathematik und Naturwissenschaften nachhaltig geweckt und berufliche Perspektiven im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich eröffnet werden. Im Rahmen der Projekte werden Unterrichtsmaterialien bereitgestellt, Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen angeboten und Netzwerke aufgebaut.

Wie entstehen die Materialien und Fortbildungskonzepte?
Die Aufgabenbeispiele und die Fortbildungsmaterialien entstehen im Rahmen der Projekte Primas und Mascil. In den Projekten arbeiten 17 Hochschulen aus 13 europäischen Ländern zusammen. Bei den zweimal im Jahr stattfindenden Projektmeetings treffen sich circa 50 Personen aus Schulen, Schulbehörden und Hochschulen um die Konzepte weiterzuentwickeln, Materialien zu überarbeiten und sie schließlich wieder in ihre Länder zu tragen, wo sie getestet und optimiert werden. Beide Projekte wurden beziehungsweise werden von der europäischen Union gefördert und von Prof. Dr. Katja Maaß, Pädagogische Hochschule Freiburg, koordiniert.

Informationen zu den Autoren

Prof. Dr. Katja Maaß ist am Institut für mathematische Bildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Realitätsbezüge im Mathematikunterricht, forschendem Lernen und offenen Aufgaben. Sie schrieb dazu Bücher und Zeitschriftenartikel, bietet Fortbildungen an und leitet mehrere von der EU geförderte Projekte.

Dr. Patrick Bronner ist Gymnasiallehrer am Friedrich-Gymnasium Freiburg. In seiner Promotion befasste er sich mit der Frage, wie moderne quantenphysikalische Experimente in den Physikunterricht integriert werden können (www.QuantumLab.de). Zur methodischen Bereicherung des Unterrichts arbeitet er momentan bei den Projekten Primas und Mascil der Pädagogischen Hochschule Freiburg mit.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Dr. Patrick Bronner aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen des Autors.

Internetadressen

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Kooperationen
 
  • ph-freiburg.de
    Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der PH Freiburg.
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