Zeittafel Geschichte

Welche Daten sollen Schülerinnen und Schüler vom Geschichtsunterricht behalten? Diese Frage stellt sich vor dem Hintergrund des oft negativen Befundes zur historischen Allgemeinbildung an den Schulen. Schülerinnen und Schüler wissen meist nur wenig über die Eckpunkte der wichtigen Epochen.
 

Zentrale Ereignisse, Schlüsselbegriffe oder Persönlichkeiten werden selten gekannt, geschweige denn der richtigen Epoche zugeordnet. Die "Zeittafel Geschichte", die auf der Seite des Gymnasiums Thusneldastraße in Köln-Deutz als PDF-Download zur Verfügung steht, versucht Abhilfe schaffen. Die Überblickstafel und die vier epochenbezogenen Tafeln präsentieren die wichtigen Fakten der Geschichte kompakt und einprägsam - einerseits chronologisch, andererseits gegliedert in die Dimensionen Weltgeschichte, Europäische Geschichte und Deutsche Geschichte. Damit soll einem einseitig eurozentristischen Geschichtsbild entgegengewirkt werden.

Vorteile für den Geschichtsunterricht

Orientierungshilfe und Grundwissen
Die "Zeittafel Geschichte" dient erstens als Orientierungshilfe für Schülerinnen und Schüler zur Einordnung der historischen Ereignisse und Epochen, Persönlichkeiten und Schlüsselbegriffe. Zweitens soll sie im Geschichtsunterricht sowohl der Sekundarstufe I als auch der Sekundarstufe II als verbindliches Faktengerüst eingeführt werden. Die historischen Daten und Fakten sollen wie Vokabeln auswendig gelernt und auch abgefragt werden. Dabei ist klar: Reine Fakten sind nicht dazu geeignet historische Zusammenhänge zu erklären. Doch wer nicht über ein minimales chronologisches Grundwissen verfügt, kann kein historisches Urteilsvermögen ausbilden.

Kein Widerspruch zum problemorientierten Unterricht
Die "ZeittafelGeschichte" versteht sich dennoch nicht als ein Schritt zurück zu einem positivistischen, faktenorientierten Geschichtsunterricht. Im Gegenteil soll mittels der Zeittafel effizient und in kurzer Zeit ein grundlegendes Fundament historischen Grundwissens gelegt werden. Es verbleibt umso mehr Zeit für einen problemorientierten, die historischen Zusammenhänge erhellenden Geschichtsunterricht.

Verbreitung via Internet
Der Vorteil der Präsentation eines solchen Tafelwerks als PDF-Download im Internet liegt auf der Hand: Lehrerinnen und Lehrer können die Schülerinnen und Schüler unter Angabe des Links auffordern, sich die Datei, die sechs Seiten umfasst, selbst und möglichst auch mit einem Farbdrucker zu Hause auszudrucken. Man spart selbst die Mühen zur Vervielfältigung. In produktionstechnischer Hinsicht, ergibt sich die Möglichkeit, die Daten zu erweitern

Arbeitsblätter
Als Ergänzung steht ein Paket von sechs nach Stufen differenzierten Arbeitsblättern als PDF-Download zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler sollen unter Verwendung des Wissenskanons jeweils 10 Personen, Begriffe oder Ereignisse in die richtige chronologische Reihenfolge sortieren und den großen Geschichtsepochen sowie einigen erläuternden Stichworten zuordnen. Für die Bearbeitung der Aufgaben werden Heft, Schere und Kleber benötigt.

Reduktionsmöglichkeiten
Obwohl die Reduktion auf die fünf Tafeln bereits große Schwierigkeiten mit sich gebracht hat, mag mancher den Eindruck haben, dass die Daten und Fakten noch immer zu zahlreich sind. Lehrerinnen und Lehrer können die Zeittafel Geschichte selber flexibel handhaben, indem sie die zu lernenden Ereignisse und Stichwörter zusammen mit den Schülerinnen und Schülern mittels Textmarker eingrenzen.

Positive Resonanz
Die bisherige Erfahrung beim Einsatz der Zeittafel im Unterricht der Sekundarstufe I und II ist ganz positiv: die Schülerinnen und Schüler haben sämtliche Geschichtsepochen transparent vor Augen und gewinnen dadurch Orientierung. Auch die Verbindlichkeit des Wissens und das Auswendiglernen verschafft den Schülerinnen und Schülern fachliche Sicherheit und wird deshalb von vielen geschätzt.

Diskussion über Inhalte
Die Konzeption des Wissenskanons hat vielfach Schwierigkeiten bereitet und Diskussionen ausgelöst. Erstens ist die Reduktion auf die wesentlichen historischen Ereignisse, Epochen, Persönlichkeiten und Schlüsselbegriffe ganz klar auch immer eine Deutung von Geschichte. Zweitens bedeutet das Weglassen von Ereignissen immer auch eine Benachteiligung oder sogar Diskriminierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen oder anderer Staaten und Länder. Deshalb versteht sich das Projekt als offenes Forum für Kritik und Verbesserungsvorschläge. Der Wissenskanon wird in Zukunft gegebenenfalls in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht. Kritik und Anregungen können Sie gerne an den Verfasser richten.

Internetadresse und Download

Informationen zum Autor

Dr. Christoph Pallaske arbeitet als Studienrat am Kölner Gymnasium Thusneldastraße.

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