Geisteswissenschaften

Unterrichtsmaterial zum Roman "Im Westen nichts Neues"

Veröffentlicht am 26.03.2014
  • circa 3-4 Unterrichtsstunden
  • 4 Arbeitsmaterialien

Erich Maria Remarques Anti-Kriegs-Roman thematisiert Schrecken und Sinnlosigkeit des Kriegs. Rezeption von Buch und Verfilmung (1930) in der Weimarer Republik veranschaulichen darüber hinaus die politische Zerrissenheit Deutschlands und nehmen das Schicksal von Kunst und Literatur in der sich ankündigenden NS-Diktatur vorweg.

Didaktisch-methodischer Kommentar

In literarischen Themenkomplexen des Deutschunterrichts steht in der Regel die Arbeit mit der jeweiligen Textgrundlage - einem Roman, Gedicht oder ähnlichem - im Vordergrund. Der hier vorgestellte Unterrichtsvorschlag bietet eine Möglichkeit, diesen "klassischen" Rahmen zu erweitern - zum einen auf der thematischen Ebene, wenn es um die Einbeziehung der Rezeption geht, aber auch im Bereich der im Unterricht verwendeten Medien. Dabei können die Schüler exemplarisch kennenlernen, wie Ressourcen aus dem Internet für den Umgang mit Literatur hilfreich sein können und darüber hinaus eine Einbeziehung des gesellschaflichen und historischen Kontextes in das Literaturverständnis ermöglichen. Im Bereich der Texterarbeitung sollte das Internet allerdings zunächst eine untergeordnete Rolle spielen, um das eigentliche Thema nicht aus den Augen zu verlieren. Um den kritischen Umgang mit dem Medium zu trainieren, ist es zudem sinnvoll, von den Jugendlichen gewonnene Informationen immer auf deren Herkunft zu überprüfen ("Von wann?", "Woher?"), um sie so für die große und nicht immer nur positive Vielfalt zu sensibilisieren und den unterschiedlichen Wert einzelner Webseiten besser einordnen zu können. Aufgrund starker Relevanz von historischem Wissen bietet sich zudem eine interdisziplinäre Verknüpfung mit dem Fach Geschichte an.

Ablauf

Arbeitsblätter "Im Westen nichts Neues" zum Download

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • textimmanente Anhaltspunkte für Remarques Einstellung gegenüber dem Krieg erkennen.
  • die Ursachen für die heftigen Kontroversen zur Kriegsthematik erschließen.
  • die Phasen der nationalsozialistischen Agitation gegen den Autor und seinen Roman skizzieren.
  • anhand dieser Vorgänge einige Grundzüge der NS-Kulturpolitik herausarbeiten (Bücherverbrennung, Publikationsverbot, Exil).

Medienkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • weiterführende Informationen zu den Verhältnissen an der Front im 1. Weltkrieg im Internet sammeln
  • den Umgang mit dem Internet als Recherche-Medium einüben und sich kritisch mit den gefundenen Informationen auseinandersetzen.

Der Exil-Club

Diese Unterrichtseinheit entstand im Rahmen des Exil-Clubs, der auf eine Initiative der Else-Lasker-Schüler-Stiftung zurückgeht. Er wurde 2002 in Zusammenarbeit mit Schulen ans Netz e. V. ins Leben gerufen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Nach dem Ende der Projektlaufzeit stellt Lehrer-Online zentrale Inhalte des Exil-Clubs bereit.


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Avatar Matthias Kaiser

ist Lehramtsstudent der Fächer Geschichte, Deutsch und Sozialwissenschaften an der Universität Bonn. Er ist Autor der Themenkommentare "Deutsche in Amerika" und "Menschenrechte" sowie mehrerer Unterrichtsvorschläge für Lehrer-Online und Exil-Club.

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