Zahlreiche Autohersteller haben in den letzten Jahren Millionenbeträge für die Modernisierung oder Errichtung neuer Windkanäle investiert. Ihr Ziel ist es, neben der Verringerung störender Windgeräusche (Aeroakustik) durch eine Reduzierung des Luftwiderstands (Aerodynamik) den Kraftstoffverbrauch und damit die Kohlenstoffdioxid-Emission von Kraftfahrzeugen zu senken. Mit dem RCL "Windkanal" ist ein über das Internet fernbedienbares Modellexperiment zur Untersuchung des Luftwiderstands an verschiedenen Modellautos kostenlos verfügbar. Lernende können damit selbst experimentieren und die physikalischen Grundlagen zum Thema Luftwiderstand erlernen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Relevanz des ThemasDas Automobil steht in den Industriegesellschaften im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftswachstum, Kostenverursacher und Statussymbol individueller Mobilität, Umweltverschmutzung und zukunftsfähiger Antriebssysteme. Schülerinnen und Schüler wachsen in diesem Spannungsfeld auf und erhalten von Eltern, Mitschülern, Lehrkräften, Freunden und Medien sehr vielfältige Information zum Thema "Automobil". Im Hinblick auf den Führerscheinerwerb entwickeln sie zu Beginn der gymnasialen Oberstufe ein verstärktes Interesse am Automobil.
Luftwiderstand am AutomobilEs bietet sich daher an, das Thema "Luftwiderstand" am Auto zu unterrichten und es in einen weiteren Kontext einzubinden, wie zum Beispiel dem des Kraftstoffverbrauchs. Die Unterrichtseinheit ist so strukturiert, dass die Ausgangsfragestellung "Warum und wozu benötigt ein Auto Kraftstoff?" zur Untersuchung des Luftwiderstands mit dem RCL führt. Ausgehend von der Formel für den Luftwiderstand werden dann wieder weiter gefasste Fragestellungen behandelt: "Wie hoch ist der Anteil des Luftwiderstands am Kraftstoffverbrauch?", "Wie kann eine energiesparende Fahrweise physikalisch begründet werden?".
Alle Materialien: Beschreibung des Unterrichtsverlaufs, Aufgaben für die Arbeit mit dem RCL sowie mit der Online-Simulation "Die Kraft des Windes" (Planet Schule)Dateigröße: 925 KB
Sebastian Gröber arbeitet in der Physiklehrerausbildung an der TU Kaiserslautern und promoviert zum Thema "Remotely Controlled Laboratories". Er führt Lehrerfortbildungen zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht durch.