Ein Blick durch das Teleskop - notfalls durch einen montierten Feldstecher - auf Neptun und Uranus lohnt sich trotz fehlender erkennbarer Oberflächendetails auf jeden Fall: Alle Naturfreunde sind auch kleine Sammler, und da Pluto nun "offiziell" kein Planet mehr ist, bekommen Schülerinnen und Schüler ihre persönliche Kollektion der mit eigenen Augen gesehenen Planeten problemlos zusammen, wenn sie die beiden Außenposten unseres Systems erst einmal "abhaken" können (alle anderen Planeten sind - zum richtigen Zeitpunkt - problemlos mit bloßem Auge zu sehen). Ausgestattet mit Hintergrundwissen um die Fremdartigkeit und Ferne der "Eisriesen" wird auch das bescheidene visuelle Erlebnis seine Faszination auf die Naturliebhaber unter den Lernenden entfalten und als Erstbeobachtung unvergesslich bleiben.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Der visuelle Eindruck im TeleskopDie Erscheinung des Neptun in Amateurgeräten ist - offen gestanden - recht unspektakulär. Zu sehen ist bei etwa 200-facher Vergrößerung ein sehr, sehr kleines, blau-gräuliches Planetenscheibchen. Im Bild oben links ist neben dem vom Hubble-Teleskop aufgenommen Bild ein Neptun-Foto zu sehen, das Torsten Lietz durch ein Amateurteleskop aufgenommen hat. Bemerkenswert ist aber, dass der von der Sonne etwa 4,5 Milliarden Kilometer entfernte Planet mit heutigen Amateurgeräten überhaupt eine Scheibchenform erkennen lässt und sogar noch einen Farbeindruck zu vermitteln vermag.
Neptun und Uranus im FeldstecherDer erst 1846 aufgrund von Bahnstörungen des Uranus, also mithilfe einer mathematischen Vorhersage, entdeckte Neptun lässt sich bereits in einem guten Feldstecher aufspüren (erscheint darin jedoch nur als sternartiges Pünktchen). Das ist jedoch selbst für hartnäckige Anfänger nicht so einfach, bietet aber die Chance auf ein schönes Erfolgserlebnis. Der fast drei Milliarden Kilometer von der Sonne entfernte und 1781 entdeckte Uranus ist dagegen mit dem Feldstecher recht gut zu finden und kann bereits bei zwanzigfacher Vergrößerung einen leicht blau-grünen Farbeindruck hinterlassen.
Dr. André Diesel ist Diplom-Biologe und Fachredakteur für Naturwissenschaften im Projekt Naturwissenschaften entdecken!.
Astronomie, Planet, Himmelsbeobachtung