Florian Faderl
13.09.2011

Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Die Ausstellung "In die Zukunft gedacht" thematisiert unter anderem das Thema Kinderarbeit. Dieser Unterrichtsentwurf gibt Impulse, wie Lehrkräfte den Ausstellungsbesuch in Berlin im Unterricht vorbereiten können.
 

Intensiv setzt sich die Ausstellung "In die Zukunft gedacht" mit dem Thema der Kinderarbeit auseinander. Diese Unterrichtsanregung verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen sollen Schulklassen der Sekundarstufe I für den nicht einfachen Sachverhalt der Kinderarbeit historisch sensibilisiert werden. Zum anderen soll die Schulstunde zu diesem sozialgeschichtlichen Aspekt auch dazu dienen, die erworbenen Lernziele und Kompetenzen durch den Besuch der Ausstellung zusätzlich zu vertiefen.

 

Kompetenzen

Fachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • wissen, dass es unterschiedliche Formen der Kinderarbeit gab - und noch immer gibt.
  • erfahren, dass Kinder im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung als Arbeitskräfte in Fabriken ausgebeutet wurden und schutzbedürftig waren.
  • auch wissen, dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren: Sie hatten im Haushalt oder beim Kochen zu helfen, mussten Tiere hüten und sie hatten Garten- und Feldarbeiten zu erledigen.
  • wissen, dass Arbeit und Fleiß als wichtige Tugenden, Faulheit und Untätigkeit hingegen als "Schande" betrachtet wurden.

Medienkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Bilddokumente aus dem Internet eigenständig beschreiben und bewerten können.
  • in der Gruppe Texte bearbeiten und dadurch ihre Auffassungsgabe und ihr Textverständnis schulen.

Sozialkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • in Gruppenarbeit Fragen zu einer Geschichtsquelle beantworten.
  • frei vor der Klasse sprechen können.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaKinderarbeit im 19. Jahrhundert
AutorFlorian Faderl
FachGeschichte
ZielgruppeSekundarstufe I am Gymnasium (Klasse 7 und 8)
Zeitraum1-2 Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenComputer mit Internetanschluss, Beamer
PlanungTabellarischer Verlaufsplan

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die deutsche Sozialstaatlichkeit
Am Thema der Kinderarbeit lassen sich die positiven Errungenschaften deutscher Sozialstaatlichkeit, die in der Ausstellung dokumentiert werden, gut demonstrieren. Durch eine Reihe von Gesetzen und Verboten trug der Sozialstaat im Verlauf des 20. Jahrhunderts dafür Sorge, Kinder und Jugendliche vor Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen zu schützen. Davon konnte im Zentraleuropa des 18. und 19. Jahrhundert - und kann in zahlreichen Ländern der Dritten Welt bis zum heutigen Tag - nicht die Rede sein. Die Ausbeutung von Minderjährigen als Arbeitskräfte hat an ihrer tagespolitischen Aktualität nichts verloren.

"Doppelcharakter" der Kinderarbeit
Aus historischer Perspektive gilt es, Schülerinnen und Schülern jedoch auch zu vermitteln, Kinderarbeit - speziell vor der einsetzenden Industrialisierung - nicht per se als etwas Schlechtes zu betrachten. Dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren, galt vor allem in agrarisch geprägten Gesellschaften bis weit in das 20. Jahrhundert als gelebte Normalität. Dieser "Doppelcharakter", dem auch das Thema der Kinderarbeit innewohnt, sollte im problemorientierten Geschichtsunterricht dem Klassenverband - schon in der Sekundarstufe I - aufgezeigt werden.

  • Unterrichtsverlauf und verwendete Medien
    Die Schülerinnen und Schüler sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Kindheitsalltag im 19. Jahrhundert und ihrem eigenen erkennen und reflektieren.

Internetadressen

Informationen zum Autor

Florian Faderl hat Geschichte auf Lehramt studiert. Er ist Redakteur bei der Stiftung Jugend und Bildung und Autor für Unterrichtsmaterialien in den Schulfächern Geschichte und politische Bildung.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Herrn Faderl aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Übersicht aller Lehrer-Online-Beiträge des Autors.
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