Die literaturgeschichtliche Tradition der Exillyrik beginnt in der Antike bereits mit Ovid und Vergil und bestimmte in der Renaissance Dantes "Göttliche Komödie". Den exilierten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts stand Heinrich Heine nahe, dessen berühmte Verse aus "Deutschland - ein Wintermärchen" zu einem Leitmotiv wurden. Der Unterrichtsvorschlag beleuchtet die Zusammenhänge gattungstypischer Motive in einem epochenübergreifenden Vergleich. Einen Brückenschlag zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert schafft die Gegenüberstellung von Heines Gedichten mit denen der expressionistischen Lyrikerin Else Lasker-Schüler.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Die Auseinandersetzung mit der Exillyrik soll über die historisch-politische Dimension des Nationalsozialismus hinausgehen. Durch das Aufgreifen zentraler Motive wie Heimweh, Entwurzelung und Identitätsverlust wird der Zugang zu persönlichen Schicksalen der Exilanten ermöglicht. Zudem sollen die Lernenden den Aspekt des Schreibens als Therapie kennen lernen.
Uta Hartwig unterrichtet Geschichte und Englisch an der Max-Tau-Schule in Kiel. Gleichzeitig ist sie als Fachberaterin Geschichte für Lehrer-Online tätig.
Diese Unterrichtseinheit entstand im Rahmen des Exil-Clubs, der Lernumgebung mit Arbeitsplattform von Schulen ans Netz e.V., die den handlungsorientierten Umgang mit Inhalten zu Exil und Fremdsein unterstützt.
Deutsch, Lyrik, Exil, Nationalsozialismus