Melanie Engelke
17.03.2010

Der Visualiser im Grundschulunterricht

Der Visualiser erleichtert das Projizieren in der Klasse in vielerlei Hinsicht. Die Möglichkeiten, die er bietet, sind sehr viel flexibler, attraktiver und vielfältiger als die eines Tageslichtprojektors.
 

Wer kennt es nicht: Bastel- oder Faltanleitungen so zu demonstrieren, dass alle Schülerinnen und Schüler zur gleichen Zeit mitmachen oder alle alles sehen können, grenzt fast ans Unmögliche. Mit dem Visualiser ist das jetzt leicht: Durch die Projektion an die Klassenzimmerwand können alle Kinder sehen, welcher Bastelschritt als nächstes kommt, wo genau welche Faltlinie sein muss und wie selbst das kleinste Bastelprojekt am Ende aussehen muss. Im Kunstunterricht können Vorlagen von Künstlern aus Büchern allen Kindern gezeigt und durch den hohen Zoomfaktor des Geräts auch im kleinsten Detail hervorgehoben werden.

 

Der Visualiser im Unterricht

Objekte sichtbar für alle
Oft kommt es vor, dass Schülerinnen und Schüler für den Sachunterricht Exponate von zu Hause mitbringen und diese zeigen möchten. Wenn es sich um etwas Zerbrechliches handelt, besteht immer die Gefahr, dass es aus Versehen zu Schaden kommt. Mit dem Visualiser passiert dies nicht, denn durch seine Schwanenhals-Funktion kann ein Objekt von allen Seiten gezeigt werden, ohne dass es durch viele Hände gehen muss. Wenn nötig, kann es sogar durch Zuschalten der LED-Lampe beleuchtet werden.

Perfekte Präsentationen
Ein Beispiel aus der Praxis: Meine Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, in einem kurzen Text einen Hund zu beschreiben und auf dem gleichen Blatt auch eine Zeichnung anzufertigen. Die Präsentation der Ergebnisse über den Visualiser war perfekt. Denn die Kinder konnten ihr Bild präsentieren und zeitgleich über ihr Thema referieren - und alle haben es gesehen!

Inhalte zugänglich machen
Im Mathematikunterricht können Seiten aus dem Mathebuch anhand der Epidiaskop-Funktion optimal besprochen werden. Die Kinder schauen nach vorne, das Lehrerbuch liegt unter der Kamera - so erübrigt sich auch das Problem, dass Schülerinnen und Schüler ihre Bücher vergessen haben. Häufig kommt es auch vor, dass man in einem fremden Lehrwerk eine bessere oder aufschlussreichere Erklärung findet, als in dem schuleigenen. Der Visualiser spart dann Kopierkosten.

Projizieren statt Kopieren
Auch Übungsaufgaben können direkt aus dem Buch an die Wand projeziert werden, so dass die Kinder sie in ihre Hefte abschreiben und ausrechnen können. Dieses gilt natürlich auch für Texte oder Gedichte im Deutschunterricht.

Unterricht wird zum Erlebnis
Der Geometrieunterricht wurde durch den Einsatz des Visualisers für die Kinder zur waren Freude. Zum Thema "Bauen mit geometrischen Körpern" konnten sie ihre Bauwerke über den Visualiser zeigen und vor- beziehungsweise nachbauen lassen. Auch das Thema "Seitenansichten" wurde durch die Schwanenhals-Funktion zum Erlebnis: Jede Seite des Bauwerkes konnte herangezoomt werden, und die Schülerinnen und Schüler mussten raten, um welche Seite es sich handelte.

Hausaufgabenkontrolle

Die Hausaufgabenkontrolle besonders im Matheunterricht wird durch den Visualiser zu einem Highlight. Alle Kinder wollen ihre Hausaufgaben über den Visualiser präsentieren. Besonders wenn es um geometrische Aufgaben geht, erweist sich der Visualiser als optimales Präsentationsgerät. Die Zeichnung eines Kindes oder die Vorlage aus dem Buch wird an die Wand projeziert, und alle können vergleichen, ob ihre Konstruktion ebenso aussieht. Das bedeutet nicht, die Hausaufgabenkontrolle völlig in die Hände des Visualisers zu legen, aber es erleichtert an vielen Tagen die Arbeit enorm, weil nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig von der Lehrkraft wissen wollen, ob ihre Zeichnung richtig ist, sondern sich selbst kontrollieren.

Arbeiten mit dem Visualiser

Kinderleicht und selbstverständlich
Das Arbeiten mit dem Visualiser ist kinderleicht. In meiner Klasse haben die Schülerinnen und Schüler gelernt, ganz selbstverständlich damit umzugehen. Sie freuen sich, wenn ihre Arbeiten mithilfe des "Elmo" - wie sie ihn nennen - fotografiert werden können und man sie nachher zum Vergleich wieder anschauen kann.

Kein Blenden, kein Verdecken
Aufgaben können die Kinder, wie sie es gewohnt sind, mit Bleistift oder Füller direkt auf Papier vorrechnen. Alle können die Rechenwege verfolgen, und das Kind, das vorne steht, wird nicht wie beim Overhead-Projektor geblendet oder muss aufpassen, ob sein Kopf die Schrift verdeckt.

Mehr Platz als eine Wandtafel
Der Visualiser erspart das Kopieren von Folien und die Anschaffung von Folienstiften. Er ermöglicht spontanes Arbeiten mit viel mehr Platz als eine Wandtafel. Für den Visualiser benötige ich nur ein Blatt Papier und kann Seite um Seite beschreiben, wieder wegnehmen und erneut auflegen, ohne Zwischendurch zu wischen.

Fazit

Alles in allem möchte ich den Visualiser nicht mehr missen und sehe mit Freude, wie meine Schülerinnen und Schüler lernen, die neuen Medien als selbstverständlich zu betrachten, und von Beginn an die Scheu verlieren, damit sorglos umzugehen.

Informationen zur Autorin

Melanie Engelke ist Lehrerin der Grundschule Wennigsen am Deister.

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